2. e-mail an Schering!

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

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Andrea39
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2. e-mail an Schering!

Beitragvon Andrea39 » 26.12.2004, 00:39

Sehr geehrtes Schering-Team, sehr geehrte Frau Fröhlich,
ich möchte mich nun nochmals bei Ihnen melden und Ihnen meinen derzeitigen "Zustand" mitteilen.

Kurz zu der Vorgeschichte:
Mir wurde am 27.09.1999 bei meinem damaligen Frauenarzt Dr. Russ, Kronach Ihre Mirena gesetzt. Ich wurde damals insofern aufgeklärt, als dass ich nach dem Setzen der Spirale evtl. in den ersten Monaten Zwischen- bzw. Schmierblutungen bekommen könnte und dass die Menstruation nach einem gewissen Zeitraum ausbleiben kann. Weiterhin, dass ich mir deswegen keine Sorgen machen müsste, sowie dass die Mirena einen Schutz über 5 Jahre bietet. Das war die Aufklärung durch den Frauenarzt.

Im Februar diesen Jahres (2004) bekam ich leichte Schwindelanfälle sowie leichtes Ohrensausen im linken Ohr, was ich aber in keinem Zusammenhang mit Mirena sah. Das Ohrensauen wurde stärker und trat bis ca. Juni ständig auf, wonach ich mir einen Termin bei meiner HNO-Ärztin geben ließ.

Am 15.07.04 ließ ich mich bei meiner HNO-Ärztin untersuchen, wobei aber keinerlei Krankheitsbefund festzustellen war. Die Ärztin riet mir daraufhin, 5 Tage lang das Präparat "PENTO" einzunehmen, um die Durchblutung im Innenohr zu verbessern.

Am 17.07.04 nahm ich vormittags die erste Tablette und hatte ca. 30 Minuten später massive Kreislaufprobleme. Nach Anruf beim zuständigen Notdienst wurde mir gesagt ich solle die Beine hochlagern und mich hinlegen. Ich nahm auch am 17.07.04 keine weitere Tablette mehr ein (lt. Anweisung HNO-Ärztin 1x vormittags, 1xnachmittags). Am 18.07.04 nahm ich vormittags eine halbe Tablette ein und hatte die gleichen Probleme als am Tag davor. Am 19.07.04 nahm ich keine Tablette mehr ein, ging vormittags wie gewohnt zur Arbeit, die ich nach einer Stunde wieder verlassen musste, da das Schwindelgefühl um nichts besser wurde. Mein Lebensgefährte brachte mich daraufhin sofort zu meinem Hausarzt, Dr. Wurm/Kronach. Er untersuchte mich, entnahm mir Blut, machte ein EKG, untersuchte die Halsschlagadern. Fazit: Ruhepuls ca. 110, Blutdruck in Ordnung, EKG unauf- fällig - und gab mir ein Rezept für Diacard-Tropfen, welche ich auch in der Apotheke holte. Ich solle doch bitte spät. Am 21.07.04 wegen den Blutwerten nachfragen. Am 20.07.04 mittags gab es aber eine weitere Attacke. Ich bekam urplötzlich massives Herzrasen, Schwindelanfälle & die Panik jeden Moment zu sterben. Mein Lebensgefährte brachte mich wieder sofort zum Hausarzt, wo auch gleich ein EKG sowie ein Ultraschall an den Beinen gemacht wurde. Beides ohne Ergebnis. Auch meine Blutwerte, die schon eingetroffen waren, waren vollkommen in Ordnung. Ich fragte meinen Arzt wieder ob es mit der Mirena zu tun haben könnte, aber er antwortete mir, dass müsse ich mit meinem Gynäkologen abklären, da er Internist sei und dies nicht sein Fachgebiet. Am 20.07.04 war es mir aufgrund meines Befindens nicht möglich den Gynäkologen aufzusuchen, welches ich aber am 22.07.04 tat. Die Reaktion war, es kommt auf keinen Fall von der Mirena, ich solle mich nicht verrückt machen! Ich hätte eine endogene Depression! Keine Untersuchungung - keine weitere vernünftige Auskunft über Nebenwirkungen nach fast 5 Jahren Tragezeit!

Tagtägliche Panikattacken folgten, bis mir eine Bekannte am 26.07.04 eine Internetadresse gab, unter welcher ich Erfahrungsberichte von "Mirena-Geschädigten" nachlesen konnte. Und siehe da - ich fand meine Nebenwirkungen, die ich hatte, alle unter dieser Adresse. Weiterhin gab es Auskunft über Nebenwirkungen, wie Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Aggressionen, sexuelle Unlust, etc., die ich die letzten zwei Jahre beim Tragen der Mirena bei mir auch bemerkt habe, aber nie mit der Spirale in Verbindung brachte. Weiterhin gab es mir Erklärung über meine zwei Eierstockzysten, die ich während des Tragens hatte (eine war 6x4 cm groß!), die aber immer wieder selbst eintrockneten und nicht operativ entfernt werden mussten. Auch fand ich mich in den Berichten wieder hinsichtlich meiner gestörten Vaginalflora, die ich jahrelang mit Vaginalzäpfchen & Döderlein Bakterien behandeln musste.

Für mich stand fest - dieses Teufelsding muss raus!
Ich ging zu meinem Frauenarzt und musste aber wieder hören, dass dies alles nicht mit der Mirena in Verbindung zu bringen wäre; ich wäre mit 39 Jahren in den Wechseljahren und bräuchte nur ganz dringend einen Termin beim Psychiater!

Ich habe mir dann am 29.07.04 die Mirena im Klinikum Lichtenfels ziehen lassen und meine Beschwerden wurden langsam besser.

In der Zwischenzeit wurde auch ein Langzeit-EKG sowie ein Herzultraschall sowie weitere EKG's an verschiedenen Tagen beim Internisten gemacht - und alle ohne Ergebnis. Ich bin organisch komplett gesund, meine Blutwerte (auch der Eisenwert) vollkommen in Ordnung.
Allerdings habe ich heute noch immer zeitweise Schwindelattacken, Herzrasen, Erschöpfungszustände. Aber was mich am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass nirgendwo bei Ihren super Hochglanzprospekten ich Nachwirkungen nach dem Ziehen der Mirena finden konnte! Ich habe Unmengen an Arztkosten bezahlt, bis nun meine Heilpraktikerin festgestellt hat, dass ich (anhand einer Haaranalyse) eine synthetische Hormonstörung habe!
Meine Beziehung zu meiner Tochter sowie meinem Lebensgefährten haben bitterst gelitten in dieser Zeit!

Wissen Sie eigentlich, dass Sie mir Ihr Präparat zwei Jahre und vielleicht noch länger mein Leben zur Hölle gemacht haben?
Aus diesem Grund überlege ich derzeit noch die Sache durch meinen Anwalt prüfen zu lassen, da meiner persönlichen Meinung zufolge dies fast an Körperverletzung grenzt, was Ihr Präparat an einem Teil der Menschheit anrichten kann!


Ich verbleibe, ...

**************************

Ich hoffe Euch bald eine Antwort von Schering geben zu können!

Viele Grüße & noch Schöne Feiertage sowie einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!

Andrea
40 Jahre, 1 Kind, Mirena 4 Jahre 10 Monate, seit Juli 2004 ohne

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Vanessa
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Beitragvon Vanessa » 26.12.2004, 15:03

Ui, da bin ich mal gespannt, was dabei rauskommt.
Leider glaube ich aber, nicht sehr viel... Schering wird sich den Schuh nicht anziehen, denke ich... :roll:

Aber trotzdem gut, dass du das geschrieben hast! Nur so kann sich was ändern! :)
Liebe Grüße
Vanessa

32 Jahre, keine Kinder, nur 8 Wochen Mirena und seit Juni 2004 wieder ohne

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juttab
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Herzprobleme mit Mirena

Beitragvon juttab » 26.12.2004, 15:08

Hallo Andrea!

Ich habe heute Deinen Beitrag gelesen und kann mir sehr gut vorstellen, wie schlimm das alles für Dich war. Ich kann Dir das gut nachfühlen. Ich habe ebenfalls diese schweren Herzprobleme unter Mirena gehabt, allerdings sind sie bei mir nach ungefähr zweieinhalb Jahren Tragezeit aufgetaucht. Ich bin mehrmals in der Notaufnahme gewesen und war bei verschiedenen Kardiologen, die alle nichts festgestellt haben. Ich kam mir so was von bescheuert vor! Ich war kerngesund, hatte Superwerte was das Herz betrifft und hatte aber andauernd massive Aussetzer des Herzens. Das war so schlimm, dass ich sogar einmal ohnmächtig wurde. Ich habe gebnau gespürt wie mein Herzschlag aussetzte, ich umfiel und während des Fallens setzte er wieder ein. Kein Wunder, dass ich Panikanfälle bekam und meinte sterben zu müssen. Nachts wurde ich andauernd wach weil mein Herz raste, ich hatte Atemnot und mir war schwindlig. Dazu musste ich (alleinerziehend mit drei Kindern, 18, 16 und 13) arbeiten, sowie noch eine Fortbildung machen, Examen ablegen usw. Ich hatte dauernd Angst, ich krieg einen Herzanfall und lasse meine Kinder zurück. Die Beschwerden schob ich allerdings auf die enormen Belastungen. Ich habe das alles nur in den Griff bekommen, weil ich wirklich einen starken Charakter habe und positiv denke. Also habe ich noch zusätzlich viel Ausdauersport getrieben, um mich abzulenken. Die ganze Zeit war schrecklich.
In der Zwischenzeit hat mir meine Hausärztin ja bestätigt, dass Frauen mit einem leichten Herzklappenfehler, den ich habe, die Mirena nicht bekommen dürften. Eindeutig wurde alles durch die Mirena verstärkt, Den ganzen Stress, den ich hatte, hätte ich ohne Herzprobleme überstanden, wenn diese teuflische Spirale nicht gewesen wäre!!!
Jetzt bin ich die Mirena seit 2. Dezember los!
Allgemein geht es mir etwas besser. Ich hatte gleich danach eine Blutung, weiss aber nicht, ob das meine Mens war. Wenn sie pünktlich ist, wie das immer vor Mirena der Fall war, müsste ich sie Ende des Monats bekommen.
Meine Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich sind weg, und ich fühle mich etwas fitter als vorher. Habe aber auch Rückschläge wie Müdigkeit, enorme Reizbarkeit (meine armen Kinder und mein armer Lebensgefährte!!!), leichte Depressionen, die aber nur einen Tag andauern. Wie gesagt, denke ich positiv und daher kann es nur besser werden. Ich weiss ja woher alles kam und dass es nicht mehr so schlimm werden kann.
Was mir hilft, ist die Tatsache, dass ich schon ein paar Jahre zu einem netten Psychiater gehe, der mir viel geholfen hat. Deshalb will ich allen Frauen hier auch raten, sich helfen zu lassen, wenn es nicht weiter geht. Ich habe die ganze Zeit nur einmal Antidepressiva genommen, und sie sofort abgesetzt, weil ich sie nicht vertragen habe. Also, kein ernst^hafter Psychiater pumt einen mit diesem Zeug voll, aber hilft einem wirklich weiter!
Hier ist es wie mit den FÄ, suchen bis man den richtigen findet und ich hatte Glück!
Ach ja! Abnehmen tue ich auch, langsam aber sicher, seit ich die Mirena los bin!

Bitte denkt alle etwas positiver und lasst Euch nicht von diesem verdammten Ding das Leben kaputt machen. Ist doch schon was, wenn frau weiss, woher das alles kam, und das Ding wieder los ist.
Ich denke, es ist doch viel schlimmer, wenn man unheilbar krank ist und niemand einem helfen kann. Das ist bei uns nicht der Fall. Es kann nur weiter bergauf gehen, auch wenn wir zwischendurch mal wieder etwas abrutschen!

Liebe Grüsse an Euch alle und ein schönes mirenafreies, freudiges und positives Jahr 2005!

Jutta, 46 Jahre, über 4 Jahre Mirena, seit 2. Dezember frei!

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Marianne
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Beitragvon Marianne » 26.12.2004, 18:44

Hallo zusammen

als Mitleidende (habe 3 Jahre einen Arzttermin nach dem anderen hinter mir und weiss, wovon ihr redet/schreibt ) kann ich euch nur diesen positiven Gedanken mitgeben:

da alle Blutwerte, Untersuchungen etc. positiv (also ohne Befund) ausgefallen sind, erfreut euch doch, dass ihr/wir eigentlich ganz GESUND sind !!!

Die Hormonschwankungen werden wir wohl auch noch in den Griff bekommen. Laut Erfahrungsberichten freu ich mich auf die kommende Zeit. Auf die Zeit, in der ich wieder die bin, die ich einmal war.

In diesem Sinne
frohe Weihnachtstage
und ein gutes, positives, gesundes neues Jahr !

Grüessli
Marianne
37 Jahre, 2 Kinder, 4 Jahre Mirena, seit 09/2004 ohne Mirena

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