Mirena: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Zysten-OP

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Sancho
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Mirena: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Zysten-OP

Beitragvon Sancho » 25.09.2016, 16:11

Moin Frauen,

Ich habe mir die Mirena Ende 2013 im Alter von 38 Jahren nach Geburt meines ersten Kindes einsetzen lassen.
Vorab wurde mir eine Gestagenpille verschieben- sowohl um nicht sofort nocheinmal schwanger zu werden, als auch um meine Endometriose in Schach zu halten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mein Normalgewicht bei Kleidergrösse 38 wieder erreicht.
Mit Hormonpräperaten und den Reaktionen meines Körpers kenne ich mich aufgrund der Vorgeschichte Endometriose genitalis extra ganz gut aus. Über div. Pillen (reine Gestagenpillen, Mikropillen, Kombi-Präperate) bis hin zu Wechseljahresspritzen zur OP-Vorbereitung (4 x Lapraskopie, 1x Lapratomie) habe ich vieles erlebt.

Anfangs war es ok mit der Mirena, das Einsetzen war nahezu schmerzfrei. Ab und an ein Fremdkörpergefühl, leichtes Ziehen im linken Unterbauch.
Das Gefühl, Wasser einzulagern und mit Gewicht zuzulegen begann nach ca. einem Jahr. Möglich, dass diese hormonellen Veränderungen im Gewebehaushalt zuvor durch die massive Inanspruchnahme mit Säugling "ausgeglichen" wurden.
Nach einem Jahr
Gewichtszunahme "Rettungsring" am Bauch, Gefühl eines Blähbauches.
Trockene Schleimhäute
Müdigkeit
Kopfschmerzen

Insbesondere die Kopfschmerzen lassen für mich keinen anderen Schluss zu als eine hormonelle Ursache. Ich kenne Kopfschmerzen ansonsten nur nach massivem Alkoholgenuss oder sporadisch während der Endo-Therapie mit GnRH-Analogon. Jedoch gab es nie so einen fortwährenden leichten-mittleren Spannungskopfschmerz wie durch die Mirena.
Dies verschlechterte sich in den letzten 12 Monaten. V.a. auch die Müdigkeit, die ich mittlerweile nur noch "bleiern" nennen kann. Aufgrund meiner Erfahrenheit mit den Endometriosesymptomen und den Nebenwirkungen der verschiedenen Hormongaben/- Blocker ist es für mich eine Abwägungssache. Im Grunde war ich für die Zeit von ca. 2 Jahren dennoch zufrieden mit der Wirkung der Mirena. Die starken Menstruationsbeschwerden und die typische 2 Wochen dauernde Abgeschlafftheit nach dem Eisprung wurden deutlich abgemildert. Die Blutungen blieben nach 1,5 Jahrn völlig aus.

Ende 2015 dann eine große wasserfgefüllte Zyste. Der Versuch, diese medikamentös zu therapieren misslang. Im April dann die operative Entfernung von einer Zyste mit Durchmesser 9,5cm linksseitig (dort, wo auch die Spirale liegt).

Darüber, dass die Mirena auch zu erhöhter Zystenbildung führen kann, wurde ich nicht informiert. Auch nicht über weitere häufige Nebenwirkungen, ich hatte mich selbst informiert vor dem Einlegen.
Mit "normaler" Zystenbildung in solchen Ausmassen hatte ich zuvor nie zu tun.
FAZIT:
Nun ist es aufgrund meiner gynäkologischen Vorgeschichte (zunehmenden Alters) immer schwierig zu sagen, was lässt sich worauf zurückführen.
Der Kopfschmerz, die Hauttrockenheit, die durchgehende zunehmende Müdigkeit, die Gewichtszunahme von 12kg in 3 Jahren -ein Gefühl von Aufgedunsenheit, Wassereinlagerungen, mittlerweile auch in den Beinen- führe ich mit höchster Wahrscheinlichkeit auf die Mirena zurück.

Die Zyste links mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Positiv: das Ausbleiben der Regelblutungen und Schmerzen, was bei Endometriose ein Segen ist.
Das Ausbleiben zyklusschwankender Abgeschlagenheit durch die Endometriose.
Sichere Schwangerschaftsverhütung

Aus Gründen der alleinigen Schwangerschaftsverhütung hätte ich mir die Mirena niemals legen lassen. Für 2 Jahre war es eine gute Therapie für die Endometriose, dafür bin ich durchaus dankbar.
Die negativen Effekte haben die positiven Effekte jetzt in Jahr 3 längst eingeholt:
Ob ich nun wegen einer wassergefüllten Zyste oder einer Blutzyste durch die Endo operiert werden muss....
Ob ich durchgehend Mirena-bedingt müde bin oder durch den Blutverlust etc. durch die Endometriose... Endometriose alleine schlägt bei mir nicht dermassen durch bis hin zu absoluter Lustlosigkeit.

Ich habe einen Termin gemacht, mir die Mirena vorzeitig ziehen zu lassen und nehme nun lieber wieder Probleme mit der Endometriose in Kauf.
Ausschliesslich zur Schwangerschaftsverhütung würde ich jeder Frau raten, es zu lassen. Wer jünger ist, erlebt evtl. weniger Nebenwirkungen, andererseits kamen die Nebenwirkungen schleichend, das hätte ich vor 20 Jahren vielleicht auch völlig fehlinterpretiert.

Liebe Grüße
Sancho

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