Ohrgeräusche, Müdigkeit, Schlafstörungen - Entfernung nach 3 Monaten

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leadebienne
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Ohrgeräusche, Müdigkeit, Schlafstörungen - Entfernung nach 3 Monaten

Beitragvon leadebienne » 25.10.2016, 11:37

Viele Frauen - auch gute Bekannte von mir - ertragen die Mirena problemlos. Das gilt es auf jeden Fall zu bedenken, bevor man sich in Foren Angst machen lässt. Wenn ich hier meine persönlichen Erfahrungen teile, dann nur aus dem Grund, dass bei gewissen Frauen zum Teil massive Nebenwirkungen auftauchen, die weder vom Hersteller noch von den behandelnden Ärzten ernst genommen werden.

Das Einsetzen der Mirena war bei mir - wegen engem Gebärmutterhals - sehr schmerzhaft. Auch die ersten paar Tage waren schlimm. Ich hatte Schwindel, immer wieder starke, wehenartige Unterleibsschmerzen, migräneartige Kopfschmerzen, Atemnot und ein Gefühl des Kontrollverlusts. All das besserte aber mit der Zeit. Der Körper gewöhnt sich an das Teil und die Hormone werden umgestellt. Etwa nach einem Monat sollte sich alles eingependelt haben. Viele berichten, dass sich erst nach und nach (zum Teil nach Jahren) dann andere Nebenwirkungen bemerkbar machen. Bei mir waren sie jedoch von Anfang an da und sind nie verschwunden (auch wenn es bessere und schlechtere Zeiten gab). Nämlich:

- Müdigkeit, Benommenheit, Gefühl des Verkatertseins (v.a. am Morgen)
- Permanentes Surren im Ohr (Ohrgeräusche)
- Sehr trockener Mund (taubes, geschwollenes Gefühl im Mund), Geschmacksverlust
- Massive Schlafstörungen (nächtelanges Wachliegen, Aufwachen mitten in der Nacht, hoher Puls)
- Alkoholunverträglichkeit (nach 1 Glas Wein und einem feinen Essen komplett schlaflos)
- Druck auf dem Kopf, häufige Kopfschmerzen
- Kurzatmigkeit, Gefühl der Enge in der Brust
- Häufige Krämpfe in den Füssen (trotz Einnahme von Magnesium am Abend)
- Verstopfung und Analvenenthrombosen
- Haarausfall und sehr fettige Haare
- Trockene Haut, Ekzeme an den Beinen, trockene Augen
- Gelenkschmerzen (Arthrose-Schub in den Fingergelenken)
- Konzentrationsprobleme, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, Weinerlichkeit
- Scheidentrockenheit, Ausfluss und wiederholte Pilzinfektionen
- Libidoverlust, Schmerzen beim Sex

Ich bin 39, gross (1.78), schlank (50 kg), sportlich, glücklich verheiratet (keine Kinder) und 100% berufstätig. Ich hatte die Mirena nicht zum verhüten, sondern weil ich eine ausgeprägte Endometriose habe und daher sehr starke Schmerzen während der Mens. Ich hatte in den letzten 15 Jahren diverse Hormonpräparate (Zoladex, Pille im Langzyklus, Dreimonatsspritze, Visanne) und musste alle nach einer bestimmten Zeit wegen Nebenwirkungen wieder absetzen. Die Mirena war ein bisschen meine letzte Hoffnung. Sie soll ja niedrig dosiert sein und vor allem lokal wirken. Beides hat sich als falsch herausgestellt. Bereits eine Stunde nach Einsetzen soll die doppelte Menge Gestagen im Blut nachweisbar sein, die eine normale Pille hat. In der Ärzte-Packungsbeilage (die man auf Nachfrage in der Apotheke bekommt) steht, dass sehr schlanke Personen (unter 55 kg) gut die doppelte vorgesehene Dosis haben können, das heisst 4 mal eine Pille. Bei einem trägen Stoffwechsel oder einer überlasteten Leber kann es wohl auch 4-6 mal die Dosis einer Pille sein. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Dosis nicht immer genau gleich ist. Es wird ja aus einem Depot, das für fünf Jahre reicht, einfach immer etwas durch eine Silikonmembran abgegeben.

Meine Toleranzgrenze für Nebenwirkungen ist relativ hoch, da ein Leben mit normalem Zyklus bei Endometriose auch kein Zuckerschlecken ist. Ich hatte gehofft, ich würde sechs Monate durchhalten - nachher beginnt die Hormondosis langsam zu sinken. Nach drei Monaten ging es aber nicht mehr. Gestern hat mir meine Frauenärztin die Mirena gezogen (sie schaffte es relativ problemlos, obwohl der Rückholfaden verschwunden war und ich mich schon auf eine Entfernung unter Narkose bei "Lost IUD" eingestellt hatte). Das war definitiv weniger schmerzhaft als das Einsetzen! Ich fühlte mich schon nach einer Stunde besser (was vielleicht Einbildung ist?) und konnte wunderbar schlafen. Ich bin auf jeden Fall erleichtert! Jetzt hoffe ich, dass sich alles langsam wieder einpendelt.

Seine Erfahrungen in Foren zu teilen, ist eine zwiespältige Sache. Jeder Mensch ist anders. Und wenn man liest, unter was für schlimmen Nebenwirkungen andere leiden, kommt man schnell auf die Idee, sie an sich selber auch zu beobachten und sich schlecht zu fühlen, auch wenn man sonst vielleicht gut damit gelebt hätte. Ich schreibe hier nur, weil es auch den umgekehrten Fall gibt: Frauen leiden an einer massiven Beeinträchtigung ihres Lebens und kommen, da kein Arzt ihnen eine konkrete Krankheit diagnostizieren kann, erst über Hinweise von Freundinnen oder Forumsberichte auf die Idee, dass ihr Körper das Levonorgestrel nicht erträgt, das die Mirena oder Jaydess abgibt.

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