Mirena bei Myomen als Therapie fiel raus - eine Tortur !

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Benutzeravatar
Pitti 69
Mitglied
Beiträge: 2
Registriert: 26.04.2010, 11:50

Mirena bei Myomen als Therapie fiel raus - eine Tortur !

Beitragvon Pitti 69 » 26.04.2010, 15:48

19.02.2010
Am 19. Jan. 2010 wurden bei mir durch Ultraschall von meiner FÄ viele Myome in der Gebärmutter diagnostiziert.
Ich bin 40 Jahre alt und habe ein Kind.

In der letzen Zeit (ca. 1 Jahr) hatte ich meine Regelblutung immer häufiger 1-2 Tage sehr stark. - So stark, dass ich an diesen Tagen nicht mehr Arbeiten konnte. Meine FÄ sagte, es wäre kein Wunder bei den ganzen Myomen könne sich die Gebärmutter während der Periode nicht mehr richtig zusammenziehen, wodurch sich die starken Blutungen erklären, die auch mit der Zeit immer stärker werden würden. Ansonsten hatte ich bislang keinerlei Beschwerden wie Bauchkrämpfe oder Periodenschmerzen.

Meine FÄ riet mir zu einer Mirena Hormonspirale. Sie sagte, die Spirale würde dafür sorgen, dass die Periode nach einer Eingewöhnungszeit - mit Zwischen- bzw. Schmierblutungen - irgenwann ganz ausbleibt oder nur sehr schwach ist (was sehr gut für mich wäre) und sie würde sich zudem günstig auf die Myome auswirken. Die Spirale könne dann mindestens 5 Jahre liegen bleiben. Alternativ könne man auch noch die Gebärmutter entfernen.

Ich war nie ein Freund von Medikamenten und Hormonen, habe auch niemals die Pille genommen. Sie hat mir aber so ausdrücklich dazu geraten, dass ich dem zugestimmt habe. Ich habe dann noch eine befreundete FÄ telefonisch befragt, die mir auch zu dieser Therapie geraten hat. Mir die Gebärmutter entfernen zu lassen kommt für mich nicht in Frage.

27.02.2010
Am 27. Jan. 2010 habe ich dann die Spirale während meiner Periode gesetzt gekommen. Das ganze hat ca. 2 min gedauert und war nicht besonders schmerzhaft.

28.01. - 09.02.2010
Ich hatte dann vom 28.01. bis zum 09.02. (2 Wochen) eine schwache Blutung/Schmierblutung. Zwischenkontrolle von der FÄ am 04.02., alles OK, Spirale liegt gut.

10.02. - 27.02.2010
Am 10. Feb. bekam ich dann eine starke Blutung (schmerzfrei). Da ich eine starke Periode gewohnt war, habe ich dieses als "Eingewöhnungsphase" akzeptiert.
Die "starke" Blutung wurde dann immer stärker. Ich hatte dann 14 Tage so starke Blutungen, dass kein Tampon und keine Vorlage mehr reichte. Das Blut lief nur so aus meinem Körper. Ich konnte mich nur noch auf die Toilette setzen und abwarten bis es etwas schwächer wurde, was manchmal eine 1/2 Stunde dauerte.
Ich habe alle 5-10 Minuten einen XXXL Tampon wechseln müssen + Vorlage für die Nacht (die richtig dicken Dinger), bis zu 30 Tampons + Vorlagen am Tag gebraucht.
Als dieser Zustand dann irgenwann in der Nacht seinen Höhepunkt erreichte, habe ich wegen dem hohen Blutverlußt das Bewußtsein verloren. Als ich dann wieder zu mir kam habe ich die ganze Nacht starke Schweißausbrüche gehabt. Nur mit Mühe konnte ich meinen Partner dazu überreden, nicht den Krankenwagen anzurufen. An Schlaf war in diesen extremen Nächten gar nicht mehr zu denken. Dann bekam ich noch eine richtig heftige Blasenentzündung (soll nicht ungewöhnlich bei Mirena sein). Es war zum heulen.

Am nächsten Tag bin ich dann wieder zu meiner FÄ und habe ihr mitgeteilt wie es mir geht. Sie sagte, ich hätte viel früher kommen sollen, man könne da doch was machen. Sie hat dann die Lage der Spirale kontrolliert, die wegen der starken Blutungen auch "rausfallen könne" :shock: (das war mir neu) !
Sie sagte ich solle noch Hormone zusätzlich nehmen, sozusagen eine Minipille. 1 x Morgens und 1 x am Abend (hoch dosiert). Die Pille hieß Cerazette.
Außerdem hat sie mir Methergin Tropfen verschrieben die dafür sorgen sollten, dass sich die Gebärmutter besser zusammenziehen kann, damit die Blutungen weniger werden. Dazu kam noch ein Eisenpräparat wegen dem Blutverlust. - Das ganze hat dann auch 4 Tage geholfen.

01.03.2010
Dann bekam ich wieder starke Blutungen. Wieder so stark, das ich nicht mal für 10 Minunten die Wohnung verlassen konnte. Wieder bis zu 20 Tampons pro Tag + die gleiche Menge an Vorlagen.
Es handelte sich bei den starken Blutungen auch nicht immer unbedingt um flüssiges Blut. Immer wieder, beim entfernen des Tampons kamen dicke Blutklumpen, Mengenmäßig etwa eine Hand voll, heraus. Es war ein katastrophaler Zustand für mich, da mich ständig Leute fragten was los ist, ich es aber nicht gerne jedem erzählt habe, es war mir peinlich. An meine Arbeit war gar nicht mehr zu denken. Ich war schon seit über zwei Wochen nicht mehr in der Lage das Haus zu verlassen. Von dem Eisenpräparat habe ich zudem starke Verstopfung bekommen.

07.03. - 30.03.2010
Danach wurden die Blutungen wieder schwächer, ca. 2 Wochen lang nur leichte Schmierblutungen, - ich wurde auch immer schwächer. Mir war nur noch kalt und ich hatte mittlerweile jeden Tag Kopfschmerzen. Die ganze Lebensqualtiät war auf 0 Reduziert. Kein Sport, keine Veranstalungen mehr, keine Arbeit, keine Nerven mehr, kein Sex, keine Lebensfreude, keine Aufmerksamkeit mehr für Kind oder Partner, keine Konzentration mehr - für nichts. Alle meine Gedanken drehten sich nur noch um die städigen Blutungen.

30.03. - 13.03.2010
Am 30. März bekam ich wieder eine leichte Blutung, die einen Tag später wieder extrem stark wurde. So geht es jetzt seit 2 Wochen.
Zwischendurch habe ich noch zweimal eine Blasenentzündung bekommen.
Mittlerweile habe ich auch einen Ausschlag im Gesicht um Nase und Mund herum bekommen. Die Hautärztin sagte, ich hätte mit einem HB Wert von unter 10 einen starken Eisenmangel (bei dem Blutverlust kein Wunder dachte ich). Dafür gab es eine Salbe und ein Eisenpräparat. Der Ausschlag bildet sich jetzt nach fast vier Wochen langsam zurück.
Zwischendurch habe ich wieder meine FÄ angerufen, die meinte ich würde mir den starken Blutverlust vielleicht etwas einbilden und sollte noch Gedult haben. Die Cerazette (Minipille) sollte ich wieder zweimal am Tag nehmen.

14.04.2010
Am 14.04. spitzte sich die Sache so zu, dass ich wieder einen Kreislaufzusammenbruch mit starken Schweißausbrüchen hatte. Die Blutungen waren so stark das ich kein Tampon mehr benutzen konnte sondern nur noch mit einem Badetuch zwischen den Beinen im Bett liegen konnte. Zudem habe ich an diesem Tag das Gehör auf dem rechten Ohr verloren, - ich hörte nur noch ein Piepen. Diese Tage waren furchtbar. Ich fuhr dann zu meiner FÄ. Der ganze Autositz war vollgeblutet, trotz XXXL Tampon und 2 Nachtbinden. Mit einer Jacke um den Bauch gewickelt (weil die Hose durchgeblutet war) kam ich weinend bei meiner FÄ an. Sie sagte: Sie haben aber wirklich starke Blutungen Frau .... Sie hat mich untersucht aber die Spirale war nicht mehr zu finden. Sie war mir in der Nacht bei dem starken Blutverlust herausgefallen. - Ich habe es nicht mal gemerkt. Im Krankenhaus wurde dann zur Sicherheit noch eine Röntgenaufnahme vom Becken gemacht, denn manchmal verschiebt sich die Spirale und wird nicht vom Untraschall gefunden. - Sie war aber definitiv weg.
Meine FÄ sagte mir es würde bei den starken Blutungen keinen Sinn mehr machen eine neue Milena Spirale zu setzten. Sie sagte mir außerdem, dass die Blutungen jetzt aufhören würden und sich der Körper wieder umstellen würde.
Alternativ sagte sie mir ich solle mir doch die Gebärmutter entfernen lassen, dann hätte ich Ruhe.

Damit war die Milena Therapie beendet !

15.04. - 18.04.2010
Einen Tag später bekam ich so starke Blutungen die fast alle anderen übertroffen haben.
Ich war zu nichts mehr in der Lage, bekam Kreislaufprobleme, den Ausschlag im Gesicht und Konzentrationsstörungen. Ich bin ständig müde, schlafe viel und lange.
Ich höre aber wieder auf dem einen Ohr und das Piepen ist weg. Da ich meine Gebärmutter behalten will habe ich mich dazu entschlossen mich von einer Heilpraktikerin homöopathisch behandeln zu lassen.

19.04. - 22.04.2010
Schwache Blutungen. - Termin bei einer Heilpraktikerin.
Die HP hat mich lange befragt und sagte, dass ich fast zu schwach für eine Behandlung der Myome sei, ich deshalb erst einmal ein Mittel zur Stärkung bekommen würde. Danach würde sie dann auf die Myome eingehen.

23.04.2010
Die Spirale ist jetzt ca. 8 Tage raus. Ich habe extrem starke Blutungen. Es geht mir zudem mental sehr schlecht. - Meine Nerven liegen total blank.

24.04. - 26.04.2010
Es ist wie ein Entzug. Ein Entzug von den ganzen Hormonen die ich duch die Spirale bekommen und duch die Pille genommen habe.
Es geht mir immer wieder schlecht zwischenduch, kann kaum noch die Treppe hochsteigen, aber die Abstände vergrößern sich etwas.

26.04.2010
Ganz schwache Blutung. Heute bekomme ich von der HP das erste Mittel zur Stärkung.
Es wurde speziell für mich herausgesucht, deshalb würde ich es anderen Frauen nicht weiterempfehlen.

27.04.2010
Heute ist der erste Tag seit 3 Monaten an dem ich keine Blutungen habe. Ich fühle mich zwar immer noch schwach aber es ist wie eine Erlösung.
Die Mirena Spirale ist ca. 14 Tage raus.

Fazit:
Ich muß sagen, dass ich wirklich froh bin, dass mein Körper selbst die Mirena Spirale abgestoßen hat.
Ich hatte den Einduck, meine FÄ hätte noch länger mit dem herausziehen gewartet und hätte diese unglaubliche Tortur für mich dadurch nur noch verlängert.
Außerdem kann ich sagen das die Hormon - Entzugserscheinungen nicht zu unterschätzen sind. Ich dachte danach ist alles schnell wieder beim Alten. - Dem ist nicht so !
Ich habe mich noch niemals zuvor so lange so schlecht gefühlt. Zudem habe ich in den letzten drei Monaten etwa 3-4 kg zugenommen.

Ich bin froh, dass ich mich bald wieder spüren kann, meine normale Periode bekomme (auch wenn sie 1-2 Tage sehr stark ist).
Ich werde jetzt den alternativen Weg der Behandlung gehen. - Ich bin sehr optimistisch. :wink:

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 15 Gäste