4 1/2 Jahre Mirena - seit 5 Tagen ohne

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Maeu
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4 1/2 Jahre Mirena - seit 5 Tagen ohne

Beitragvon Maeu » 18.09.2018, 17:45

Ihr Lieben,

nach 4 1/2 Jahren Mirena habe ich sie mir nun auch vorzeitig ziehen lassen. Nachdem zuletzt mein Periode nach 4 1/2 Jahren ausblieb und ich schon jegliches Horrorszenario einer Schwangerschaft mit Spirale durchgedacht habe, bis ich den erlösenden negativen SST hatte, war für mich klar, jetzt reicht es.
Es hätte etwas besser gepasst sie noch bis zum Ende zu tragen, da wir ab Mitte nächsten Jahres sowieso mit der Familienplanung anfangen möchten, aber ich bin trotzdem glücklich den Schritt jetzt schon gegangen zu sein.
Ich fange mal von vorne an. Mit 14 habe ich die Pille verschrieben bekommen, die ich genommen habe, bis ich 19 war. Die Pille habe ich gar nicht vertragen. Eine Persönlichkeitswandlung von 180 Grad erlebt. Ich war immer ein ausgeglichener, ruhiger Mensch, selbst zu Beginn meiner Pubertät noch handzahm. Plötzlich war ich aggressiv, depressiv, laut, wurde sogar handgreiflich. Klar, man hätte es auch auf die Pubertät und alles schieben können, aber ich hab gemerkt, dass ich Fremdbestimmt bin. Meine Frauenärztin hat mir natürlich nicht geglaubt, wollte mir einen Psychotherapeuten vermitteln. Dann ein Fall von Thrombose in meiner Familie und ich hatte das schlagende Argument, damit sie mir eine Kupferspirale in dem jungen Alter und ohne Kind einsetzt. Die 5 Jahre mit Kupferspirale waren super. Einziges Manko, ich hatte wirklich starke Monatsblutungen. Alle 2 Stunden Tampon wechseln, keine Nacht ohne alles voll zu bluten. Das war mir damals sehr unangenehm. Also kam dann meine Frauenärztin nach den 5 Jahren mit der Hormonspirale. Es hörte sich super an: Keine Periode, wirkt nur lokal, alle Vorteile der Pille ohne die Nebenwirkungen. Gut eine neue Spirale müsste sowieso rein, wieso also nicht die Mirena? 330€ hab ich bezahlt, aber für 5 Jahre „Ruhe“ war es mir das wert.
Und von da an ging es mir schleichend schlechter, aber eben auch mehr so im Nachhinein betrachtet. Nervenzusammenbruch kurz nach dem Einsetzen, ich hab es mit dem Ende einer Affäre und dem Stress des Studiums in Verbindung gebracht. Studium dann im Endeffekt geschmissen, weil ich plötzlich mit dem Stress und der Belastung klar kam. 15kg Zunahme innerhalb eines Jahres, gut ich dachte es sei der Stress. Als ich nun dieses Jahr versucht habe abzunehmen für meine Hochzeit und es sich einfach nichts tat, trotz Sport und allem, kam mir das plötzlich schon sehr komisch vor. Blutbild aber alles in Ordnung, Schilddrüse alles gut. Ich soll einfach weniger essen und mehr Sport.
Jede kleinste Anstrengung war schon zu viel, ich hatte immer das Gefühl, dass mir was im Nacken sitzt. Ich konnte gar nichts genießen. Viele haben hier von „Nebel“ oder „Watte“ im Kopf geschrieben, das Gefühl hatte ich auch.
Irgendwann hatte ich das Gefühl, gar kein Glück, keine Freude mehr spüren zu können. Auch die Libido war irgendwann so gut wie weg. Außerdem hatte ich Schmerzen beim Sex. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr auf meine Partnerschaft, obwohl es objektiv alles super läuft. Und ich auch wusste, dass es super ist. Gerade das körperliche hat mir aber einfach keinen Spaß gemacht und nichts gebracht.
Naja dann kamen die körperlichen Probleme, ständig Unterleibschmerzen, schon Wochen vor meiner „Periode“. Die kam immer noch, relativ regelmäßig, aber es waren eben nur paar Tropfen Blut. Dafür aber Schmerzen, die ich so vorher nicht kannte. Richtig unbefriedigend, dann nicht mal die erlösende Blutung zu haben. Wasseransammlungen im Körper kurz vor den Tagen, außerdem ständiger Blähbauch. Und Rückenschmerzen, vorallem im Lendenwirbelbereich. Sehr schlimm. Fühlte mich teilweise wie eine 80 Jährige, dabei bin ich nicht mal 30! Ich war teilweise echt verzweifelt, dachte ich könnte mir doch jetzt schon die Kugel geben, wenn es mir jetzt schon so geht, wird das doch niemals besser. Ich ernähre mich relativ gesund und mache Sport. Ich wusste nicht, was ich noch machen soll. Meine Intuition sagte mir schon lange, dass die HS Schuld ist. Aber es war doch noch so bequem so zu verhüten, kein Aufwand.
Nach dem SST vorletzte Woche habe ich gleich einen FA-Termin gemacht, dort nur gesagt, wir wollen jetzt schwanger werden und dann wurde nicht lange diskutiert. Ich wollte auch gar nicht die wahren Gründe sagen, aus Angst wieder nicht ernst genommen zu werden, wie damals mit der Pille.
Und ich bilde mir nun ein, dass es mir seitdem viel besser geht. Meine Rückenschmerzen im LW Bereich sind sofort weg gewesen. Ich habe wieder mehr Energie und war gleich wieder lockerer, hab gleich wieder mehr lachen können. Der Sex hat sich, trotz das wir nun mit Kondom verhüten, sofort verbessert. Es tut nicht weh und ich fühle einfach mehr, es war super schön. Der Nebel im Kopf ist weg.
Meine Haut ist zwar gerade etwas schlechter geworden, aber das bekomme ich wieder in Griff.
Blähbauch leider immer noch da.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, was sich noch alles verbessert.
Jedenfalls bin ich sehr froh auf das Forum gestoßen zu sein, das hat mich sehr in meiner Entscheidung bestärkt.

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