Nie wieder Mirena !!!

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

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Helena1
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Nie wieder Mirena !!!

Beitragvon Helena1 » 22.07.2014, 21:56

Hallo allerseits,

zuerst ein kleiner Steckbrief meiner Person, ich bin 46 Jahre alt, habe eine 23jährige Tochter, arbeite in einem Weltkonzern im Kundendienst sowie als freiberufliche Reisejournalistin und Bloggerin. Seit 21 Jahren Alleinerziehend, eine Steh-Auf-Frau, sehr positiv und optimistisch eingestellt, die Wirren des Lebens haben mich nicht negativ verändert und ich werde meistens 10 Jahre jünger geschätzt. Ich schreibe das deshalb, weil ich wegen der Mirena die letzten 2 Jahre durch die Hölle gegangen bin und das Erlebte sowie die Gefühle, dich sich plötzlich einschlichen, überhaupt nicht zu meiner Persönlichkeit passen.

Ich war und bin gegenüber Hormonen eher abweisend eingestellt. Mein Frauenarzt versuchte mir jahrelang einzureden, die Menstruation diene nur dem einen Grund, dem Kinder kriegen. Vor zwei Jahren stellte ich eine leichte Unregelmässigkeit mit meiner Menstruation fest. Durch den jahrelangen Frauenarzt genervt, konsultierte ich einen neuen. Dieser begann irgendwann die Diskussion über die Mirena sowie die Vorzüge dieser Spirale. Für mich bestens geeignet, die Blutungen würden verebben, Eisenmangel wäre kein Thema mehr, die Myome würden dadurch am Wachsen gehindert, für die so genannten Vorwechseljahre also bestens geeignet. In der Schweiz kostet die Spirale CHF 500.00. Nebenwirkungen? Pah, keine, und wenn, dann minim, das Hormon sei ja nur lokal. Auf das Argument "aber die Gebärmutter wird ja von meinem Blutkreislauf durchblutet und ist keine Single-Station, also hätten die Hormone doch Einfluss auf meinen Körper", erhielt ich die Antwort, ne ne ne, ist ja nur gering, tut gut, aber schadet nicht. Ich liess mich breitschlagen und liess mir im Februar 2012 diese Spirale einsetzen. Das Beiblatt mit den Nebenwirkungen erhielt ich nicht, jedoch den Prospekt über Mirena.....mit all dem positiven Zeugs darin. Jahrelang hatte ich die Kupferspirale, spürte sie nicht und fühlte mich wohl. Nach dem Einsetzen der Mirena hätte ich sie am liebsten wieder entfernen lassen, sie fühlte sich so fremd und falsch an. Doch ich dachte mir, okay, komm, versuch es mal damit; dieser Arztbesuch mit Mirena, Eiseninfusion und Konsultation kostet dich CHF 1'450.00, ungefähr 1'200 EUR.

Und der Leidensweg begann. Ich hatte etwa 10 Monate lang meine Menstruation, fast nonstop. Sie hörte vielleicht für ein paar Tage auf, dann begann sie wieder. Meine Brüste schmerzten und spannten, wuchsen, jede Berührung, sogar durch eine Umarmung war die Hölle auf Erden und der Schmerz immens. Also konsultierte ich einen anderen Gynäkologen, denn die Kilos sammelten sich an, das Wasser in den Händen und im Körper vermehrte sich und ich fühlte mich wie ein Klopps. Doch der Gynäkologe schob alles auf mein "Alter", beginnende Wechseljahre, obwohl alle Hormonwerte in Ordnung waren, ich sei zwar weit entfernt von Wechseljahren aber eben..ich müsse mich damit abfinden, älter zu werden. Ich gehörte anscheinend zu den mickrigen 5 % Frauen, bei denen die Gewöhnung an die Mirena länger dauert und vielleicht sei auch meine geistige Haltung für die negativen Wirkungen verantwortlich, da ich ja grundsätzlich eine negative Haltung gegenüber Hormonen vertreten würde. Okay dachte ich, änderst du deine geistige Haltung, freundest dich mit dieser Scheiss-Spirale an und wir sehen weiter. Bedingt durch meine Tätigkeit als Journalistin reiste ich im letzten Jahr vor allem sehr viel und verdrängte die wachsenden Unannehmlichkeiten, die sich so langsam einschlichen. Stimmungsschwankungen, das Gewicht, das entgegen allen Anstrengungen zur Reduzierung gleich blieb, Gliederschmerzen, die ich mir nicht erklären konnte, extremsteWeinerlichkeit, die zu einer regelrechten Belastung wurde, da ich wegen jeder Kleinigkeit, Filme, Berichte, etc., hätte weinen können und Tränen kaum unterdrücken konnte.

Im Januar dieses Jahres erklärte mir mein Frauenarzt, ich hätte eine Zyste. Schön. Ich dachte mir nichts dabei, kann es geben, kommt vor. Die Gelbkörper-Hormontabletten, die er mir verschrieben hatte, wollte ich nach eine Pressereise auf die Malediven Anfangs Februar einnehmen, vergass sie jedoch wieder. Seit Februar schreibe ich mein Buch, arbeite und bin nicht so oft unterwegs. Ich hatte also Zeit, meinen Körper und mein Wohlbefinden bewusster wahrzunehmen als sonst. Und merkte, dass etwas nicht stimmt, Veränderungen, die ich nicht einordnen konnte, langsam die Regie übernahmen. Als ich vor zwei Wochen auf meinem Balkon rauchte, stellte ich mir die Frage "Mensch Helena, was hat dein Leben eigentlich noch für einen Sinn? Was soll das alles? Für was machst du das alles? Es ist alles so sinnlos......."..... im gleichen Moment durchzuckte mich der Gedanke, was ich für einen Mist denke! Ich habe ein tolles Leben, eine wundervolle Tochter, tolle Freunde, bin "eigentlich" ausgefüllt...wo lag das Problem? In meiner Gebärmutter.

Letzte Woche fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen. Seit März trainiere ich 3 Mal die Woche in einem Fitnesszenter, achte auf meine Ernährung, esse sowieso keine Süssigkeiten....und verliere kein Gramm an Gewicht, bin eine Heulsusi, zog mich immer mehr von meinen Freunden zurück, verstimmt und traurig. Also bin ich ins Internet und recherchierte nach Mirena und ihren Wirkungen. Dabei stiess ich auch auf dieses Forum und konnte über praktisch alle Nebenwirkungen, die von den Damen hier aufgelistet wurden sowie die Nebenwirkungen, die ich auf dem Beipackzettel aus dem Internet entnehmen konnte, einen Haken setzen:

- Gewichtszunahme
- riesige Brüste, irre Schmerzen, Spannungen, sehr unangenehm
- Blutungen
- Gelenk- und Gliederschmerzen, sodass ich mich an manchen Tagen wie eine 120jährige fühlte
- Haare wurden dünner
- vermehrter Damenbart zum Durchdrehen!
- Weinerlichkeit
- Zyste
- Traurigkeit, schleichende nicht unbedingt Depressionen, aber je länger je mehr verstimmter und trauriger
- langsames Zurückziehen von meinen Freundinnen, kapselte mich ab und wollte nur noch zu Hause hocken
- ständige Gedanken über den Sinn des Lebens, eine immer stärker werdende Angst vor dem Älter werden
- Ängste, keine Panik-Attacken (die kenne ich, jedoch nicht in diesem Zusammenhang), aber plötzlich auftretende Ängste und komisches "Rumoren" im Kopf, das mich fast wahnsinnig machte.
- Libido-Verlust, kein Verlangen nach Sex
- unerklärlicher Schwindel

Von all diesen Symptomen wurde mir von allen Frauenärzten eingeredet, es hätte nichts mit der Mirena zu tun, das hänge mit mir, dem Stress ( ach ja? ) und dem Alter ( ach ja ich vergass....keine 20 mehr, also ab in den Sarg) zu tun.

An diesem besagten Abend habe ich mehrere Stunden im Internet das recherchiert, das ich eigentlich immer schon wusste - die Mirena mag gut sein für andere, aber sicher nicht für mich. 22 Uhr, keine Arztpraxis offen, die Notfallstation kein Thema, doch der Gedanke an einen weiteren Tag mit dieser Spirale und ihren Hormonen in meinem Körper, war schrecklich und ich wollte sie nur noch los werden. Ich hatte das Ultraschall-Bild im Kopf, wusste, wie sie lag, wo der Faden sich befand, dachte nur noch "ist wie ein Tampon", versuch es einfach...es muss funktionieren. 1 Minute später war meine Spirale entfernt, ich habe sie mir in der Verzweiflung selber herausgezogen. Keine Schmerzen, kurzfristige, leichte Blutungen, sonst nichts.

Und wisst ihr was? Es fühlt sich grandios an! Der Moment, dieses Ding ins Klo zu werfen und weg zu spülen war toll und ich bin unsagbar froh, ist sie weg, verschwunden aus meinem Körper.

Der komische Schwindel ist weg, die Gelenkschmerzen verebben und ich freue mich jeden Tag aufs neue, das sich mein Körper wieder normalisiert. Jetzt im Moment habe ich meine Tage und es ist sehr schmerzhaft, stark und ich habe höllische Rückenschmerzen. Doch ich denke, das ist normal und wird sich normalisieren.

Was ich verantwortungslos finde, ist die Grundhaltung meiner Schweizer Ärzte, die mich nicht ernst genommen haben und die Mirena in den Himmel loben. Wie gesagt, mag sein dass es Frauen gibt, die sie gut vertragen. Aber es gibt auch die andere Seite.....wie mich und viele andere.. Wir sind weder schizophrene Hypochonder noch gestört....wir fühlen, was sich in unserem Körper abspielt, aber kein Gynäkologe will das wahrhaben. Wie gesagt....ich habe eine saftige Rechnung dafür bezahlt.

Ich persönlich würde mir nie wieder so ein Scheissding einsetzen lassen.

lieben Gruss
Helena

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