Mit MS-Verdacht ins Krankenhaus dank der Hormonspirale

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exilhanseatin
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Mit MS-Verdacht ins Krankenhaus dank der Hormonspirale

Beitragvon exilhanseatin » 06.10.2011, 11:40

Ich halte die Hormonspirale für ursächlich für viele Beschwerden, an denen ich in diesem Jahr gelitten habe und immer noch leide.

Ich bin 37 Jahre alt und habe mir Anfang des Jahres, etwa sechs Monate nach der Geburt meines dritten Kindes, die Hormonspirale einsetzen lassen. Meine Frauenärztin pries diese mit Formulierungen an wie "die ist ja super" und "man muss sich ja nicht unnötig mit Hormonen belasten". Der "Beipackzettel" wurde mir im nachhinein ausgehändigt. Zuvor wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass die Spirale bei Migräne mit Aura nicht empfehlenswert ist. (Ich hatte bereits einige Male eine Aura, allerdings ohne Kopfschmerzen. Ich habe zudem die Autoimmunerkrankung Hashimoto, muss allerdings keine Schilddrüsenmedikamente einnehmen. Ansonsten nehme ich keine Medikamente ein und bin im Großen und Ganzen immer gesund gewesen).

Folgende Nebenwirkungen traten nach einigen Wochen auf

Gewichtszunahme (circa fünf Kilo)
Zyste
Zwischenblutungen, dann keine Regelblutung mehr
Ausfluss
verringerter Geschlechtstrieb

im Frühling hatte ich dann starke Sehstörungen:
hohe Lichtempfindlichkeit
bekannte Aura-Migräne nach langer Zeit wieder aufgetreten und stark verschlimmert
Flimmer-Skotome
über Wochen andauernd:
zeitweilige Doppelbilder
blinder Fleck
Gesichtsfeldeinschränkung

nach einigen Wochen gipfelte dies Ende Mai in einer Aura ohne Migräne mit Flimmerskotom und
mit Sprachstörungen und kurzzeitigem Verlust des räumlichen Sehens

Bis auf die Lichtempfindlichkeit verbesserten sich die Sehstörungen danach. Ich suchte eine Neurologin auf, die die Sehstörungen aufgrund meiner Vorgeschichte als Aura einordnete.

Danach traten seit Anfang Juli andere neurologische Störungen auf:
- über Wochen andauerndes Kribbeln und Taubheitsgefühle linksseitig
- zeitweilig lief ich andauernd irgendwo gegen


Der Hausarzt schickte mich zur Neurologin und diese zum Abklären und Ausschluss einer MS ins Krankenhaus. Ein Zusammenhang mit der Hormonspirale wurde von allen Seiten abgestritten.

Da ich durch Zufall auf das Forum Hormon-Spirale stieß und daher wusste, dass andere Frauen ähnliche Beschwerden (bzgl des Kribbelns) haben, habe ich diese vorsichtshalber im Juli (nach etwa sechs Monaten Tragezeit) entfernen lassen.

Nach dem Ziehen verstärkten sich meine Beschwerden zunächst:

Ich litt am stärksten in den ersten Tagen, danach abnehmend noch ca. zwei bis drei Wochen unter
Hitzewallungen
Herzstolpern
Schlafstörungen
Angstzuständen
Konzentrationsproblemen


Allein die starke Reaktion auf das Entfernen der Spirale lässt mich doch sehr daran zweifeln, dass die Wirkstoffe der Spirale nur in der Gebärmutter bleiben und den Körper angeblich viel weniger als die Pille beeinträchtigen. Ich habe in meinem Leben bereits mehrmals die Pille abgesetzt und nie irgendwelche Reaktionen meines Körpers darauf bemerkt, dass diese Hormone nicht mehr zugeführt wurden.

Mein Hausarzt, verschiedene Neurologen und die Augenärztin konnten bis heute keine Ursache für die Beschwerden finden

Blutbild,
MRT,
Untersuchungen der Nervenleitgeschwindigkeiten und
Nervenwasseruntersuchung
ergaben keinen Befund.

Die schlimmsten Symptome nach dem Ziehen der Spirale klangen ohne eine Behandlung (abgesehen davon, dass ich begonnen hatte, als Nahrungsergänzungsmittel Magnesium einzunehmen) wieder ab.

Es bestehen weiterhin:
Empfindungsstörungen (Kribbeln links) und hohe Lichtempfindlichkeit

Mein Hausarzt ordnete die Beschwerden nun als von der Halswirbelsäule kommend ein und ordnete Fango und Massagen an. Dies Rezept habe ich auch benutzt, allerdings ohne dass eine Besserung eingetreten wäre.

Auf eigene Faust versuche ich nunmehr, herauszufinden, ob ich einen Mangel an Magnesium oder B-Vitaminen habe.

Da ich durch das Forum "www.hormonspirale-forum.de" weiß, dass auch andere Frauen an Kribbeln und Taubheitsgefühlen leiden, bin ich ziemlich sicher, dass die Ursache in dem Tragen der Spirale zu finden ist.


Soweit der Text, den ich an die

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Postfach 120864
10598 Berlin

und das

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Kurt Georg-Kiesinger-Allee 3
53175 Bonn

geschickt habe.


Und nun nur für Euch
Liebe Mit-Geschädigte...
und alle, die überlegen, ob sie sich dieses teure Ding kaufen wollen...
wenn es dieses Forum nicht gäbe... ich mag es mir nicht so recht ausmalen, wie es mir dann gehen würde!!! Ich glaube nicht, dass ich von allein drauf gekommen wäre, dass es die Spirale sein kann! Dann hätte das Ding weiter die Hormone ausgeschüttet, die ich anscheinend so schlecht vertrage....
Im Krankenhaus habe ich eine Frau kennengelernt, die vermutlich durch Hormone (wegen einer Kinderwunschbehandlung) epileptische Anfälle bekommen hat! Hätte mir vielleicht auch passieren können?
Ich rate allen, dieses Risiko lieber nicht einzugehen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Drückt mir die Daumen... und ich wünsche allen gute Besserung, die ähnliches durchgemacht haben und noch durchmachen!
42 Jahre, 3 Kinder, Mirena von Oktober 2010 bis Juli 2011

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