Unendliche Befreiung nach fast 5 Jahren Mirena

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krabbe
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Unendliche Befreiung nach fast 5 Jahren Mirena

Beitragvon krabbe » 18.05.2010, 19:43

Danke Euch allen hier erstmal für Eure Beiträge und Erfahrungen, die Ihr hier geschildert habt - ich bin Euch allen unendlich dankbar, dass Ihr mir das Gefühl gegeben habt, nicht allein oder total verrückt zu sein!

Wie so viele andere Frauen hier, habe ich mich in fast allen Berichten wiedergefunden und oft kamen mir die Tränen, denn genau so wie Euch erging es mir...

Ich hatte die Mirena fast 5 Jahre lang, genauer gesagt 4 Jahre und 9 Monate. Habe sie mir damals auf Anraten meiner Frauenärztin legen lassen, da mein Freund und ich erstmal noch nicht Eltern werden wollten.
Meine Frauenärtzin pries mir die Mirena als super bequemes, sicherstes und total unproblematisches Verhütungsmittel an. Sie hätte nur Vorteile. Meine Bedenken und Fragen wegen eventueller Nebenwirkungen wischte sie geradezu weg und meinte noch, die HS wäre viel viel schonender als alle anderen hormonellen Verhütungsmethoden, dem gegenüber wäre die Pille ein richtiges Teufelszeug. Sie drückte mir noch eine Broschüre in die Hand, die ebenfalls so gut wie nichtssagend war und natürlich nur Werbung in eigener Sache machte.

Also entschied ich mich, in dem Glauben das beste für meinen Körper zu tun, für die HS. Hätte ich das bloß nie nie nie getan!

Das Einsetzen kostete 320 Euro, das fand ich ok, wenn man das auf 5 Jahre hochrechnet.
Schon bei und nach dem Einsetzen hatte ich unglaubliche Schmerzen, bin echt nicht zimperlich, aber das hätte mich schmerztechnisch fast von den Füßen gefegt. Den Tag über war`s noch sehr schlimm, aber es sollte laut Aussage meiner Ärztin besser werden und dem war auch so.

Ich muss sagen, dass ich die ersten Jahre gar keine Beschwerden hatte, oder sie so vereinzelt auftraten, dass ich sie nicht mit der Mirena in Verbindung brachte und nicht weiter beachtete..

Ich war eher begeistert, denn ich gehörte zu den "glücklichen" Frauen, bei denen die Regelblutung schnell nicht mehr stattfand. Allerdings hatte ich immer um den Zeitpunkt der eigentlichen Periode herum, krampfartige Unterleibsschmerzen für ein paar Tage, das kannte ich vorher in der Form nicht. Aber ich dachte, ok, das nehm ich in Kauf.

Nach gut 2 Jahren hatte ich erste Schwindelanfälle, die 3 bis 14 Tage andauerten. Das war schon schlecht auszuhalten und Unsicherheit machte sich bei mir breit. Dennoch führte ich das nicht auf die Mirena zurück, sondern auf Verspannungen im Nackenbereich.

Ich wurde über die Jahre immer unausgeglichener, unzufriedener, zickiger, aufbrausend und war auch schnell auf 180 zu bringen. Temparament hatte ich ja schon immer, aber so???

Der eigentliche wirklich schlimme Leidensweg begann dann im August genau 4 Jahre nach dem Einsetzen:

Schwindel über 3,5 Monate-nonstopp! Ich war völlig fertig, meine Gedanken kreisten nur noch um schlimme Krankheiten, das Internet bringt einen da auf tolle Ideen und ich hatte nur noch Angst unheilbar krank zu sein. Neurologisch war alles bestens in Ordnung, ich bekam dann elektrische Stimulationen verordnet, da man vermutete, dass der Schwindel von der Nacken-und Schultermuskulatur käme.

Seit August war ich nur noch mit folgenden Beschwerden, die ich vorher noch nie hatte, beschäftigt:

- Hitzewallungen
- Nachtschweiß
- Herzrasen/ Herzflattern
- Schlafstörungen
- schlimme Angst- und Panikattaken
- Schwindel
- 2 Blasenentzündungen ( Frauenarzt sah keinen Zusammenhang mit der HS)
- 2 vaginale Pilzinfektionen (Frauenarzt sah keinen Zusammenhang mit der HS)
- Kribbeln in den Händen und Beinen
- Taubheitsgefühle in Händen, Armen, Beinen, Füßen
- Depressive Phasen ( Tabletten von der Hausärztin dagegen bekommen)
- total lustlos, antriebslos, Konzentrationsfähigkeit schwach, genervt, unruhig...
- Schmerzen beim Sex, wenn überhaut noch Lust dazu
- Hautausschlag an den Armen
- trockene Haut, vor alle an den Fersen
- entzündeter Bauchnabel
- ziehende Schmerzen in den Brüsten
- zum Schluß heftige Unterleibschmerzen mit Ziehen, Stechen und Pieksen
- Übelkeit

Ich hatte das Gefühl, ein körperliches Wrack zu sein bzw. bald sterben zu müssen. Lebenslust und Freude waren Fehlanzeige, jeder einzelne Tag war ein Kampf, denn ich wollte ja auch meinem Beruf, meinem Partner, meiner Familie, Freunden und unserem Hund gewachsen sein!
Also kämpfte ich mit mir, meinen fast täglichen Tränen und dem Gefühl aufzugeben.
Hinzu kam die Angst, dass die HS sich verwachsen könnte bzw. das entfernen problematisch werden könnte, habe da aus dem Bekanntenkreis mal was gehört und das war Öl auf mein "Angst-Feuer"...

Dann stieß ich am letzten Wochenende auf dieses Forum und es fiel mir wie Schuppen von den Augen!
Als ich Eure Berichte las, hatte ich nur noch einen Wunsch: Raus mit dem Mist-Ding! Ich konnte es kaum noch aushalten, dieses Gefühl, dieses Teil, was für mein monatelanges Leiden verantwortlich war, auch nur noch eine Sekunde länger in mir zu haben!!!!!!!

Gleich gestern Morgen rief ich in der Frauenarztpraxis an und da ich seit knapp einer Woche Schmerzen hatte, bekam ich für 14 Uhr am gleichen Tag noch einen Termin. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was das für mich bedeutete. Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Arbeitstag rum bekommen habe. Natürlich stieg auch die Angst, dass die Ärztin es mir schwer machen oder die Spirale noch nicht sofort ziehen würde (habt ja hier so einiges berichtet) und die Sorge, dass es vielleicht nicht problemlos gelingen würde...

Ich hatte so ein Glück, da es eine Gemeinschaftspraxis ist und ich als "Schmerzpatientin" zwischen geschoben wurde, war ich bei einer anderen Ärztin, als die, die mir die Mirena gelegt hatte. Die Ärztin gestern war sehr verständnisvoll und da die HS eh in 3 Monaten raus gemußt hätte, war sie auch sofort bereit dazu. Alles war ganz unproblematisch, einmal tief Ein- und Ausatmen, dann hat es einmal ganz kurz schlimm gezogen und raus war das verhasste Ding! Ich war und bin sooooooooooo glücklich!

Ab jetzt kann alles nur besser werden. Gestern hatte ich noch ein paar Stunden leichte Unterleibsschmerzen, aber die sind weg. Mittlerweile sticht und zieht es nur noch hin und wieder im Bach bzw. Unterleib, schwer zuzuordnen. Die Übelkeit ist leider auch noch nicht weg...

In 4-6 Wochen dann noch mal zur Frauenärztin (der von gestern natürlich), dann macht sie nochmal einen Abstrich und eine Blutabnahme mit allen Werten inklusive Schilddrüse, da einige Symptome von mir auch dazu passen würden. Abwarten, Hauptsache, ich bin wieder ich und fühl mich frei, fast schwerelos!

Allen, die das noch vor sich haben oder zweifeln kann ich nur Mut machen. Geht Euren Weg und laßt Euch von niemandem hineinreden. Es ist Euer Körper und nur Ihr allein könnt beurteilen, was Euch gut tut!

Eine unedlich glückliche befreite, noch kinderlose aber die große Liebe gefundene 34 Jährige :)

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