Probleme auch nach Entfernen der Mirena

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Benutzeravatar
mex77
Mitglied
Beiträge: 1
Registriert: 16.09.2010, 21:57

Probleme auch nach Entfernen der Mirena

Beitragvon mex77 » 16.09.2010, 22:11

Hallo,

ich möchte mit meiner negativen Erfahrung bzgl. der Hormonspirale Mirena zur weiteren Aufklärung Betroffener beitragen und natürlich vor der Hormonspirale warnen!

Ich habe mir die Hormonspirale ca. 4 Monate nach der Entbindung unseres 2. Kindes einsetzen lassen (Mai 2007). Der Tipp kam von einer Freundin, die die Spirale seit einem Jahr trug und zu dem Zeitpunkt noch sehr zufrieden damit war.
Ich fand den Gedanken sehr bequem und hatte mich auch nicht weiter mit den Nebenwirkungen vertraut gemacht (wohl gelesen, aber ok, alles hat so seine Nebenwirkungen...). Meine Frauenärztin riet mir auch gleich zur Spirale, weil´s einfach bequem ist und das Preis-Leistungs-Verhältnis über die 5 Jahre, die man die Spirale tragen kann, auch ok ist. Da wir uns sicher waren, dass wir erstmal keine weiteren Kinder möchten, stand unsere Entscheidung schnell fest.
Das Einsetzen war ok, tat kaum weh, obwohl ich schmerzempflindlich bin. Danach hatte ich bis Mitte August 2007 Schmierblutungen, was mich wirklich sehr störte. Ich war kurz davor, sie wieder entfernen zu lassen (hätte ich es mal getan!). Als die Schmierblutungen dann aufhörten, war ich erstmal sehr zufrieden mit der Spirale. Zwischenzeitlich hatte ich immer mal relativ starke Unterleibsschmerzen, sowie "wehenartige" Schmerzen, welches meine Frauenärztin aber nicht wirklich ernst nahm. Die Spirale saß gut und daran könnte es dann auch nicht liegen. Genauso wie mein starker Haarausfall. Da ich ziemlich dicke und viele Haare habe, schaute mich meine FA nur an und meinte, dass es so schlimm ja nicht sein könnte, ich hätte ja noch genug Haare auf dem Kopf... Ok, die Unterleibsschmerzen entsprangen somit meiner Einbildung, denn ich war ja gesund und neige eben dazu, dass ich mich evtl. in "Kleinigkeiten" reinsteigere aus Angst, ernsthaft krank zu sein.
Zwischenzeitlich hatte sich meine Freundin die Spirale ziehen lassen und klagte über wochenlange extreme Übelkeit, die sie sich nicht erklären konnte, da sie nicht schwanger war. Ihre Frauenärztin (welche auch meine ist) meinte, dass das mit der Entfernung der Spirale nichts zu tun haben könnte.
Im Sommer 2009 kamen dann die ersten nervösen Zustände, die ich zunächst mit Homöopathie ganz gut in den Griff bekam. Dass das eine weitere Nebenwirkung der Spirale war, weiß ich erst seit 4 Tagen. Ich hab´s damals auf den Alltagsstress geschoben. Bin dann auch mit Yoga und autogenem Training angefangen... Im Winter wiederholte sich die Nervosität, welche diesen Sommer dann bis zu Selbstmordgedanken führte. Die Gedanken hatte ich immer wieder versucht zu verdrängen, was die Nervosität aber immer mehr verstärkte, so dass ich wieder dran dachte.... Der Beginn war so langsam und schleichend, dass ich einfach nicht auf die Idee kam, es könnte mit der Spirale zusammenhängen. Ich hab alles weiterhin auf den "Alltagsstress" geschoben und hatte tierische Angst davor, ernsthaft krank zu sein, eingeliefert werden zu müssen, nicht da sein zu können für meine Kinder etc. Aus Angst, dass eben genau das passiert, wenn ich mich jmdn. anvertraue, hab ich auch mit niemandem drüber gesprochen.
Im Juli diesen Jahres (2010) sprach mich mein Mann (nichtsahnend) an, ob wir nicht noch ein 3. Kind haben möchten. Und ich konnte mich gleich mit dem Gedanken anfreunden, ich war froh mich ablenken zu können, neue Pläne zu schmieden und war mir sicher, dass dann alles wieder wie früher wird... Somit rief ich bei meiner Frauenärztin an, so dass ich einen Termin zum Entfernen der Spirale Ende August bekam. Das Entfernen war kein Problem, ich war positiv überrascht. Die Nervosität blieb allerdings und hinzu kam die Übelkeit. Dies verstärkte sich von Tag zu Tag. In der Woche nach dem Entfernen der Spirale, blieb ich erstmal einen Tag krank zu Hause... An dem darauffolgendem Wochenende hatte ich dann eine Art Nervenzusammenbruch. Ich war nur noch nervös, mir war übel, Appetitlosigkeit, hatte diese schlimmen Gedanken, konnte nachts nicht schlafen, hab geschwitzt... Irgendwann platzte es aus mir raus und mein (zum Glück sehr verständnisvoller) Mann hat sich das Ganze angehört. Ich hab viel geweint und danach viel geschlafen und hoffte, dass es dann vorbei ist.
Montags morgens merkte ich gleich wieder, dass ich einfach nicht mehr konnte. Ich hab mich krank gemeldet und bin zu meiner Hausärztin gegangen. Mittlerweile kam der Verdacht bei meinem Mann und mir, dass evtl. das Entfernen der Spirale damit zu tun haben könnte. Meine Hausärztin konnte sich das, eineinhalb Wochen nach dem Entfernen, nicht vorstellen (evtl. die ersten Tage danach) versprach aber, meine Frauenärztin anzurufen, um zu erfragen, ob sie soetwas schon häufiger hatte. Natürlich (und die Antwort konnte ich mir denken) verneinte sie dies! Meine Hausärztin meinte, ich sollte mir gegenüber ehrlich sein, ob ich wirklich noch ein Kind haben möchte, oder ob ich sonst noch Probleme habe. Sie schrieb mich für eine Woche krank, wir vereinbarten, dass ich Ende der Woche wiederkomme. Ich wollte statt Tabletten es nochmal mit der Homöopathie versuchen, außerdem führte ich meinen Zustand ja wieder auf den "Alltagsstress" zurück und hoffte, mich innerhalb der Woche zu erholen. Zwischenzeitlich wurde es auch besser (stundenweise), es gab aber weiterhin "nervöse Anfälle", die meist in Tränen und Erschöpfung endeten. Ich bin so froh, dass mein Mann sich in der Woche frei nehmen konnte, so dass er die Kinder versorgen konnte und mir helfen...
Freitags hat mich meine Hausärztin dann noch für eine halbe Woche krank geschrieben, damit ich nicht gleich wieder mit der vollen Stressdosis beginnen muss. Ich dachte, dass ich mich übers Wochenende komplett regeneriere. Leider blieb die Nervosität, nicht mehr ganz so häufig, aber wenn´s hochkam, konnte ich nur noch weinen. Ich hatte solche Angst, dass ich an einer Depression leide, die ich nur mit Antidepressiva oder schlimmstenfalls Klinikaufenthalt in den Griff bekomme. Am Montag bekam ich dann wieder einen "Anfall" (mein Mann war aufgrund seines Schichtdienstes zum Glück zu Hause), danach musste ich mich erstmal hinlegen und schlafen. Währenddessen setzte sich mein Mann an den PC und recherchierte bzgl. der Hormonspirale. Er war schockiert über die vielen Negativberichte im Internet, auch wenn die meisten von der Zeit während des Tragens der Hormonspirale kamen. Endlich wusste ich, was mit mir los war. Ich war so erleichtert, dass ich zunächst glaubte, alle meine Probleme wären gelöst. Leider blieb die Nervosität, mit der ich aber nun besser umgehen kann, da ich den Grund dafür kenne (auch dank des 43. Erfahrungsberichtes zur Mirena vom frauengesundheitszentrum, wo der Patientin im Krankenhaus nach dem Entfernen der Spirale gesagt wurde, dass sie noch einige Tiefs durchmachen werde wie Angst und Panikattacken, weil sich der Hormonhaushalt erst stabilisieren müsse). Heute, Donnerstag, war mein erster Arbeitstag. Leider fiel es mir schwerer, als ich dachte. Ich war gerade zu Hause, da brach es wieder aus mir heraus. Und obwohl ich weiß, dass ich jetzt einfach Geduld brauche und die Ursache kenne, ist es in den Stunden, in denen es mir schlecht geht, kein Trost. Ich hab dann immernoch unheimliche Angst...
Ich hoffe jetzt jeden Tag, dass es vorbei ist (morgen ist die Spirale 3 Wochen raus). Aber wahrscheinlich dauert es noch etwas länger, bis ich mich von dem Ganzen komplett erholt habe. Dank meines Mannes bin ich aber nun zuversichtlich, dass ich es auch schaffe.
Ich hoffe ich konnte mit diesem Bericht allen helfen, die auch nach dem Entfernen der Spirale Probleme hatten/haben.
Mirena von 05/2007 bis 8/2010,
leide noch unter dem Entzug...

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 13 Gäste