Wirbelsäulenerkrankung durch Mirena?

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mkjessy
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Wirbelsäulenerkrankung durch Mirena?

Beitragvon mkjessy » 27.05.2011, 11:13

Hallo an alle,

auch ich möchte hier mal meine Mirena-Geschichte niederschreiben. Nach der Geburt meines zweiten Kindes 2004 hat meine Frauenärztin mir die Mirena mit den Worten "einfach genial" und "wirkt nur dort, wo sie eingesetzt wird, ohne weitere Nebenwirkungen" angepriesen. Da ich während zwei Schwangerschaften absolut gut betreut wurde, habe ich ihr vertraut. Einen Beipackzettel habe ich nicht bekommen, auch unterschreiben mußte ich nichts.

Ungefähr ein Jahr später traten nach und nach folgende Beschwerden bei mir auf:

Schmerzen im Rücken und im Becken
Gelenkschmerzen im Knie und im Fuß
Nächtliches Schwitzen
Unterleibsschmerzen
Infektanfälligkeit
Depressive Episoden

Ich war ständig bei meiner Hausärztin, aber nie ist mir der Gedanke gekommen, dass könnte mit der Hormonspirale zusammenhängen.
Das hat sich vor zwei Monaten geändert. Nachdem sich bei mir Schmerzen im Nacken und in den Schultern Ende letzten Jahres verschlimmert hatten, ich taube Hände und ein Ohrgeräusch bekommen habe, wurde ich vor drei Monaten im MRT untersucht.

Die Diagnose war eindeutig:

Fortgeschrittene Degeneration der Halswirbelsäule und zwei Bandscheibenvorfälle.

Mein Arzt hat kopfschüttelnd vor dem Befund gesessen und gemeint, dass ich dafür noch viel zu jung sei. Ich habe ihn gefragt, woher das kommen kann und bekam zur Antwort, dass vielleicht eine erbliche Disposition vorliegen könnte, ein gestörter Mineralhaushaus eine Rolle spielen könnte, Stress, Ernährung und Fehlhaltungen.

Ich bin 39, 1,74m groß und wiege 64 kg. Ich habe immer Sport gemacht (2 bis 3 mal pro Woche) und habe auch Wert auf gute Ernährung gelegt. Ich sitze beruflich viel vorm Computer, habe auch mal Stress, vielleicht kann das zu Bandscheibenvorfällen führen, aber zu einer reumatisch-degenerativen Erkrankung??
Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, habe ich im Internet nach Antworten gesucht und irgendwie wollte ich mich in dem Zusammenhang auch mal mit der Mirena beschäftigen. Was ich dann hier und auf anderen Internetseiten lesen konnte, hat für mich plötzlich eine Erklärung geliefert.

Der Beitrag von annkiste in Verbindung mit der Aussage meines Arztes, ein gestörter Mineralhaushalt könnte mit ursächlich für meine Erkrankung sein, führte dazu, dass eine Analyse des Mineralhaushaltes im intrazellulären Bereich gemacht wurde. Unter anderem war der Kalium und vit B6 Wert total untersetzt, was die Aussage von annkiste wohl bestätigen dürften.

Ich habe die Mirena vor vier Wochen entfernen lassen. Meine FA kann sich nicht vorstellen, dass die Hormonspirale eine Rolle bei der Entwicklung der Erkrankung gespielt hat. Zwei andere Ärzte (ein Chiropraktiker und eine Chirurgin) bei denen ich in Behandlung bin, sehen das ganz anders.
Sicherlich ist die Hormonspirale nicht allein ursächlich für die Entstehung einer Degenertion der Wirbelsäule. Aber ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass sie einen entscheidenen Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf hatte.
Ich kann den jetzigen Stand der Dinge nicht mehr rückgängig machen, denke aber, dass ich mit Entfernen der Mirena das größte Übel beseitig habe.

Mittlerweile weiß ich auch, dass meine Hausärztin mich wegen der ständigen "Wehwehchen", die ich in den letzten fünf Jahren hatte, nur noch vor dem Hintergurnd psychosomatischer Ursachen bewertet hat. Auch sie kann sich mittlerweile das ein oder andere gut erklären.

Es ist unglaublich, wie sich die Beschwerden bei den Frauen mit Mirena, wie man hier lesen kann, ständig wiederholen. Unglaublich ist auch, wie sich Frauenärzte von wirtschaftlichen Interessen und unter dem Einfluss einer starken Pharmalobby dazu hinreissen lassen, eben nicht mehr im Sinne der Patientinnen zu entscheiden.

Ich hoffe, dass Frauen, vor Einsetzen der Hormonspirale dieses Forum finden und sich eingehend zu den Langzeitfolgen der Mirena belesen.

Jessy
39 Jahre, zwei Kinder (6 und 8 Jahre), Mirena von 08/2005 bis 04/2011

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