11 Monate nun ohne Mirena

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Claudia1967
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11 Monate nun ohne Mirena

Beitragvon Claudia1967 » 03.12.2004, 07:31

Hallihallo,
nach langer langer Zeit melde auch ich mich mal wieder hier;-).

Ich bin nun seit 11 Monaten mirenafrei. Ich hatte die Mirena damals knapp 2 Jahre, wobei NW erst nach 7 Monaten auftraten, dafür von Monat zu Monat zunahmen. Anfangs kam ich gar nicht auf die Idee, dass die Mirena dafür verantwortlich sei. Einzig die permanenten Dauerblutungen brachte ich mit ihr in Verbindung, welche mein damaliger FA jedoch in keinster Weise durch Mirena verursacht sah.

Kurz zur Vorgeschichte bzw. den NW: Wie gesagt litt ich die ganze Zeit unter Dauerblutungen, die nicht mehr mit Schmierblutungen zu vergleichen waren. Wenn ich Glück hatte, dann war ich im Monat knapp 7 Tage blutungsfrei, in denen hatte ich dann allerdings starken Ausfluss. Der FA stellte immer wieder Zystenbildungen fest (natürlich kein Zusammenhang mit M.). Zunehmend verschlechterte sich mein Allgemeinzustand. Ich wurde immer antriebsloser, launischer, hatte depressive Schübe, unreine Haut, Haarausfall, innere Unruhe, war ständig gereizt und meine Libido schwand gänzlich. Hinzu kam, dass ich in den 2 Jahren viermal einen Schwangerschaftstest machte, da ich sämtliche Symptome einer SS hatte (bei 3 Kindern weiß man wie das ist *gg*), jedoch immer negativ. Manchmal hatte ich das Gefühl, meine Brust würde platzen, hinzu kamen starke Rückenschmerzen, so dass ich abends kaum wußte, ob ich nun besser liegen, stehen, gehen oder sitzen soll. Nach ca. 1 Jahr gesellten sich zu dem ganzen Panikattacken, die wiederum von Monat zu Monat häufiger und intensiver wurden. Kurz und gut ich hatte schon fast den Lebensmut verloren, nichts konnte mich mehr erfreuen und meine Familie litt ganz schön unter meinen starken Stimmungsschwankungen. Während der ganzen Zeit war ich immer wieder bei meinem FA vorstellig geworden, dem ich auch von all den Beschwerden erzählte. Doch wie gehabt, er hielt mich für hysterisch, überfordert und kam in keinster Weise auf die Idee, einen Zusammenhang mit der Mirena zu sehen, obwohl ich vor Einlegen ein sehr optimistischer und ausgeglichener Mensch war. Es kamen noch einige NW, die ich erst heute im Zusammenhang mit M. sehe, wie z.B. Allergien, Hautausschläge (Ekzem am Fuß, welches mich die komplette Mirenazeit begleitete, komischerweise jedoch kurz nach dem Ziehen von allein verschwand), schlechteres Sehvermögen, Dauerschnupfen, Gewichtszunahme und erfolglose Versuche dies wieder zu verlieren, etc.

Im Januar d.J. ließ ich mir - nachdem ich im Internet auf gleichgesinnte Frauen gestoßen war - die Mirena ziehen. Suchte mir dafür einen anderen Arzt, der mir komischerweise sofort sagte, dass allein schon die Tatsache der Dauerblutungen ein eindeutiges Zeichen sei, dass ich die Mirena nicht vertrage. Er erzählte auch, dass er einige Patientinnen habe, die die HS nicht vertragen und die HS bei weitem nicht so harmlos und verträglich sei, wie Schering behaupte...

Nun denn, inzwischen sind 11 Monate vergangen. Schon kurz nach dem Ziehen fühlte ich mich psychisch gesehen besser. Die Stimmungsschwankungen verschwanden und ich konnte endlich wieder lachen. Auch die anderen Beschwerden verschwanden nach und nach. Sehr auffallend fand ich, dass ich plötzlich keinen Heuschnupfen mehr hatte. Die Rückenschmerzen sind seitdem verschwunden. Mein Hautbild hat sich wieder verbessert, die Haare fallen nicht mehr aus.

Während ich während meiner mirenazeit immer wieder vergeblich versuchte, mein Gewicht mittels Ernährungsumstellung in den Griff zu bekommen (einziger Erfolg damals war, dass ich durch die Ernährungsumstellung wenigstens nicht noch mehr zunahm), klappte es nach dem Ziehen plötzlich wie von selbst. Mittlerweile habe ich 18 (!!) kg abgenommen (obwohl ich durch die Mirena lediglich 7-8 kg zugenommen hatte) und habe mein Traumgewicht erreicht.

Bereits kurz nach dem Ziehen bekam ich meine Periode. Sie war am 1. Tag immer recht stark und nach 3 Tagen verschwunden. Drei Monate lang kam sie auf den Tag genau im 28 Tage-Rhytmus. Leider ist das zur Zeit noch ein Wermutstropfen. Denn nach 3 Monaten begann mein Zyklus total unregelmäßig zu werden. Mal bekomme ich meine Periode nach 3 Wochen, mal schon nach 2, selten mal erst nach 4 Wochen.

Dies nahm ich dann auch zum Anlaß, letzte Woche mal wieder einen FA aufzusuchen. Dummerweise wollte ich mir einen langen Weg ersparen und habe einen neuen FA in meiner Nähe (der, der mir die Mirena gezogen hatte, war zwar toll, aber ich scheute den langen Fahrtweg) aufgesucht. Es war der reinste Horror und ich fühlte mich genauso bescheuert, wie damals bei meinem alten FA.

Mal abgesehen davon, dass dieser FA ziemlich frauenfeindlich eingestellt war (er begrüßte mich aufgrund meines Doppelnamens mit den Worten "aha noch so eine verkappte Emanze", erzählte mir, dass es ja viel weniger Kriege gäbe, wenn Männer mehr Sex hätten, wir Frauen viel zu emotional eingestellt wären etc. pp.), die Anamnese für ihn nur aus der Frage, wieviel Kinder ich hätte, wann sie geboren seien und ob die Geburten normal verlaufen seien, wurde er beim Thema Mirena sehr ungehalten. Ich sprach ihn auf meine Zyklusstörungen an und erzählte ihm, dass ich sowas vorher nie hatte (ich hatte Zeit meines Lebens immer einen 26-28 Tage Zyklus), sondern dies erst nach dem Ziehen der Mirena auftrat. Er tat äußerst erstaunt, als ich ihm dann noch berichtete, dass ich unter starken NW während Mirena litt und meinte, ich sei die allererste (jaja typisch) Patientin, die über sowas berichten würde. Ich sollte ihm dann alle Beschwerden aufzählen. Natürlich sah er keinen Zusammenhang mit der Mirena, selbst die Dauerblutungen und Zystenbildungen waren für ihn nicht durch M. verursacht.

Im Gegenteil, er meinte nur, dass das typisch Frau sei. Ich hätte mich da wohl in was hineingesteigert und würde der M. die Schuld geben, obwohl wahrscheinlich nur häuslicher Stress verantwortlich gewesen sei. Zudem meinte er lapidar, dass mein Körper wohl mal Lust hatte, einen kleinen Ausflug in die Wechseljahre zu unternehmen, immerhin sei ich ja schon 37 Jahre alt und bei manchen Frauen kämen die Wechseljahre eben früher :twisted: .

Auf meinen Einwand, dass komischerweise die Beschwerden nach dem Ziehen verschwunden waren, meinte er nur, dass ich mir das nur einbilden würde. Auch auf meinen Hinweis, dass komischerweise mittlerweile auf dem Beipackzettel genau diese Beschwerden als NW angegeben seien, tat er nur äußerst erstaunt, so als wüßte er dies nicht.

Ich kann euch sagen, dieser Arzt hat mich das 1. und letzte Mal gesehen. Ich war anschließend so wütend, dass ich ihn im Internet auf der Seite Arzt-Auskunft gemeldet hab, obwohl ich nicht glaube, dass das was bringt.

Nun denn, was ich eigentlich nur sagen wollte. Im großen und ganzen geht es mir mittlerweile super. Ich bin wieder genauso belastbar wie vor der Mirena, habe wieder Spaß am Leben und auch an meinem Mann :P . Lediglich die Zyklusstörungen machen mir noch zu schaffen, aber ich hoffe, dass sich das auch endlich bald wieder normalisieren wird...

Eines ist mir mittlerweile aber klar, ich werde nie wieder auf Hormone zurückgreifen! Ich hätte nie gedacht, dass sie solche Auswirkungen haben können.
lg Claudia

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Lieselotte
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Beitragvon Lieselotte » 03.12.2004, 09:13

Hallo Claudia

dieser Frauenarzt ist ja der Hammer, ist ja ein Wunder das er überhaupt Patienten hat.
Ich hatte die Mirena kanpp 2Jahre und bin nun seit 5 Wochen ohne. Bei mir fingen die Beschwerden auch erst nach einiger Zeit an wurden dann aber ständig schlimmer. Am schlimmsten finde ich dieses Herzrasen, den Schwindel und die Panikattacken. Wann wurde das mit den Panikattacken bei dir besser? Hast du in der Zeit als es dir ganz schlecht ging irgendwelche Medikamente eingenommen?
Hattest du auch Probleme damit unter Leute zu gehen? Jedesmal wenn ich irgendwo hin soll fangen bei mir die Beschwerden an. Am liebsten verkrieche ich mich zu Hause. Hoffe aber das jetzt alles langsam besser wird. Wünsche dir alles gute und hoffe das sich dein Zyklus wieder einpendelt.

Grüße Lieselotte

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Claudia1967
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Beitragvon Claudia1967 » 03.12.2004, 09:26

Hallo Lieselotte,

jaja dieser FA ist echt zum Abgewöhnen, nu weiß ich wenigstens, warum ich bei ihm a) sehr schnell einen Termin bekam und b) das Wartezimmer leer war...

Die Panikattacken verschwanden nicht sofort nach dem Ziehen, wurden aber sofort weniger und nicht mehr so stark. Ich glaub, ich hatte noch so 3-4 Monate hin und wieder damit zu kämpfen. Mittlerweile ist es so, dass ich zwar auch ab und an mal eine Panikattacke bekomm, aber nur noch ganz selten und dann auch nur, wenn hier wirklich die Hölle los war und ich psychisch total unter Druck steh. Ich denke mal, was die Panikattacken angeht, so werden die bei mir nie ganz verschwinden - manche Menschen sind eben empfindlicher oder sensibler und leiden eher unter sowas -, aber die Häufigkeit, wie ich sie unter Mirena erlebt hab ist bei weitem nicht mehr da!

Medikamente nehme ich keine und hab auch keine genommen. Ja auch bei mir ist das mit der Angst dann unter Leute zu gehen, groß gewesen. Ich hab mir dann immer versucht einzureden, dass es "nur" eine Panikattacke ist, ich nicht wirklich sterbe und eine zeitlang Melissentee getrunken.

lg
Claudia

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Lieselotte
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Beitragvon Lieselotte » 03.12.2004, 09:40

Hi Claudia,
danke für deine schnelle Antwort. Ich denke ich muß einfach noch Geduld haben, bin die Mirena ja noch nicht lange los. Die innere Unruhe ist auch nicht mehr ganz so schlimm wie mit Mirena und mit den Panikattacken muß ich mit wohl noch abfinden

lg Lieselotte

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Katja
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Beitragvon Katja » 03.12.2004, 09:49

Hallo Ihr Lieben,

hallo Claudia :D , ich freu mich riesig wieder von Dir zu hören :D , um so mehr, daß es Dir so richtig gut geht.!!!
An welcher Stelle hast du denn Deinen Arzt gemeldet ?

@liselotte

Mit den Panikattaken drück ich Dir die Daumen, daß Du es in den Griff bekommst ! Bei mir z.b. sind sie ganz verschwunden (trotz grossem beruflichen/privaten Stress) und auch ich hatte unter Mirena richtig dolle Angst, hab mich in mich zurückgezogen usw. !
Wichtig ist, daß Du drüber redest und nicht alles in dich hineinfrisst, wie Du dich in solchen Momenten fühlst...

LG Katja

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Claudia1967
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Beitragvon Claudia1967 » 03.12.2004, 10:40

Hallo Katja :arrow: ,

hier ist der Link http://www.arztauskunft.de/

Da kann man eben Auskunft geben, wie zufrieden oder unzufrieden man mit seinem Arzt ist. Das schöne daran ist, dass man selbst anonym bleibt, die dort eingetragenen Ärzte aber das Feedback der Patienten erhalten.

Ich hatte dem Arzt übrigens von dieser Seite hier erzählt. Dreimal dürft ihr raten, was er antwortete... Dass es ja typisch sei für Frauen, sich so Bestätigung zu holen und dass er von solchen Seiten eh nix halten würde (er wollte auch nicht den Link haben), da sie keine Aussagekraft hätten....

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biberbär
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Beitragvon biberbär » 04.12.2004, 19:23

Hallo Claudia!

Mir ging es ähnlich. Mein FA meinte auch, als ich ihn auf mein Gewicht ansprach, dass ich eben nicht jünger werden (ich bin 38!) und sich im Alter der Stoffwechsel verlangsame. Allerdings habe ich mit ihm nicht diskutiert, ob die Mirena jetzt gezogen wird oder nicht. Ich bin einfach hinmarschiert und hab ihm gesagt, dass er sie ziehen soll. Kann ja alles wohl kein Zufall sein. Ich hatte ähnlich Nebenwirkungen wie du. Nachdem ich ein halbes Jahr später meinem FA wieder besuchte und im erzählte wie gut es mir nun ginge und dass ich schon 8kg abgenommen hätte, das tat er das auch alles als "Psychisch" ab. Mir egal, ich nehme nie wieder irgendwelche Hormone, das hab ich mir geschworen.

Ich habe übrigens auch drei Kinder und in meiner Mirena-Zeit auch mindestens 2 SS-Tests gemacht. Ist schon ein komischer Zufall, oder?

LG Katja

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Marianne
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Beitragvon Marianne » 15.12.2004, 21:05

Hallo Claudia

Nachdem ich hier immernoch mit "Nachwehen der Mirena-Zeit" die Achterbahn-Gefühle durchlebe, freue ich mich anhand deines Berichtes, dass es in absehbarer Zeit besser wird.

Jeder Bericht, der bestätigt, dass es einige Zeit nach dem Ziehen der HS wieder wird wie früher, gibt mir Kraft und Hoffnung, die schweren Zeiten durchzustehen.

Vielen lieben Dank für deinen Bericht.

Grüessli
Marianne

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