Erfahrungsbericht Jaydess

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TeresaL
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Erfahrungsbericht Jaydess

Beitragvon TeresaL » 26.08.2017, 19:24

Hallo ihr lieben, hier mein Erfahrungsbericht zur Jaydess:
Kurz zu mir, ich bin 25 Jahre alt, habe keine Kinder und hatte die Jaydess knapp 1,5 Jahre (gelegt wurde sie am 3.3.16; gezogen am 24.8.17)
Meine Beschwerden waren folgende: Bauchschmerzen, unregelmäßiger Zyklus, zwischenblutungen, Stimmungsschwankungen, Schwindel, Zysten, spannende Brüste, veränderter Scheiden-pH mit veränderter scheidenflora, obwohl ich 3 verschiedene Kuren für die Flora und den pH-Wert gemacht habe.
Andere Erkrankungen habe ich nicht und Medikamente habe ich auch nicht dauerhaft genommen (abgesehen von gelegentlich Ibuprofen gegen die Baichschmerzen). Der einzige Zeitraum in dem ich Medikamente genommen hab, war während einer Sportverletzung.
Ich würde sagen meine Ernährung ist ziemlich ausgewogen und Sport mache ich in der Regel 2-4x pro Woche.

So nun zur eigentlichen Jaydess-Erfahrung:

Meine Frauenärztin hatte mir die Spirale schon seit drei Jahren richtig angepriesen, sie sei quasi der mercedes unter den Verhütungsmitteln und praktisch ohne Nebenwirkungen. Richtig aufgeklärt hatte sie mich nicht, ich habe zunächst nur die Werbebroschüre mitbekommen. Sie meinte die Hormondosierung sei so gering, dass es keine Nebenwirkungen gibt. Auf meine Frage, ob die Hormone nicht über die Schleimhaut aufgenommen werden kam nur "nein, da die Dosierung so gering ist gehen die Hormone nicht ins Blut und deshalb gibt es keine Nebenwirkungen". Nach einigem Überlegen habe ich mir die Spirale dann Anfang März 2016 legen lassen (außerhalb der Periode, da die Sprechstundenhilfe mir nicht geglaubt hat, dass ich keinen 28 sondern einen 31-32-Tage Zyklus habe). Das legen war zwar unangenehm, aber auszuhalten. Die Packungsbeilage habe ich dann NACH dem Legen ausgehändigt bekommen. Die ersten beiden Tage hatte ich noch ein Ziehen im Bauch, aber es war gut auszuhalten. Am vierten Tag nach dem legen habe ich dann meine Periode bekommen. Und so schlimme Schmerzen wir an dem Tag hatte ich noch nie. Ich war bei meinem Freund und musste heimfahren (wir führen eine Fernbeziehung, 400km einfache Fahrstrecke), ich wusste aber gar nicht wie ich das machen soll. Trotz Ibuprofen und Buscopan konnte ich nicht mal mehr aufrecht stehen. Irgendwie hab ich es nach Hause geschafft, aber ich weiß nicht mehr wie...
Und ab dem Tag gingen die Probleme los. Nachdem ich vier Wochen am Stück geblutet hab, habe ich nochmal in der Frauenarztpraxis angerufen. Ich wollte eine Kontrolle, ob alles in Ordnung ist wegen der langen Blutung und ob die Spirale richtig liegt (ich hatte schon beim legen der Spirale gefragt, ob das kontrolliert wird und nur als Antwort bekommen: die liegt so gut, da brauchen wir nichts zu kontrollieren). Als ich dann eben nach vier Wochen angerufen habe wurde eine Kontrolle erneut abgelehnt, ich habe ein Rezept zur Hormonersatztherapie bekommen um die Blutung zu stoppen. Das Rezept habe ich eingelöst, genommen hab ich die Tabletten aber zunächst nicht, ich wollte ja eigentlich weniger Hormone und hatte mir ja deshalb die Spirale legen lassen (wurde ja als hormonarm angepriesen).
Nach insgesamt fünfeinhalb Wochen hat die Blutung dann auch endlich aufgehört. Ab da hatte ich dann immer im Wechsel 10 Tage blutungsfrei, 12-14 Tage Blutung. Ende Juli (vier Monate nach dem legen) habe ich wegen dem blutungsmuster wieder in der Gynpraxis angerufen, weil ich noch einmal vorbeikommen wollte. Außerdem habe ich die Rückholfäden nicht mehr gespürt. Einen Termin habe ich leider wieder nicht bekommen, sie haben mich nur gefragt, ob ich das Hormonersatzpräparat, dass sie mir aufgeschrieben hätten genommen habe, nachdem ich das verneint habe, kam nur die Antwort, dass ich es bitte nehmen soll, dann würde sich schon alles einpendeln. Wegen den Rückholfäden wurde ich ziemlich angeschnautzt, ich hätte da selber nichts zu tasten, und ich solle das bitte lassen, sonst würde ich mir die Spirale nur aus versehen ziehen.
Nachdem ich das Hormonpräparat dann doch genommen hatte hat sich ein unregelmäßiger Zyklus von 23-35 Tagen mit zwischenblutungen eingestellt.
Bauchschmerzen hatte ich immer wieder, während der Periode eigentlich immer für 2-3 Tage, aber auch außerhalb der Periode (und zum Teil waren die Bauchschmerzen ziemlich heftig).
Neun Monate nach dem legen der Spirale (also dieses Jahr im Januar) hatte ich dann einen Termin zur Krebsvorsorge. Dort habe ich auch von den Bauchschmerzen berichtet, die aber laut Frauenärztin nichts mit der Spirale zu tun haben können weil "die Spirale liegt ja so gut".
Das die Rückholfäden weg waren hat sie bestätigt, aber nur gesagt "irgendwie bekommen wir die da schon raus, falls es nicht geht müssen sie halt ins Krankenhaus und sie sich unter Vollnarkose ziehen lassen, aber im Moment soll sie ja nicht raus und da können wir uns Gedanken machen, wenn es soweit ist".
Außerdem hat sie festgestellt, dass der Scheiden-pH wert nicht passt und keine Döderleinbakterien vorhanden sind - ich hatte zwar keine Infektion, und keine pathologischen keime, aber eben auch keine guten keime. Ich habe also eine Döderleinkur gemacht.
Nachdem die Bauchschmerzen immer häufiger und auch schlimmer geworden sind und ich mich bei meiner Frauenärztin nicht mehr wohl gefühlt habe habe ich dann anfang August einen Termin bei einer anderen Frauenärztin für den 24.8. vereinbart. Nachdem die Bauchschmerzen Mitte August aber deutlich schlimmer geworden sind und meine neue Frauenärztin im Urlaub war, bin ich dann zur vertretungsärztin gegangen. Diese hat festgestellt, dass ich vier Zysten am rechten Eierstock hatte und sich leider trotz der Döderleinkur keine Döderleinbakterien angesiedelt hatten. Dass die Rückholfäden weg waren hat sie auch bestätigt.
Also habe ich mich entschlossen, die Spirale letzten Donnerstag bei meiner neuen Frauenärztin ziehen zu lassen. Leider hat das nicht wirklich problemlos geklappt. Dadurch, dass die Rückholfäden weg waren hat es 6 Versuche gebraucht, bis sie raus war. Nach dem vierten Versuch bin ich kurz weg gekippt, und die Frauenärztin wollte das Ziehen abbrechen. Ihr Vorschlag war, dass wir es in vier Wochen nochmal versuchen, falls es dann nicht klappt hätte sie mir die Überweisung fürs Krankenhaus für die Entfernung unter Vollnarkose gegeben. Ich wollte das Ding aber nur noch raus haben und so hat sie auf meinen Wunsch weiter gemacht, bis sie beim 6. Versuch die Spirale endlich raus hatte. Momentan bin ich noch ziemlich durch den Wind, aber ich hoffe das sich das bald einpendelt.
Die neue Ärztin hat auch nochmal einen Ultraschall gemacht und gesagt, dass es sie nicht wundert, dass ich Probleme hatte, meine Gebärmutter sei so zierlich, dass es zwar geht, aber eben so eng sei, dass die Probleme zu erwarten gewesen seien.
So viel zu meiner Spiralen-Geschichte.
Ich hoffe dass vielleicht die ein oder andere die sich eine Spirale legen lassen möchte das hier liest und ihr dieser Weg dadurch erspart bleibt.

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