15 Jahre mit 4x Mirena, seit 1 Monat ohne...auch Finger-Ekzeme weg!

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katerine
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15 Jahre mit 4x Mirena, seit 1 Monat ohne...auch Finger-Ekzeme weg!

Beitragvon katerine » 15.09.2016, 13:21

Ich möchte von meinen Langzeiterfahrungen mit der Mirena und den Veränderungen danach berichten.

Im Frühjahr 2001, ein Jahr nach der Geburt meines Kindes, ich war damals 33 Jahre alt, habe ich mir meine erste Mirena einsetzen lassen. Ich habe mich für sie entschieden, weil sie als elegante, lokal wirkende, supersichere Verhütungsmethode angepriesen wurde. Die Pille wollte ich nicht nehmen, da ich damit keine guten Erfahrungen gemacht hatte und die Mirena sollte deutlichst weniger Hormone abgeben. Eine Kupferspirale kam wegen meiner relativ starken Blutungen nicht infrage.

Das Einsetzen war unkompliziert, allerdings hatte ich danach gleich erst mal mit ca. 6 Monaten Dauerblutungen zu kämpfen. Wollte sie schon fast nach 3 Monaten ziehen lassen. Meine Frauenärztin hat mir damals zu Geduld geraten, manche Frauen würden eben so reagieren. Nun denn - ich habe durchgehalten, da ich keine andere Alternative sah, und in der Tat verschwanden die Dauerblutungen. Meine Menstruation hatte ich während der gesamten 15 Jahre sehr regelmäßig, aber deutlich abgeschwächt (allerdings immer bis zu ca. 8 Tage). In den ersten 5 Jahren hatte ich mit chronischer Sinusitis zu kämpfen, die ich aber auf meine allgemeine Abwehrschwäche wegen meines kleinen Kindes und den Schlafmangel zurückgeführt habe. Habe es mit Akupunktur in den Griff bekommen. Ein Jahr nach dem Einsetzen begannen meine Fingerkuppenekzeme. Ich war bei mehreren Hautärzten, sie meinten das wäre genetisch und bis auf Austesten verschiedener Cremes konnte mir niemand helfen.

Im Jahre 2006 ließ ich mir die erste Mirena entfernen und gleichzeitig die 2. legen. Der Wechsel nicht angenehm, aber auszuhalten. Diesmal gab es keine starken Dauerblutungen mehr, allerdings eine 3monatige Eingewöhnungszeit mit ständigen Schmierblutungen. Die regelmäßige Mens war aber genau wie unter der ersten Mirena. Von meiner FA hörte ich immer nur - die Mirena liegt super, Schmierblutungen sind halt eine Nebenwirkung, jede Frau reagiert da anders. Habe mich jedesmal erkundigt, ob neueste Forschungen zu Mirena vorliegen würden bzgl Verträglichkeit, Langzeitfolgen. Das wurde jedesmal verneint. Die Mirena sei die beste und eleganteste Form der Verhütung. Nun denn, ich habs geglaubt, war ja irgendwie praktisch und alle kleinen Wehwehchen (Herzrhythmusstörungen, Müdigkeit, Libidoverlust, Fingerekzeme) die ich so hatte, habe ich halt dem Alter und allen möglichen anderen Dingen zugeordnet. Mein Hausarzt konnte auch nie irgendwelche organischen Auffälligkeiten feststellen.

2011 gab es dann 1:1 die dritte Mirena, alles war anfangs (wieder 3 Monate Schmierblutugen zur Eingewöhnung) wie bei der zweiten. Im Laufe der Jahre wurden aber gewisse Beschwerden immer stärker : bleierne Müdigkeit, Antriebslosigkeit, schwindende körperliche Belastbarkeit, traurige Gedanken und Lebensunlust, totaler Libidoverlust, verstärkte Fingerkuppenekzeme, nächtliches Schwitzen. Habe es dem Alter und den nahenden Wechseljahren zugeschrieben.
Mit meiner Frauenärztin habe ich nie darüber gesprochen, da ich keinerlei Zusammenhang zur Spirale sah. 2015 hat mir dann mein Hausarzt hochdosiertes Vitamin D empfohlen und ich habe es im letzten Liegejahr der 3. Mirena genommen. Und - es wurde alles etwas besser, ich schob es auf das Vitamin D.

Im April 2016 stand dann der Wechsel zur 4. Mirena an, ich wollte mit dieser Super-Methode auch noch "galant durch die Wechseljahre" kommen, war nun 48 und dachte, gut bis 53 , dann ist eh Schluss mit Verhütung.
Und ich habe sie mir einsetzen lassen, glücklich, das letzte Mal die Prozedur über mich ergehen lassen zu müssen. Es war ziemlich schmerzhaft und ein paar Stunden danach habe ich so stark geblutet, wie noch nie in meinem Leben, mit großen Klumpen etc. und ich glaube schon, die Mirena hätte sich gleich in die Toilette verabschiedet. Die Blutung war aber nach einem Tag weg und die Mirena lag mal wieder super beim Kontrolltermin. Solche Blutungen könnten schon mal vorkommen, so meine FA.

Ja, und dann ging es los. Alle Beschwerden, die ich im Jahr vorher wegen des Vitamin D als verschwunden glaubte, waren schlagartig, von einem Tag auf den anderen, massiv wieder da :
apathische Müdigkeit, Antriebslosigkeit, wattiges Gefühl im Kopf, alles wie benebelt, Lebensunlust, traurige Gedanken, total aufbrechende Fingerkuppen, dazu Dauer-Schmierblutungen, enormes Brustspannen und Berührungsempfindlichkeit, nächtliches Schwitzen, nächtliche Rückenschmerzen und dauernde Unterleibsschmerzen (wie kurz vor der Regel), vor allem beim Sitzen und neu: fürchterliche Verdauungsbeschwerden mit ständigen Blähungen.

Ich habe zum ersten Mal den Zusammenhang zur Mirena hergestellt, da meine FA mir sagte, die Wirkung des Hormons sei kurz nach dem Legen deutlich höher als zum Ende der fünfjährigen Liegezeit. Die Verbesserung meiner Symptome im Jahr vorher lag also nicht nur am Vitamin D , sondern an der nachlassenden Hormonwirkung der Mirena.....Ich habe angefangen zu googeln und bin auf dieses Forum gestoßen. Das hat dann meine letzten Fragen und Wissenslücken beantwortet.

Nach nur 3 Monaten habe ich mir zum Bedauern meiner FA die Mirena ziehen lassen. Das täte ihr ja sehr leid, nun könne es durchaus noch ein paar Monate dauern, bis die Beschwerden nachlassen würden....(so viel zu lokaler Wirkung) Habe nicht weiter diskutiert oder nachgehakt, war froh, dass sie draussen war. Das Ziehen habe ich nicht mal gemerkt, musste nicht mal husten...

Und nun?
Nach dem Ziehen eine kurze 5-tägige Blutung und nach 28 Tagen meine normale Mens.
Nach einer Woche verschwanden die Unterleibsschmerzen, das Brustspannen, die Rückenschmerzen.
Nach gut einem Monat merke ich nichts mehr von der Müdigkeit. Ich bin wieder klar im Kopf, DEUTLICH antriebsvoller und optimistischer, lebensfroher und in jeder Hinsicht viel belastbarer, vor allem emotional. Libido kehrt zurück, wohl auch, da Berührungen nicht mehr schmerzhaft sind. Verdauungsbeschwerden und permanente Blähungen habe ich keine mehr.
Schmierblutungen sind total verschwunden und das beste:
Meine Fingerkuppen sehen aus, wie aus dem Ei gepellt!!! Die entzündlichen Prozesse, die ich 15 Jahre mit mir rumgeschleppt habe und fast schon in meine Persönlichkeit integriert hatte, sind KOMPLETT VERSCHWUNDEN!!
Das ist für mich das größte Wunder, ich war sehr skeptisch, dass das an der Mirena liegen könnte..
Ich habe mich erinnert, dass mir meine Heilprakterin vor Jahren mal gesagt hat, der Körper leitet die Gifte von innen nach außen und von der Körpermitte zu den Gliedmaßen hin aus. Das würde die offenen entzündeten Stellen an meinen Fingerspitzen erklären......Hat aber nie ein Hautarzt mal nach der Mirena gefragt....

Ich bin diesem Forum und allen Frauen, die von ihren Erfahrungen berichtet haben sehr dankbar. Es war der entscheidende Kick für mich, die Mirena zu entfernen, BEVOR noch gravierendere gesundheitliche Probleme mein Leben belasten.
Wahrscheinlich habe ich viel Glück gehabt, in den 15 Jahren, denn die Mirena hat bei mir nicht zu allzu starken Gesundheitsproblemen geführt und die sichere Verhütung und die schwächere Mens habe ich oft auch als sehr praktisch empfunden. Gegen die 4. Mirena hat sich mein Körper dann gravierend gewehrt und ich habe zum Glück (auch aufgrund dieses Forums) gleich die Notbremse gezogen und die Entfernung noch nicht eine Sekunde bereut. Ich fühle mich befreiter, einfach wieder normaler und gesünder. Den Wechseljahren sehe ich inzwischen sehr gelassen entgegen, ich bin sicher, die Mirena hätte die hormonellen Veränderungen eher verkompliziert, als stabilisiert.
Künstliche Hormone kommen für mich definitiv nicht mehr infrage, bei Problemen werde ich mich wohl eher an einen Heilpraktiker wenden.

Ich wünsche allen Frauen Ihre individuell richtige Entscheidung und schnelle Besserung ihrer Beschwerden! :smile_flower:
48 Jahre, 1 Kind, 4x Mirena von 2001-2016

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