Update - ein Jahr ohne Mirena

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lekado
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Update - ein Jahr ohne Mirena

Beitragvon lekado » 16.02.2018, 09:26

Hallo Ihr Lieben,

ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, da ich gesundheitlich noch immer sehr angeschlagen war, nun möchte ich aber ein Update geben. Wird etwas länger...

Ende Januar war es ein Jahr her, dass Mirena gezogen wurde. Ich war zwischenzeitlich bei einer naturheilkundlich orientierten Gynäkologin, die mich sehr ernst nahm (ich bin nicht ihre erste Patientin, die Probleme mit der HS hatte). Sie hat Progesteronmangel und Mineralstoffmängel festgestellt und diese behandelt, trotzdem wurden die Beschwerden (Muskelschmerzen, Herzrasen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unruhe...) nicht nennenswert besser.

Da ich zunehmend Beschwerden mit dem Kiefer hatte, bin ich bei einem ganzheitlich praktizierenden Zahnarzt gelandet, der eine chronische Kieferentzündung aufgrund einer offensichtlich nicht ausgeheilten Zahnresektion feststellte.
Ihm habe ich meine Beschwerden geschildert und seine erste Frage war, ob ich vielleicht eine Nahrungsmittelunverträglichkeit habe. War mir nicht bewusst und so wurde das getestet.
Und siehe da, im Labor wurde festgestellt, dass ich Unverträglichkeiten habe gegen Kuhmilch, Hühnerei und Gluten, sowie einige Kreuzallergien (bin Pollenallergikerin). Ich habe meine Nahrung nun entsprechend umgestellt und verzichte außerdem weitgehend auf histaminreiche Lebensmittel, weil ich festgestellt habe, dass ich die auch nicht vertrage. Zwar wurde im Labor keine Histaminintoleranz festgestellt, aber ich weiss mittlerweile, dass es nicht nur eine akute, sondern auch eine chronische Form gibt, wo das Histamin nicht über den Darm, sondern über die Zelle abgebaut wird und diese ist nur mittels eines Gentestes festzustellen. Bei der chronischen Form stehen auch nicht Magen-Darm-Beschwerden im Vordergrund (die ich nicht hatte), sondern Herzrasen, Kreislaufprobleme, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Schlafstörungen, Entzündungsprozesse im Körper usw., die ich ALLE habe!

Ich habe mich gefragt, warum ich nicht vorher darauf gekommen bin. Jetzt weiss ich warum! Ich habe vor drei Jahren Antidepressiva verschrieben bekommen, die ich Ende letzten Jahres nach fast einjähriger Ausschleichphase (weil Antidepressiva ja nicht abhängig machen...) abgesetzt habe. Sobald ich die nicht mehr nahm, kriegte ich direkt beim Essen große Probleme mit Flush, Herzrasen, Kopfschmerzen... Als ich nachforschte, habe ich gelesen, dass dieses AD antihistamin wirkt. Das heisst, ich esse seit drei Jahren alles, was ich nicht essen darf und merke es nicht, weil das AD die Symptome gedeckelt hat. Mein Darm ist derzeit ziemlich im Eimer, ich hatte einen Candida-Pilz sowie diverse Bakterien, die da nicht hingehören.
Im Labor wurde ausserdem ein Progesteronmagel (trotz Hormoneinnahme sei einem halben Jahr, die Dosis wurde jetzt erhöht), oxidativer Stress (Mitochondrien sind nicht in Ordnung) und Schadstoffbelastung festgestellt.

Ich nehme jetzt täglich zig Tabletten ein, mache eine Darmsanierung und eine Entgiftung und bin außerdem in physiotherapeutischer Behandlung (muskuläre Verspannungen, die offenbar zu einem Beckenschiefstand und einer CMD geführt haben und ich bin ziemlich sicher, dass die Muskelprobleme mit der Nahrungsmittelunverträglichkeit zusammenhängen!) und habe meine Nahrung komplett umgestellt. Ohne irgendwas dafür zu tun, habe ich seit Jahresbeginn 10kg abgenommen. Weswegen mein Kreislauf oft verrückt spielt.

Besonders mein Rücken macht mir noch sehr zu schaffen und ich bin insgesamt sehr erschöpft und antriebslos. Außerdem leide ich unter starker PMS, besonders mit heftigen Kopfschmerzen.
Es fällt mir sehr schwer, Geduld aufzubringen, obwohl ich weiss, dass das, was sich jahrelang eingeschlichen hat, nicht nach ein paar Wochen weg sein kann. Aber es ist sehr zermürbend, dass es nur so langsam voran geht. Glücklicherweise schlafe ich mittlerweile wieder ziemlich gut, besonders seit ich das AD abgesetzt habe, obwohl ich das eigentlich gegen Schlafstörungen bekommen habe...

Ich hoffe, dass ich irgendwann wieder gesund werde und sage mir immer, jetzt weiss ich wenigstens, wo dran ich bin und kann mit der Diagnose arbeiten, aber es ist sehr mühsam.

Wenn ich dann lese, dass Ärzte sogar in diesem Forum die Nebenwirkungen der HS verneinen, dann könnte ich ausrasten!!! Ich wünsche diesen Ärzten mal vier Wochen das, was ich seit vier Jahren durchmache, dann würde ihnen ihre Arroganz vergehen! Entschuldigt meinen Ausflug in die Polemik.

Ich wünsche Euch allen das Beste!
Leonie

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