6 Monate Mirena und alles was daraus wurde

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Benutzeravatar
silma
Mitglied
Beiträge: 1
Registriert: 29.10.2009, 22:19

6 Monate Mirena und alles was daraus wurde

Beitragvon silma » 29.10.2009, 22:58

Hallo zusammen,
ich (42, keine Kinder) habe mir die Mirena Ende Januar 2009 einsetzen lassen. 2 Kolleginnen hatten bereits seit Jahren die Mirena und nur gute Erfahrungen gemacht und mich reizte die einfache Verhütung und das Ausbleiben der Regel.
Ich hatte mich im Vorfeld zwar informiert und auch im Internet das ein oder andere negative gefunden aber die Nebenwirkungen und Berichte nicht ernst genommen, leider. Vieles hatte ich auch bei der Verwendung der Pille gefunden und mit der hatte ich 20 Jahre keine Probleme. Ich hatte auch meinen Gyn darauf angesprochen aber der hatte nichts davon bisher mitbekommen bei seinen Patienten.
Das Einsetzen fand unter großen Schmerzen statt und ich hätte es fast abgebrochen. Ich war danach total geschockt und war 2 Tage krank, hatte Blutungen. Das hatte ich aber relativ schnell überwunden und meine Regel bekam ich schon nach 3 Monaten nur noch sehr schwach aber dafür 6 Tage lang. Die ersten 3 Monate spannte meine Brüste nahezu unerträglich und ich hatte unreine Haut und fettige Haare. Das legte sich aber wieder. Eigentlich eine gute Entwicklung.
Ich hatte eine Beziehung, die nie sehr ruhig war, wie ich fairerweise zugeben muss. Unter Stress gab es auch vorher immer wieder Probleme, die wir aber immer wieder in den Griff bekamen.
In den folgenden Monaten wurde ich immer aggressiver, genervt und gleichzeit immer verzweifelter. Mein Freund ging mir gewaltig auf die Nerven mit Sachen, die ich zwar vorher registriert mich aber nie wirklich gestört hatten. Diese Genervtheit hatte ich vorher nie und hat mich sehr belastet und unsere Beziehung hat darunter sehr gelitten. Erst nach einem gemeinsamen Urlaub im Juli, in dem ich mich immer mehr in mich selbst zurückzog und auch von den anderen selbst ausgeschlossen hatte, wurde mir bewußt, dass etwas nicht mit mir stimmt. Mein Freund versuchte immer wieder mich zu erreichen aber nichts kam bei mir an. Ich legte Verhaltensweisen an den Tag, die ich von mir kannte als ich noch sehr jung war. Mit anderen Worten, ich war sehr kindisch. Dieser Urlaub öffnete mir die Augen, dass irgendwas nicht mit mir stimmt.
Auch beruflich ging es mir immer schlechter. Die Arbeit, die ich seit 3 Jahren mache, ging mir furchtbar an die Substanz. Ich war total verzweifelt in jeder Beziehung und der Gedanke meinem Leben ein Ende zu setzen wurde immer massiver.
Nach besagtem Urlaub (Ende Juli) machte ich sofort einen Termin zur Entfernung der Mirena. Ich tat das um meine Beziehung zu retten, was ich auch meinem Gyn erzählte, ebenso dass es mir sehr schlecht ging. Dieser berichtete mir, dass er erst kürzlich eine Patientin hatte, die wegen eines Burnoutsyndroms 6 Wochen in der Klinik war und er berichtete von einem Artikel, der in der Ärztezeitung kürzlich stand. Leider alles zu spät für mich....
Die Entfernung musste abgebrochen werden, weil die Schmerzen schlimmer als beim Einsetzen waren, zu allem Überfluss war der Rückholfaden auch noch weg. Ich wurde in eine Klinik überwiesen um sie in Vollnarkose entfernen zu lassen. In der Klinik wurde noch eine Zyste gefunden und mir wurde empfohlen, diese endoskopisch entfernen zu lassen. Noch ein Nebenprodukt der Mirena und die mir nun 3 kleine Narben am Bauch beschert haben. Die OP ging ohne Komplikationen über die Bühne.
Ich war also in einer richtigen Depression und habe mir noch einen Therapeuten gesucht um da wieder rauszukommen. Das hilft mir ein wenig aber ich habe mich nur sehr langsam wieder bekrabbelt und bin noch immer nicht die, die ich vor der Mirena war.
Leider hat die Mirenazeit meiner Beziehung den Todesstoß versetzt. Ich will nicht behaupten, dass es nicht sowieso so gekommen wäre aber mein Freund hat sich von den ewigen Streitereien, dem Stress, den unsere Beziehung ausgesetzt war, nicht erholt und konnte meinen Zustand nur schwer ertragen. Er hat sich vor 3 Wochen von mir getrennt und ich bin am Boden zerstört und sehr traurig, dass er mir nicht die Zeit gegeben hat wieder ich selbst zu werden. :-(
Ich kann nur jedem raten, wenn es die Mirena unbedingt sein muss: hört auf jede kleine Veränderung Eures Körpers und laßt es gleich bleiben, wenn Eure Beziehung nicht 100% ist. Die wenigsten Männer kommen mit so etwas klar und haben den Mumm und die Kraft gemeinsam mit der Partnerin so eine Zeit zu überstehen.
Ich wünschte, ich hätte sie niemals setzen lassen aber dafür ist es nun zu spät.
Silma

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste