Eine verzweifelte Ärzte Odysee - Meine armen Kinder!!!

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soya241
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Eine verzweifelte Ärzte Odysee - Meine armen Kinder!!!

Beitragvon soya241 » 15.07.2015, 20:54

Hallo, ich Mutter (38J) von 2 Kindern (6J und 2J), Mirena von Juni 2013 bis Juli 2015 möchte auch meine Geschichte erzählen.
Als ich mir vor 2 Jahren die Mirena hab einsetzen lassen, habe ich mich weder vorher informiert noch wurde ich auf Nebenwirkungen ausführlich beraten. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr ob ich einen Beipackzettel bekommen habe oder nicht. Seitdem habe ich sowieso immer sehr viel vergessen. Und zugegeben, ich hätte sie mir trotzdem einsetzen lassen, denn wer nimmt schon die vielen Nebenwirkungen auf dem Papier ernst. Außerdem hat mir die Mirena eine sehr gute Freundin empfohlen und ich wäre auch nicht im Traum darauf gekommen, dass es mir in den folgenden 2 Jahren mal so schlecht ergehen würde.
Am Anfang schob ich alles auf den Stress und Schlafmangel mit Baby. Das musste sich schließlich alles erst einpendeln. Alle Symptome schleichten sich langsam aber stetig ein. Ich wurde zunehmend nervöser, hektischer, anfällig für Stresssituationen. Dazu kamen Schlafstörungen, eine ständige starke innere Unruhe! Oft fühlte ich mich wie ein Duracell Hase, wie unter Strom. Ich kam einfach nicht runter. Ich konnte nicht gelassen sein. Ich bekam Stimmungsschwankungen, plötzliche Wutanfälle bei Kleinigkeiten, dazu kamen Ängste und Panikattacken. Ich habe meine Lebensumstände so gut es geht verändert und viele Dinge unternommen, um es in den Griff zu kriegen und den "vermeintlichen Stress" abzubauen. Ich habe angefangen mit Lavendeltee trinken, Lavendelöl, Bäder, Massagen, Baldriantabletten vorm Schlafengehen. Ich habe mir Harmonieklänge gekauft. Ich bin regelmäßig zum Sport gegangen, habe mich viel ausgeruht, Aktivitäten und Unternehmungen stark reduziert, Besuch ausgeladen, früh ins Bett, Vitamine aus der Apotheke, dann Lasea Kapseln (gegen innere Unruhe). Nichts half. Der Leidensdruck wurde größer. Ich habe mich zunehmend mit meinem Partner gestritten, meine Kinder angeschrien, bekam Konzentrationsstörungen. Ich habe darüber nachgedacht, ob ich vielleicht BurnOUt habe. Aber das konnte nicht sein....dazu hatte ich ein viel zu ruhiges, angenehmes und schönes Leben. Ich hätte glücklich sein müssen. Ich habe alles was ich mir wünsche und bin ein aktiver, lebensfroher starker Mensch! Stattdessen fing ich an Panik zu kriegen, wenn mein Freund vorschlug mal in den Tierpark zu gehen. Ich habe losgeheult und der Gedanke versetzte mich in Panik. In der vollen U-Bahn fing ich plötzlich an zu heulen. Hab ich nicht verkraftet. Auf Besuch fahren oder Besuch bekommen verlangte mir alle Stärke ab. Wollte lieber keinen Besuch mehr. Ich krieg Panik vorm Kofferpacken, weil wir ein paar Tage verreisen wollten. Mir erschien alles zu viel! Ich fing an meine eigenen Kinder nicht mehr zu ertragen! Ich konnte ihre Geräusche nicht ertragen! Ich wurde hypersensibel. Ich verbot ihnen den Mund. Ich konnte nicht mehr 2 Sachen gleichzeitig. Beispielsweise Radio hören und Kinder reden oder Auto fahren...Ich war froh, wenn ich nicht die Kinder um mich hatte. Bedenklich wurde es, als ich Gedanken bekam, meine Kinder nicht mehr haben zu wollen, weil ich sie nicht mehr ertragen konnte. Ich suchte mir umgehend Hilfe in Familienberatungsstellen, beim Kinder-und Jugendmedizinischen Dienst. Ich suchte nach Ansätzen....wie, wo kann ich mir Hilfe holen? Was ist überhaupt mein Problem? Ich weinte oft. Mein Freund meinte, dass ich vielleicht schon in die Wechseljahre komme, ich soll doch mal einen Termin zum Hormone testen bei der Frauenärztin machen. schluck. Er konnte mich selbst auch kaum noch ertragen! Ständige Selbstzweifel. Ich habe einen Gesprächstermin vereinbart: Meine Gyn sagte sofort, das hätte nichts mit gynäkologischen Hormonen zu tun, ich soll mal zum Internisten gehen wegen Schilddrüsenüberfunktion. Okay...hab ich gemacht. Die Symptome klangen ja danach. Zuerst Bluttest bei meiner Allgemeinärztin - alles okay. Sie wollte mir keine Überweisung schreiben zum Facharzt für Schilddrüse aber ich bestand darauf! Abklärung: alles okay. Ich bin gesund. Ob ich nicht mal Antidepressiva nehmen will?! Nein, danke. Dann bin ich in meiner Verzweiflung mal zu einer "Energieberaterin" gegangen mit dem Ziel mich "erden" zu lassen. Das hat die ersten Tage geholfen aber dann war alles wieder da: Die starke Nervosität, die innere Unruhe, die Depressionen, ich war so reizbar, aggressiv, genervt, fühlte mich immerzu gestresst obwohl gar kein Stress da war!! Am schlimmsten war, dass meine Unruhe sich auf das Verhalten meiner Kinder niederschlug. Das war mir zu dem Zeitpunkt aber gar nicht bewusst. Mein Großer bekam Tics, wurde auch verhaltensauffällig, unruhig. Ich rannte zu Kinderpsychologen, klärte ADHS ab - Fazit: ganz normaler Junge! Meine Beziehung mittlerweile nur noch anstrengend! Wir gingen uns soweit es ging aus dem Weg. Mein Freund sagte, dass er es Zuhause nicht mehr mit mir aushält, er ist lieber auf Arbeit! Ich hätte mich total verändert!
Ich wollte weiter kämpfen. Ich wusste, mit mir stimmt irgend etwas nicht! Inzwischen hatte sich durch die ständigen Anspannungen mein Kiefer total verkrampft. Ich bin zum Zahnarzt und habe mir eine Schiene für nachts machen lassen zur Entspannung...half aber auch nichts.
Ich habe einen Termin beim Endikronologen gemacht um meine Hormone testen zu lassen. Ich war ganze 2 Minuten im Zimmer und das einzige was die Ärztin sagte: "An der Mirena liegt es auf keinen Fall, die wirkt ja nur lokal." Soviel zu einer Hormon-Spezialistin! Sie sagte, ich solle mal zum Psychiater gehen! Das wollte ich dann letzte Woche auch tun. Ich lag das ganze Wochenende nur im Bett und habe geheult. Ich konnte meine Kinder nicht mehr betreuen! Ich dachte wirklich das erste mal, dass ich mich nun einweisen lassen sollte! Ich war am Ende mit meinem Latein und meinen Nerven und meiner Kraft....irgendwie habe ich dann Mirena Nebenwirkungen gegoogelt und meine Augen wurden immer größer. Und habe geweint vor lauter Wut! Und Freude! Und Erleichterung! Die Aufklärung! Die Erkenntnis! Die Berichte der anderen Frauen! Alles war glasklar. Ich bin sofort zu meiner Gyn. Am nächsten Tag hatte ich schon einen Termin in einer gyn.Tagesklinik zur OP, denn der Faden war weg...ziehen ging nicht und ohne Narkose wollte ich es nicht. Hat alles gut geklappt. Seit gestern bin ich die Mirena los!!! Nun kann es bergauf gehen. Oder erst nochmal richtig bergab (hab schon viel über die sogenannten "Entzugserscheinungen" gelesen). Ich muss nun noch ein paar Tage liegen bleiben, dann werde ich mir aus der Apotheke Vitamine, Mineralien, Nährstoffe zur Unterstützung der Regulierung meines Hormonhaushaltes holen.
Außerdem gibt es die 2 Links zum Melden bei Verdacht auf Nebenwirkungen für Bürger und Patienten unter www.BfArM.de und akdae.de
Die Facebookgruppe "Mirena! Hormone sind keine kleinen Freunde!" hilft mir gerade total durch mein Tief zu kommen. Das ist eine tolle Selbsthilfe unter Frauen. Ich danke euch so sehr Ihr Lieben!
Den Report auf www.br.de Hormonspirale Mirena "Harmlos oder leidvoll?" habe ich mir gleich 3 mal angehört...WAHNSINN!!!
Ich wünschte, ich hätte schon früher recherchiert! Dann hätte ich mir 2 Jahre Leiden sparen können. Meine Kinder bekommen jetzt eine ausgeglichene Mama, mein Freund auch und ich kann wieder fröhlich sein und lachen!
MIRENA zerstört FAMILIEN und BEZIEHUNGEN!!! ...durch die Wesensänderungen, die die Frauen durchmachen!
p.s. liebe ehemalige Freundin (du weißt, dass ich DICH meine, du hast auch die Mirena drin und seitdem viele psychische Probleme, Depressionen usw...unsere Freundschaft ist daran zerbrochen! Das waren nicht wir, das war Mirena! Mach was draus aus dieser Info!)

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