Bestätigung vom Chefarzt der Gyn

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Andrea39
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Bestätigung vom Chefarzt der Gyn

Beitragvon Andrea39 » 16.11.2004, 15:55

Hallo an alle Geschädigten da draußen!
Ich möchte euch allen von ganzem herzen danken für dieses Forum und vor allem Katja, die uns dies möglich gemacht hat.

Auch ich bin eine, die mit vielen Nebenwirkungen kämpfen musste und noch immer kämpft.
Ich habe mir am 27.09.1999 die Mirena einsetzen lassen und wurde, wie viele von euch, nicht komplett über alle Wirkungen aufgeklärt.
Die gute (keine Periode mehr) wurde in den Himmel gelobt - die schlechten vergessen.
Ich hatte während der ersten vier Jahre keine Probleme; meine zwei Zysten die ich hatte würden nie von der Mirena kommen - sagte mein damaliger FA. Zum Glück sind beide wieder eingetrocknet und mussten nicht operativ entfernt werden. Stress hatte ich in dieser Zeit genug - als allein erziehende Mutter einer 9-jährigen Tochter, Haus, Garten, Arbeit - wer hat da keinen Stress? Aber ich kam eigentlich ganz gut damit klar.
Meinte ich! Am 17.07.04 diesen Jahres bekam ich schlagartig, Herzrasen, Panikattaken, nahezu einen Kreislaufkollaps. Lt. Internist zu welchem ich ging und Untersuchung von Herz (EKG & Langzeit-EKG), Blutwerten und Hals/Beinvenen (da ich Raucherin bin) alles in Ordnung. Auf meine Anfrage beim Internisten "kann es mit der Spirale zusammenhängen?" bat er mich dies mit dem FA zu klären. Beim FA bin ich dann voll aufgelaufen -> es hat in keinem Fall mit der Mirena zu tun! Ich hätte eine endogene Depression und müsse sofort zum Psychiater! Das war seine Aussage! Er meinte ich hätte sehr viel mitgemacht in den letzten Jahren und das würde mein Körper nun rauslassen! Gut, es ist einiges passiert; mein Mann ist während meiner Schwangerschaft (10.Woche) mit 31 Jahren an einem Sekundenherztod gestorben (1994), meine Mutter an einem Herzinfarkt (2000) und meine Großeltern (2002) innerhalb von 3 Wochen alle beide. Stimmt also es ist einiges passiert - nur ich bin nicht der Typ Mensch der den Kopf in den Sand steckt und aufgibt. Ich musste für meine Tochter da sein, die mich braucht, wie alle anderen Kinder ihre Mutter brauchen. Auch habe ich wieder einen Partner gefunden, mit dem ich schon vielen Jahre glücklich bin.
Ich habe also an dem was mein FA mir einreden wollte ganz schon gezweifelt.
Dann hat mir meine Schwägerin durch Zufall das Forum empfohlen und ich habs mir angesehen und dann stand fest - das "Ding" muss raus.
Ich bin aber nicht wieder zu dem FA der mich in die Klapse schicken wollte (mehr oder weniger), ich war in der Klinik in der ich entbunden habe.

Und stellt euch vor - der Chefarzt der Gyn sagte mir dass es sicher sein kann, dass zusätzliche Hormone einem Körper das antun können und das er mir die Mirena auch gleich zieht wenn ich das will. Und wie ich wollte!
(Er hat sich auch die Internet-Adresse vom Forum notiert und wollte sich das ganze auch selbst mal ansehen.)

Das doofe Ding war also am 29.07.04 draußen! Gott sei Dank!

Die ersten Wochen danach ging es mir wieder relativ gut. Ich hab noch verschiedene Test gemacht (Eisenwert okay, Blutwerte i.O., EKG normal), aber es kommen immernoch diese schubweisen Schwindelanfälle, dass ich mich gleich hinlegen muss - und wenn's nur ein paar Minuten sind - dann gehts wieder etwas besser.
Müdigkeit und Erschöpfungszustände sind aber immer noch präsent. Deshalb geh ich auch jetzt am 03.12.04 zum Heilpraktiker und laß mich, neben der normalen Schulmedizin, nochmals "durchchecken".

Ebenfalls hab ich mir Termine bei einem Psychosomatiker geben lassen, da sich herausgestellt hat, dass ich nicht richtig entspannen kann. Deshalb möchte er mit mir die progressive Muskelentspannung ausprobieren.

Kennt das jemand von euch????

Ich hoffe, daß sich das alles nun zum positiven wendet und ich mich auf den nächsten Urlaub freuen kann. Denn im Moment geh ich ins Büro, heim, Hausaufgaben mit meinem Zwerg machen, und für den Rest hab ich nicht mehr allzuviel Elan übrig.
Das Thema Verhütung haben wir auch abgeschlossen. Mein Freund hat sich vor zwei Wochen sterilisieren lassen und will auf keinen Fall dass ich mir nochmals was mit Hormonen antun muss.

Ich wünsche euch allen viel viel Geduld & allseits gute Besserung!

Laßt den Kopf nicht hängen, es wird schon wieder!

Andrea :arrow:

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dieSonja
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Beitragvon dieSonja » 16.11.2004, 16:57

Liebe Andrea!

"Mußte das wirklich sein?" schreibst Du.
Ich habe eine ähnlich Geschichte wie Du. Ich hatte die Mirena seit 11.99 (zur nach der Entbindung) und die ersten 2,5 Jahre lief alles Bestens. Dann war mein Mann lebensbedrohlich krank, dann mein Stiefvater (mein richtiger Vater starb bei einem Unfall) und die Oma hatte im gemeinsamen Urlaub einen Herzanfall. Ende 2002 hatte ich dann den totalen Zusammenbruch: Depressionen, Ängst, Panik.
Als ich dann zum Arzt bin, war "natürlich" völlig klar: bei diesen Schicksalsschlägen muß man ja "durchdrehen".
Dazu kamen Rückenschmerzen, difuse Bauchschmerzen, und einiges mehr.
Ich hatte sogar in der FA Praxis eine Panikattake. Ironie, oder?
Ich habe in den letzten 2 Jahren Antideprssiva genommen, bin zum Neurologen, Psychologen, Therapeuthen, Heilpraktikerin (die hat gleich gesagt das Ding soll raus), Ausdruckstanz, Autogenes Training. Habe Hunderte Euro in der Apotheke gelassen.
WOZU?
Ich habe in dieser schwierigen Zeit viel über mich, meine Familie, Freunde und über das Leben selbst gelernt. Ich will nicht mehr Jedermanns Liebling sein. Ich bringe nicht mehr zu jeder Party das halbe Buffett mit. Ich sage öfter nein. Mein Schwiegervater kann mich nicht mehr so leicht ärgern. Manches kann ich mehr genießen.
Das hat mir Mirena vielleicht gebracht.

Seit ich das Ding vor 5 wochen habe ziehen lassen. Geht es mir versammt gut. Die Nachwirkungen halten sich bei mir in Grenzen. Auf jeden Fall ist es ein rießen Unterschied.

Alles Gute für Dich,

Sonja

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Andrea39
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Beitragvon Andrea39 » 16.11.2004, 20:22

Hallo Sonja,
da es dir ähnlich wie mir gegangen ist, haben sie dich alle wahrscheinlich genauso herumgeschubst wie mich.
Ich habe bereits in den letzten Jahren gelernt wahre Freunde zu schätzen - und das ist gut so; und deshalb war mir klar ich bin nicht der Fall für den Psychiater (da hätte ich schon Jahre vorher hin gekonnt!). Nein ich hatte das Glück die Bericht im Forum genau zum richtigen Zeitpunkt gelesen zu haben und hab dann auch nicht lange gezögert die Spirale ziehen zu lassen.
Mit den Nachwirkungen muss ich jetzt leben - da muss ich durch. Aber ich weiss auch dass ich das schaffen werde. Wir sind auf dem richtigen Weg, das ist das wichtigste und das Seelenleben wird sich auch wieder einpendeln, wenn man Freunde hat auf die man sich verlassen kann. (Lieber ein paar weniger aber dafür echte!)

Ich wünsch auch dir auf diesem Weg Alles Gute, Andrea

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