Yasmin, Cerazette und Jaydess - Ödeme, Bauchkrämpfe, Migräne usw

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Алеся
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Yasmin, Cerazette und Jaydess - Ödeme, Bauchkrämpfe, Migräne usw

Beitragvon Алеся » 01.08.2017, 00:39

Hallo, liebe Leser und Leserinnen!

Ich bin 27 Jahre alt, 167 cm groß und wiege um die 65 kg und treibe (endlich wieder) regelmäßig Kraftsport.
Seit meinem 15. Lebensjahr verhüte ich hormonell. Damals hat mir der FA auch wegen meiner starken Blutungen die Yasmin verschrieben, unter der ich schmerzende Brüste und Knotenbildungen hatte, die mich zu regelmäßigen Mammografie-Untersuchungen gezwungen haben. Auch wegen immer wiederkehrender Pilzinfektionen war ich alle drei Monate zur Behandlung. In der Hoffnung, meine Beschwerden würden sich bessern, habe ich irgendwann auf Empfehlung des Arztes hin zur Yasminelle gewechselt. Doch dann, ca im Jahr 2011, kam überraschenderweise der Befund PAP 3d und ich nahm dies als Anreiz, mich über östrogenhaltige Pillen zu informieren. Die Masse an möglichen Nebenwirkungen hat mich abgeschreckt und ich habe den FA, den ich zu diesem Zeitpunkt bereits wegen eines Umzugs gewechselt habe, gebeten, mir eine östrogenfreie Pille zu verschreiben. Wir haben uns für die Cerazette entschieden.
Ab diesem Zeitpunkt ging es mit meiner Gesundheit massiv bergab. Meine Beine haben angefangen, anzuschwellen, zunächst nur abends, doch im Laufe der Zeit wuchsen die Beschwerden zu einem Problem kolossaler Ausmaße heran. Zwei Jahre später hatte ich einen Knöchelumfang, der von 24 cm auf 28,5 cm gestiegen ist. Mein Bauch war stark aufgedunsen und hatte einen Zuwachs von 12cm bei einem ursprünglichen Taillenumfang von 68cm. Er war kugenrund und hart und ich hatte schon nach dem Aufstehen heftige Krämpfe, die mir eine normale Nahrungsaufnahme unmöglich machten. Ich litt außerdem unter Migräneanfällen und einer bleiernen Müdigkeit.
Selbstverständlich suchte ich meinen FA auf, um ihn nach meinen Symptomen zu fragen, doch der versicherte, das könne nicht an der Cerazette liegen, da diese keine Östrogene enthält und keine Wasseransammlungen verursachen kann. Also begab ich mich auf eine Ärzteodyssee, konsultierte 3 Hausärzte und 7 Phlebologen, deren Diadnosen von Hypochondrie bis zur Veneninsuffizienz reichten. Einer der Phlebologen sagte, er könne am rechten Bein eine leichte Venenklappenschwäche feststellen und würde, sofern mein Leidensdruck groß genug ist, operieren. In der Hoffnung, mein Alptraum wäre damit beendet, legte ich mich bereitwillig unter das Messer, doch selbstverständlich hat die OP gar keine Auswirkungen auf meinen Zustand gehabt. Meine Beine haben gebrannt, waren Tonnen schwer, ich kratzte mir regelmäßig die Schienbeine blutig und versank in immer tieferen Depressionen. Ich quälte mich jeden Tag unter heftigen Schmerzen zur Arbeit und isolierte mich völlig in meiner Freizeit. Die Stützstrümpfe, die mir jeder Arzt so warm ans Herz legte, halfen überhaupt nichts. Stattdessen quollen mir die Füße wie ein Muffin aus den Schuhen und das ganze Gewebe unterhalb der Taille "wabbelte" wie ein vollgesogener Schwamm. Rückblickend bin ich schockiert darüber, wie lange ich es in diesem Zustand ausgehalten habe, und das nur, weil mir der FA immer wieder versichert hat, es läge nicht an dieser Pille. Stattdessen sagte er, das sei bei Frauen eben so, ich hätte ein schlechtes Bindegewebe, aber das sei für viele Frauen ganz natürlich.
Mein damaliger Partner hat mich obendrein regelmäßig mit Worten "aufgebaut", meine Beine hätten nicht gerade eine Modeloptik, was in Verbindung mit meinen ohnehin bestehenden Depressionen dazu führte, dass ich gar keine Frau mehr sein wollte. Ich weiß, das klingt dumm, aber ich entwickelte irgendwie eine Persönlichkeitsstörung oder so etwas in der Art. Ich begann, nur noch Herrensachen zu tragen und wollte unbedingt meine Periode unterbinden. Also bin ich wieder zum FA hin und sagte, ich will eine Hormonspirale, weil ich gelesen hatte, dass diese bei vielen Frauen zum Ausbleiben der Regel führt. Da meine GM für eine Mirena zu klein ist, bekam ich also im Oktober 2014 die Jaydess.
Die heftigen Ödeme sind im Laufe der ersten 1,5 Jahre zurückgegangen und auch die übrigen Symptome besserten sich nach und nach, sodass ich überglücklich war, endlich meine Verhütungsmethode gefunden zu haben. Auch das Bestreben, mein Frausein zu "vernichten" verschwand nach und nach, wozu zum nicht unerheblichen Teil mein neuer Partner beigetragen hat. Doch so ganz verschwinden wollten meine Depressionen doch nicht, nach und nach merkte ich seltsame Dinge wie Morgenübelkeit, Bauchkrämpfe und schmerzhaftes Anschwellen der Brüste.
Vor drei Wochen begann ich mich zu übergeben, hatte permanent Durchfall und war nur noch müde und da ich nun endlich eingesehen habe, dass nur noch ich selbst mich um meine Gesundheit kümmern und mich nicht mehr auf Ärzte verlassen kann, durchsuchte ich das Internet nach meinen Beschwerden in Zusammenhang mit Hormonpräparaten und bin auf dieses Forum gestoßen.
Vergangenen Mittwoch, also am 26.07.2017 habe ich die Jaydess vorzeitig entfernen lassen. Die Müdigkeit, Durchfälle und das Erbrechen haben entgegen meiner Erwartungen bereits einige Stunden nach dem Entfernen nachgelassen und sind seitdem nicht mehr aufgetaucht. Auch meine Brust fühlt sich wieder normal an. Seltsam fand ich, dass ich am Tag des Ziehens der Jaydess enorm häufig auf Toilette musste und an übernächsten Tag darauf 2 Kilo weniger auf der Waage hatte und meine Beine sich zum ersten Mal seit Jahren so leicht angefühlt haben, dass ich mein Glück gar nicht fassen konnte. Bei der aktuellen Hitze sind die jedoch wieder ein wenig geschwollen und das linke, also das nicht operierte Bein, juckt wieder verdächtig, sodass ich Sorge habe, mir mit der ganzen Hormoneinnahme die Venen dauerhaft geschädigt zu haben.
Zudem habe ich eine diagnostizierte Wirbelsäulenverkrümmung und seit Dezember letzten Jahres einen Bandscheibenvorfall im Nacken, der mir reichlich Schmerzen beschert, wobei ich mich natürlich an dieser Stelle frage, ob das mit der Hormoneinnahme zusammenhängen kann. Doch ändern kann ich nun nichts mehr.

Ich für meinen Teil werde nie wieder Hormone konsumieren. Ich habe akzeptiert, dass all das Leid, was ich erlebt habe, nicht zum Frausein gehört, wie mir "nette" Ärzte versucht haben zu erklären, sondern schlichtweg schlimme NW der ganzen Chemie waren, der ich meinen Körper jahrelang ausgesetzt habe. Ich habe mich sehr über die erste Blutung nach dem Ziehen der Jaydess gefreut und freue mich auch auf meine seit über 12 Jahren erste, normale Periode und die Entwicklung, die meinem Körper jetzt bevorsteht.

Vielen Dank für das Lesen. Ich hoffe sehr, dass Frauen, die ebenfalls "seltsame" Dinge mit ihrem Körper durchleben und auch leiden, sich dank solchen Foren wie diesem viel schneller von der zerstörerischen Wirkung der Hormonpräparate lösen können, als ich es geschafft habe.
Seid gesund!

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