Jaydess seit dem 21.06.2016 - Mein Leidensweg

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iza.ucho
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Jaydess seit dem 21.06.2016 - Mein Leidensweg

Beitragvon iza.ucho » 02.04.2018, 11:33

Hallo ihr Lieben,

Wie froh ich bin Leidensgenossinen gefunden zu haben. Was man hier liest, ist zwar schrecklich zugleich aber auch Balsam für die Seele, weil man sich nicht alleine fühlt mit seinen Beschwerden.
Hier etwas zu meiner Geschichte:
Ich bin 28 Jahre alt, habe 2014 meine erste Tochter entbunden und 2016 meine zweite. Beide auf normalem Wege und ohne Probleme. Da es mit zwei Kindern aber schwierig ist an die Pille zu denken, fand ich es einfacher und besser mir eine Hormonspirale einsetzen zu lassen. Diesen Gedanken unterstütze meine Frauenärztin sehr und empfahl mir die Jaydess für 3 Jahre, da sie in dem Glauben ist, dass ich ganz sicherlich noch bald mein drittes Kind bekommen würde.
Der erste Versuch die Jaydess einzusetzen klappte nicht, meine FA kam nicht in die Gebärmutter rein und war erstaunt, wie gut die Rückbildung war nach kurzer Zeit. Also machten wir einen zweiten Termin aus und seit dem 21.06.2016 bin ich nun Besitzerin der Jaydess.
Man sagte mir, dass ich am Anfang ein Ziehen spüren kann wie beim der Periode und es bis zu 6 Monate dauern kann, bis sich der Körper an die Spirale gewöhnt, aber in der Regel passiert dies schon nach ca. 4-6 Wochen.
Nach dem Einsetzen fühlte ich mich etwas schlapp und ja es war am ziehen. Das verging aber bis zum Ende des Tages. Ich hatte eine Mischung aus leichter Periode und Schmierblutungen, was paar Tage anhielt. Danach fühlte ich mich wohl und war zufrieden.

Zu früh gefreut. Ich hatte immer wieder Schmierblutungen. Einen richtigen Zyklus könnte man nicht definieren. Auf Nachfrage bei der Ärztin hieß es, dass das eben dauern kann und die Spirale aber gut liegt.

In september 2016 sind wir in den Urlaub geflogen. Kurz davor merkte ich ein Brennen und Jucken. Mein Verdacht: Pilzinfektion. Super, damit habe ich keine Last gehabt vorher, also schnell zur Apotheke und was geholt. Im Urlaub wurde es nicht wirklich besser. Ständig Brennen beim Wasserlassen, der Geschlechtsverkehr war unangenehm, ich dachte an einebnen Harnwegsinfekt, also wurde viel getrunken.
Mir fiel auf, dass das Waschen immer unangenehmer wurde. Sobald wir wieder zuhause waren wechselte ich auf ein Waschgel speziell für den Intimbereich, doch das brachte keine Linderung. Das Brennen wurde schlimmer, es kam krümeliger Ausfluss dazu und meine Schleimhaut riss ein. Das wurde so schlimm, dass ich nur noch wund war. Selbst das Abwischen nach dem Pinkeln wurde zur Tortur. Der Intimbereich war trocken, eingerissen und geschwollen durch die Wunden.
Ich stellte mich wieder bei meiner Ärztin vor. Sie befürchtete ich hätte den Superpilz schlechthin, auf meine Frage ob das von der Spirale kommen könnte wurde mir gesagt das kann nicht sein. Abstrichentnahme - das Ergebnis kurz darauf: nur wenige Pilzsporen, also hat sich der Verdacht meine Ärztin nicht bestätigt. Ich bekam dennoch Tabletten für die Vagina, die diese von Innen quasi desinfizieren sollten. Nach diesen war zum Glück alles wieder gut. War ich froh, als das zu Ende war.

Bald machten sich jedoch Schmerzen bemerkbar. Immer rechts im Bereich des Eierstocks. Es drückte und stach. Beim GV hatte ich das Gefühl mir platzt was im Bauch, Schmerzen und Drückgefühl rechts kamen dann noch beim Stuhlgang hinzu. Ich hatte 2010 meinen Blinddarm entfernt bekommen, dachte erst ich hätte dort Verwachsungen, die drücken könnten, daher ging ich erstmal nicht zum Arzt. Allerdings wurden die Schmerzen immer mehr, auch stärker, teilweise hatte ich Phasen, in denen ich mich kaum bewegen konnte. Während so einer Phase fuhr ich dann abends ins Krankenhaus. Eierstockzyste rechts mit der Größe eines Hühnereis. Das erklärte die Schmerzen. Ich hatte die Möglichkeit abzuwarten oder es operieren zu lassen. Das war in Juni oder Juli 2017. Weil ich aber im August meine neue Stelle antreten sollte entschied ich mich für das Warten. Paar Tage später sollte ich zur Kontrolle zu meiner Frauenärztin. Diese sagte wieder das könne nicht von der Spirale sein, scheinbar habe ich die Veranlagung für Zysten und sie riet mir auch zum Warten.
Kurz nach Antreten meiner neuen Stelle wurden die Schmerzen wieder sehr stark. Meine Ärztin war im Urlaub, also ging ich zur Vertretung. Ich dachte meine Zyste sei geplatzt.
Die Vertretung sagte mir ich hätte Periodenschmerz. Sie sagte das in einem so lächerlichen Ton...ich kam mir nicht verstanden vor. Meine Periode habe ich seit dem 11. Lebensjahr und ich kann sehr wohl Periodenschmerz von was anderem unterscheiden. Die Zyste war noch da. Ich bekam Hormone zur Unterstützung des Abgangs, von welchen ich aber nur eine nahm.
Danach ging es wieder zu meiner Frauenärztin. Die Zyste war eingezogen, ein Zeichen dafür, dass sie kleiner wird und abgeht. Ich konnte aufatmen und dachte mein Leid wäre beendet.

War es auch, aber nur kurz. Die Schmerzen Kamen schnell wieder, obwohl die Zyste weg war. Zwischendurch war ich beim Hausarzt, da ich dachte es läge wirklich mit meiner Blinddarm-OP zusammen. Der Hausarzt fand nichts und sah keine Ursache für meine Schmerzen.
Beim Geschlechtsverkehr hatte ich wieder das Gefühl etwas ist kurz vorm Platzen. Ich lebte nun einfach mit den Schmerzen, da ich auch keine Lust und keine Kraft als auch vor allem keine Zeit hatte ständig zum Arzt zu rennen.
Nebenbei muss ich noch erwähnen, dass ich ständig Schmierblutungen hatte. Im Prinzip würde das um den Zeitraum mit der Zyste immer schlimmer. Im Moment ist es so, dass ich von 28 Tagen Zyklus 20-25 Tage Schmierblutungen habe. Mir reichte es, also ging ich wieder zu meiner Frauenärztin. Die wusste nicht mehr weiter. Ja, es könne von der Spirale kommen, dass ich überempfindlich reagiere. Die Schmerzen konnte sie sich aber nicht erklären. Sie stellte den Verdacht es könne eine Endometriose sein oder Verwachsungen im Bauch und gab mir eine Überweisung in die Frauenklinik.
Dort habe ich nun für den 12.04. einen Termin zur Gebärmutterspiegelung und zur Bauchspiegelung. Ich bin wirklich gespannt, was die Untersuchungen ergeben und wie es danach weiter geht. Wobei meine Vermutung ist, dass es alles mit der Spirale zusammen hängt.

Was ich vergessen habe zu erwähnen:
Meine Haut hat sich extrem verändert. Sie ist sehr trocken geworden. Die Haut im Gesicht ist gerötet und juckt. Mein Hautarzt meinte ich hätte eine Rosacea. Fragwürdig! Vielleicht ist es auch hier die Spirale, denn vorher kannte ich sowas nicht.
Ich bin aber auch eine andere Person. Bin schnell gereizt, innerlich unruhig, oft motivationslos und habe meine Gefühle nicht im Griff.
Ist das nicht schrecklich, wenn man sich selbst nicht wiedererkennt?

Das ist meine Geschichte und nach dem Eingriff werde ich hoffentlich endlich wissen wie diese weiter geht.

Lieben Gruß,
Isabella
28 Jahre, 2 Töchter, Jaydess seit dem 21.06.2016

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