Dank Jaydess massive (Rücken-)Schmerzen, kognitiver Zerfall, Gefässveränderungen etc.

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Footsteps
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Dank Jaydess massive (Rücken-)Schmerzen, kognitiver Zerfall, Gefässveränderungen etc.

Beitragvon Footsteps » 14.06.2019, 21:01

Liebe alle

Ich kann euch gar nicht sagen, wie wichtig es mir ist, dass ich andere davor bewahren kann, dasselbe erleben zu müssen wie ich! Daher schildere ich nachfolgend gerne meine Geschichte mit der Jaydess. Bitte entschuldigt, wenn es etwas lange geht zum Lesen. Jedoch möchte ich so viel "Material" liefern wie möglich, damit andere Betroffene sich darin besser wiederfinden.

Kurz zu mir: Ich bin 23 Jahre alt und hatte die Jaydess zwischen Frühling 2017 und Februar 2019. Zuvor nahm ich Elyfem, ich weiss aber nicht mehr wie lange. Ausserdem bin ca. 1.60m gross und wog vor Einsetzen der Jaydess etwa 54kg und beim Ziehen 46kg.

Vorausgehend muss noch gesagt werden, dass ich in der Anfangszeit (Jahr 2017) ein enorm durchgetaktetes Leben hatte (beinahe 100% Pensum in anspruchsvoller Stelle, nebenbei Hochschul-Studium, interne Berufsausbildung, Halbmarathon, ehrenamtliche Tätigkeit, Freund und Familie, etc.).

Rückblickend betrachtet muss man wohl sagen, dass sich das erste Symptom schon vor 1.5 Jahren (Dezember 2017) gezeigt hat. Nach der gewohnten Jogging-Runde hatte ich solch starke Schmerzen im Knie, dass ich rund 5 Monate nicht mehr Laufen gehen konnte – am Anfang kam ich nicht einmal die Treppe runter. Diagnose: Muskuläre Dysbalance. Merkwürdig: Auch nach X Massage-Terminen gingen die Schmerzen nie nachhaltig weg. Nun denn, im Sommer gings dann wieder einigermassen mit Joggen, die Sache war für mich also abgeschlossen. Schon bald folgten aber diverse neue Beschwerden: starke Schwindelattacken, tiefer Blutdruck, totale Alkoholunverträglichkeit (war nach 1 Glas Wein total betrunken), Schmerzen im Knie kamen stärker zurück, Schmerzen am übrigen Körper begannen, starke Kälteunverträglichkeit (trug bei 20 Grad teilweise 4 Schichten) etc.

Den Höhepunkt erreichte es dann zwischen Oktober 2018 und Februar 2019. Die Schmerzen im Lendenwirbelbereich waren so stark, dass ich nicht mehr länger als 30 Minuten sitzen konnte. Stehen ging aber auch nicht, weil meine Beine dann innert Kürze so wehtaten, dass ich mich doch wieder setzen musste… Ausserdem stach es mir immer und immer wieder (bzw. teilweise konstant) in den Rücken, ein Bandscheibenvorfall konnte aber ausgeschlossen werden. Ihr könnt euch vorstellen, bei meiner Tätigkeit als Kundenberaterin, wobei ich zwingend 3-4 Stunden pro Tag in Terminen sitzen muss, war das der absolute Horror… Übrigens: Wenn es nicht gerade schmerzte, kribbelte es einfach am ganzen Körper und der Schmerz war wohl mit dem bei einer Fibromyalgie vergleichbar (ich habe aber keine Fibromyalgie). Zusätzlich konnte ich mich einfach überhaupt nicht mehr konzentrieren, ich fühlte mich wie "verblödet" und wie wenn ich durch eine milchige Scheibe sehe. Ausserdem war ich konstant extrem müde, es zwickte und drückte immer wieder in der linken Brust, ich wachte oft schweissgebadet auf, meine Handflächen liefen gelb an (das fiel sogar der Ärztin auf), ich hatte teilweise tagelang pausenlos Schüttelfrost, musste nach jedem Glas Wasser sofort auf die Toilette rennen etc. Letztlich traten übrigens noch meine Blutgefässe an die Oberfläche, wurden also extrem sichtbar, und ich meine ganzen Beine waren übersät von Hämatomen inklusive entstehenden Besenreissern – solche Gefässprobleme hatte ich früher nie.

In dieser ganzen Zeit war ich diverse Male beim Arzt. Man beurteilte Blutwerte, Organe inkl. Herz und Lunge, neurologische und rheumatische Grundaspekte etc. Anhand dieser ersten Messungen konnte man aber von Anfang an so viel ausschliessen, dass die Ärzte nicht wussten, zu welchem Spezialisten sie mich schicken sollen – und ich wollte nicht einfach jeden "abklappern", nur um zu erfahren, dass sie tatsächlich nichts finden (was eben sehr wahrscheinlich war).

Da ich also auf mich alleine gestellt war, versuchte ich die verschiedensten Dinge, um eine Linderung zu erzielen. So ging ich in die Physiotherapie, um die Rumpfmuskulatur wieder aufzubauen (was in meinem Ausmass sehr ungewöhnlich war bei einer 23jährigen!). Ich versuchte es wieder mit mehr Sport, denn nach Dezember 2017 hatte ich nie mehr wieder richtig damit begonnen. Ich begann, mich so oft es ging zu dehnen, um die Muskulatur zu entspannen. Ich reduzierte mein Arbeitspensum und schlief jeden Moment, den ich hatte (mein Privatleben musste ich gezwungener Massen auf 0 reduzieren). Ich versuchte, bewusst energiereicher d.h. mehr Zucker zu essen, weil ich dachte, meinem Körper fehlte nach den Strapazen der letzten Jahre einfach die Energie (heute weiss ich, dass dies eine total dämliche Idee war). Und vieles weiteres, an was ich mich gar nicht mehr erinnere. Mit dem Resultat, dass nichts half. Die Schmerzen blieben, die Müdigkeit blieb, alle anderen Symptome blieben bzw. also wurde immer schlimmer. Irgendwann war ich mit meinem Latein dann echt am Ende. Und dann kam mir die Idee mit der Spirale. Das Ding war immer noch in mir…

Zusammengefasst also meine Beschwerden:
- Wahnsinnige Schmerzen im Lendenwirbelbereich
- Schmerzen / Schweregefühl / Brennen / Kribbeln in den Beinen
- Kribbeln am ganzen Körper, insbesondere der Stirn
- Gefässprobleme mit Hämatomen und Besenreissern (hatte ich früher nicht!)
- Marmorierung der Haut an den Beinen
- Müdigkeit / Erschöpfung
- Gefühl, dass ich durch eine milchige Scheibe schaue
- Extremes Gefühl der "Verblödung" (kognitive Degeneration), Gedächtnisverlust, keine Merkfähigkeit mehr
- Verschlechterung der Sehstärke, monokulare Doppelbilder und trockene Augen
- Tiefer Blutdruck
- Extremes Frösteln
- Einschlafende Hände in der Nacht
- Druck / Stechen in linker Brust
- Tlw. pausenloser Schüttelfrost (tagelang)
- Schweissgebadete Nächte
- 7-8kg verloren
- Gelbe Hände (und Füsse)

Kurz entschlossen ging ich also zu meinem Gynäkologen und liess mir die Jaydess ziehen. Er meinte übrigens, das habe ganz sicher keinen Zusammenhang. ABER: Seit dann geht es nur noch aufwärts. Das erstaunlichste: Am 1. Tag (!) nach dem Ziehen konnte ich wieder 3-4 Stunden am Stück sitzen! Was für eine Erleichterung! Die Schmerzen in den Beinen gingen nach und nach zurück, heute habe ich sie wenn dann nur noch schwach und ziemlich lokal. Die Hämatome sind weg. Das Frösteln sowie die schweissgebadeten Nächte existieren nicht mehr, wie auch der Schüttelfrost. Die Müdigkeit ist viel weniger, ich fühle mich kognitiv wieder viel "fähiger". Und ich habe schon 3kg zugenommen :smile_happy: (juhuu! dafür konnte ich in den letzten Monaten so viel reinstopfen wie ich wollte, es ging einfach nicht). Was völlig unerwartet auch zurückkam: Ich träume wieder! Und ich fühle mich ganz allgemein wieder viel mehr ich selbst – es sagen ja viele, man habe ein ganz anderes Körpergefühl, und so ist es auch bei mir.

Ganz die "Alte" bin ich immer noch nicht wieder, da muss ich mich nun einfach gedulden. Auch meine Periode lässt noch auf sich warten. Aber ich bin zuversichtlich, dass alles reversibel ist.

Um meinem Körper zu helfen, habe ich übrigens folgendes unternommen:
- Starker Fokus auf die Ernährung (in den ersten 3 Monaten fast ausschliesslich basisch, wenig tierische Produkte, viel Gemüse, biologische Produktion, kein Alkohol und raffinierte Produkte etc.)
- Genügend Schlaf
- 2-4x/Woche zurückhaltender Sport
- Eisen (seit ca. 3 Monaten)
- Magnesium (seit ca. 2 Monaten)
- Padma (pflanzliches, tibetisches Durchblutungs-Mittel)
- Vitamin D3 (seit ca. 1 Monat)
- Kalium (seit heute :smile_happy: danke für die bisherigen Forumsbeiträge!)
- Augentropfen
- und letztlich einfach auch ganz viel Verständnis dem eigenen Körper gegenüber...

Als Fazit möchte ich betonen, dass ich mit meinem Lebensstil in den letzten Jahren wohl enorm viel dazu beigetragen habe, dass es soweit gekommen ist – dieser ganze Stress wird heutzutage hormonell ja vielen Frauen langfristig zum Verhängnis, ob mit oder ohne Verhütungsmittel. Nichts desto trotz bin ich aber sehr überzeugt, auch wenn es dafür nie einen Beweis geben wird, dass die Spirale letztlich die Hauptursache für meine Beschwerden war. Wenn man sich einerseits den zeitlichen Ablauf meiner Beschwerden (bzw. der Besserung) und zum anderen die von anderen Frauen beschriebenen Nebenwirkungen von Levonorgestrel anschaut, wäre alles andere wohl ein etwas grosser Zufall…
23 Jahre, Jaydess von Frühling 2017 bis Februar 2019, zuvor Elyfem

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