Das Ende aller Leiden?

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

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Anja
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Das Ende aller Leiden?

Beitragvon Anja » 31.10.2004, 20:38

Hallo Ihr,
mein Name ist Anja, 36 Jahre alt, verh., 2 Mädels (10 und 12 Jahre). Ich wollte mich eigentlich vor 4 Jahren sterilisieren lassen ( nach 2x 3 Jahren Kupferspirale (sehr zufrieden). Mein Frauenarzt hat mir zwecks Nebenwirkungen davon abgeraten und mich für die Mirena begeistert. War für mich auch kein Problem, da ich ja schon positive Erfahrungen mit
Spiralen hatte. Die ersten zwei Jahre liefen für mich auch ohne Nebenwirkungen ab. Glaubte ich! Denn Übelkeit und nächtliches Erbrechen bis nur noch Galle kam brachte ich nie mit der Mirena in Verbindung. Ständige Magenuntersuchungen (Schlauch schlucken) brachten kein Ergebnis. Fazit der Ärzte "Nervöser Magen". War für mich ok. war ich doch froh nicht ernsthaft krank zu sein. Dann ließ meine Kondition immer mehr ab, konnte keine Treppe mehr steigen ohne starkes Herzklopfen. Nach zwei Jahren dann nächtliches Herzrasen, puls auf 180 und tierische Übelkeit, mein Mann rief den Notarzt. Habe dann die Nacht auf der Intensivstation verbracht wo man mir Betablocker gab. Wurde am nächsten Tag mit der Auflage entlassen mich mal gründlich durchchecken zu lassen. Es folgte ein Ärztemarathon. Ergebnis: Kerngesund. Mit dem Wissen ging es mir dann auch etwas besser. Aber die Panikattacken kamen in unregelmäßigen Abständen wieder. Dann 4 Monate nachdem mein Vater verstarb kam es zum Totalzusammenbruch (die Mirena hatte ich nun schon 3 1/2 Jahre). Ich konnte nicht mal mehr meine Kinder versorgen, lag nur noch völlig verängstigt und depressiv auf dem Sofa. Ich konnte kaum noch schlafen und hatte vor allem Angst, warum?. Dann kam ich für 6 Wochen in eine psychosomatische Klinik und lernte mit meiner Erkrankung zu leben. Aber ich merkte die Ursache war noch nicht behoben. Meine Therapeutin die mich bis heute betreut konnte meinen Zusammenbruch auch nicht verstehen. Das man traurig ist wenn der Vater stirbt und auch mal eine depressive Phase hat ist völlig normal, aber dieser Zusammenbruch sagte sie passte einfach nicht zu meiner Lebenseinstellung. Wir hatten auch meine ganze Vergangenheit aufgearbeitet aber ihr fehlte einfach die endgültige Erklärung. Habe dann bei meiner Heilpraktikerin eine sehr gründliche Blutuntersuchung machen lassen wobei man eine Aluminiumvergiftung festgestellt hat. Es wußte aber leider keiner woher ich diese hatte. Also habe ich selbst Nachforschungen im Internet angestellt. Und siehe da, ich fand heraus das es bei Frauen die keine oder nur sehr wenig ihre Mens haben zu solchen Vergiftungen kommen kann. So habe ich dann eurer Forum gefunden und "liebe" euch seitdem. Habe mir gleich am nächsten Tag einen Termin beim FA geholt. Vorher hatte ich noch einen Termin bei meiner Therapeutin. Ich habe ihr von meinen neuen Erkenntnisses berichtet und endlich hatte auch sie die Erleuchtung. Hatte sie nicht noch eine Frau mit der gleichen Spirale und fast gleichen Nw in Behandlung (inzwischen sind es schon 4 Frauen). Sie sagte mir das Hormone ganz erheblich in den weiblichen Zyklus eingreifen und solche Erkrankungen verursachen können. Sie sagte raus damit und sie werden sich über kurz oder lang besser fühlen. Also gesagt getan am nächsten Tag war sie raus.
Habe natürlich auch meinen FA über das Forum informiert, er sagte nur "er könne es sich nicht vorstellen das die Nw mit der Mirena in Verbindung stehen, könne aber meine Verunsicherung verstehen. Als ich ihm dann sagte, dass ich mich in nächster Zeit sterilisieren lassen möchte fand er das völlig ok. Plötzlich hatte er gar keine Bedenken mehr wegen möglicher Nebenwirkungen. Komisch oder? Über meine Erfahrungen nach der Mirena werde ich euch noch ausführlich berichten. Über die ersten 14 Tage kann ich sagen: Hatte gleich nach dem ziehen eine Blutung die 9 Tage anhielt. Mein Psyche und mein Körper spielten total verrückt, vom himmelhochjauchzend zu todebetrübt, starkes Herzklopfen und Schwindel ohne Ende.
Hier aber noch einmal meine Nebenwirkungen mit Mirena, die sehr schleichend kamen, teilweise nach 2 Jahren:
Mangelnde Kondition
schlechte Nerven
innere Unruhe
Engegefühl in der Brust
komisches Bauchgefühl
Alkoholunverträglichkeit
Leistungsabfall
nächtliche Übelkeit und Erbrechen
Herzrasen
bleiernde Müdigkeit
ständige Pilzerkrankungen
Sehstörungen
Schwindel
Depressionen
Panikattacken und
Angst, Angst, Angst....
Es tut mir leid, dass ich so einen Roman geschrieben habe aber ich wollte euch so ausführlich wie möglich über meinen Leidensweg informieren und
hoffe auch anderen damit helfen zu können.
Liebe Grüße und bis bald
Anja

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bibbi
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Re: Das Ende aller Leiden?

Beitragvon bibbi » 31.10.2004, 22:05

Liebe Anja,

deine "Geschichte" ist auch sehr bewegend und ich freue mich wirklich für dich, dass es dir schon irgendwie besser bzw. anders geht.

Einige deiner Nebenwirkungen kann ich blind unterschreiben. Was meinst du mit "komisches Bauchgefühl"?

Das mit dem Zusammenhang Aluminiumvergiftung und "keine Mens" wußte ich noch nicht, obwohl ich auch viel dazu gelesen habe. Man lernt ja nie aus.

Ich habe mir ja am Donnerstag die Mirena ziehen lassen (völliges Unverständnis der Ärztin) und befinde mich momentan wohl eher in einem Stimmungstief :x . Aber da müssen wir wohl alle durch ...

Der Weg ist das Ziel, oder wie heißt es so schön.

Alles Gute weiterhin für dich!!

Bibbi

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Beitragvon Cookie » 31.10.2004, 23:08

hallo anja!

vielen dank für deinen wirklich bewegenden bericht!

ich fasse es einfach immer noch nicht, wie sehr sich die leidenswege hier ähneln und am traurigsten bin ich wirklich immer über die wie bei dir, daß da therapien gemacht werden, betablocker geschluckt und vieles mehr und letztendlich ist dieses verdammte sch*** ding an allem schuld.

warum wird uns frauen eigentlich so wenig geglaubt?

immer wieder stosse ich auf die formulierungen " diagnose: psychosomatische ursachen, aber ICH wusste, es liegt an was anderem" :(

das kann man ja schon nicht mehr nebenwirkungen nennen, wenn die mirena das leben der frauen, die sie nicht vertragen regelrecht ruiniert.

jeder der mit diesen panikattacken fertig werden mußte, weiß wie belastend das ist.

warum reagiert die firma nicht?

das macht mich fassungslos. :x

liebe anja,
ich wünsche dir für die nächste zeit alles, alles gute:
es wird besser, ganz bestimmt.

das wurde mir hier auch schon so oft gesagt, manchmal war ich so fertig daß ich es schwer glauben konnte, aber es hat mich immer wieder aufgebaut und letztlich auch bewahrheitet.

aus eugener erfahrung kann ich bestätigen, daß neuerliche tiefs NACHDEM das ding draußen ist, schwerer zu ertragen sind, weil man ja nun aktiv nichts mehr tun kann ( gezogen ist sie ja).
aber der körper einer frau ist zum glück zäh und irgendwann wird es uns allen wieder bombig gehen! :wink:

liebe grüße
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dieSonja
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Beitragvon dieSonja » 01.11.2004, 10:35

Liebe Anja,

Dein Bericht könnte auch von mir sein, nur das ich vor lauter Angst nicht zu Ärzten oder ins Krankenhaus bin. Nur einmal zum Neurologen (gab mir Antidepressiva) und eine Gesrächstherapie habe ich auch gemacht.
Aber sonst wirklich das gleiche, erst eine schleichende Verschlechterung dann nach 3 Jahren der Nerverzusammenbruch...

Es tut (leider) gut das von Dir zu lesen. Es bestätigt, das nicht der eigene Körper spinnt, sondern es von dem "Ding" kommt.
Das heist doch das es auch wieder vorbei geht und alles so wird wie früher.
Meine Mirena ist jetzt 2 Wochen draussen. Es ging mir sofort besser, obwohl ich auch Herzrasen, Schwindel und Panik habe.

Alles Gute,

Sonja

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