Rückblick auf 2004

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Kirschblüte
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Rückblick auf 2004

Beitragvon Kirschblüte » 29.12.2004, 14:39

Rückblick auf 2004

Dieser Bericht wird wohl etwas lang, für mich ist er ein Rückblick auf das Jahr 2004, das von Mirena und ihren Folgen geprägt ist. Ein Art Selbsttherapie :wink: , aber vielleicht findet sich die eine oder andere Leserin zum Teil wieder, so, wie ich mich oft in den Berichten hier im Forum finde. Ja, ohne dieses Forum keine Berichte, drum wiederhole ich hier gerne meinen herzlichen Dank an Katja, dass sie mit viel Energie und Überzeugung dieses Forum und den Chat führt.

Und jetzt zum Rückblick:
Anfang Januar dieses Jahres habe ich eine Woche Urlaub. Keinen Stress. Trotzdem sind da diese Schlafprobleme. Angefangen hatten diese Beschwerden im Oktober 2003: ich wachte immer früher vor dem Wecker auf, meistens schweissgebadet. Danach liege ich 2 Stunden wach. Gegen Ende 2003 folgten dann auch noch Einschlafprobleme.

Schlafhygiene betreibe ich seit eh und je und hatte auch noch nie Schlafprobleme; ich ernähre mich sehr gesund, sorge für genügend frische Luft, treibe Sport, rauche nicht, trinke wenig Alkohol, habe einen wunderbaren Mann an meiner Seite, eine herzliche Familie und liebe Freunde. Mein Job macht mir Spass und ist nicht übermässig stressig. Was also stimmt nicht mit mir?

Ich finde keinen Grund. Es sei denn, Mirena?! Der Beipackzettel erwähnt nichts von Schlafproblemen, und auf dem Internet sehe ich, dass die Hormonspirale bei Frauen in den Wechseljahren eingesetzt wird, wenn sie Schlafprobleme haben. Also Fehlanzeige. Ausserdem: ich habe sie ja schon seit über 2 Jahren ohne Probleme, somit ist sie wohl keine mögliche Verursacherin, oder?

Vitamin B Tabletten und Akupunktur helfen mir soweit, dass ich zur Arbeit gehen kann. Aber wirklich besser wirds nicht.

Ende März rufe bei der Krankenkasse an und schildere meine Probleme. Die freundliche Beraterin meint, ich hätte hormonelle Beschwerden!? Ab zur Frauenärztin. Diese fragt mich, was ich schon alles getan habe, um wieder schlafen zu können. Sie meint, sie wolle mir keine zusätzlichen Hormone geben. Sie schliesst einen Zusammenhang mit Mirena nicht aus, findet es aber ehrer unwahrscheinlich. Ob ich die Mirena raus haben möchte oder vorerst mit pflanzlichen Schlafmitteln probieren? Ich entscheide mich für letzteres.

Keine Besserung, eher im Gegenteil. Es kommt soweit, dass ich nach nur einer Stunde Schlaf zur Arbeit muss. Völlig entnervt lande ich beim Psychiater und kriege Antidepressiva, damit ich wenigstens schlafen kann. Das klappt dann auch, aber der Schlaf ist irgendwie oberflächlich.

Jetzt bin ich soweit, die Mirena kommt raus. Einen Termin kriege ich sofort. Meine Frauenärztin nimmt die Beschwerden auch Ernst und leitet sie an Schering weiter. Sie kennt aus ihrer Praxis keinen weiteren Fall wie mich. Allerdings hat sie Patientinnen, die einen Kreislaufkollaps hatten wegen der Mirena. Am 19. April 2004 kommt das Ding schmerzlos raus. Am Tag vorher stosse ich bei weiteren Recherchen im Internet auf dieses Forum. Und siehe da, ich bin nicht die einzige, die mit Mirena Schlafprobleme hat.

Erleichterung auf der ganzen Linie: Mirena draussen und (leider) Mitleidensgenossinnen. Zuerst schlafe ich auch super. Dann aber kommen diese Einschlafprobleme wieder.

Die Antidepressiva setze ich nach einem Monat ab, gehe aber weiter zur Akupunktur. Es wird besser. Und nach 5 Wochen endlich meine Periode. Ein super Ereignis nach 2.5 Jahren ohne. Ich beginne, Temperatur zu messen, um über meinen Zyklus Bescheid zu wissen.

Nach 3 Monaten schlafe ich erstmals 3 Wochen am Stück gut. Schon glaube ich mich ganz geheilt, denn ganz verschwunden sind auch, und zwar seit dem Ziehen:

Aufwachen Mitten in der Nacht, schweissgebadet
Herzrasen (hatte ich, als ich jeweils nachts aufwachte)
Gedankenrasen (hatte ich, als ich jeweils nachts aufwachte)
Depressive Verstimmung
Zittern, Nervosität
Trockene Haut
Die abgebrochenen Haare wachsen nach
Die Kontaktlinsen kann ich wieder länger tragen
Zahnfleischentzündungen
Ständiges Frieren
Gewichtsverlust (hatte ohne Grund 2-3 Kilos verloren)

Leider kommen die Einschlafprobleme um den Eisprung und / oder die Periode wieder. So 2 bis 3 Nächte liege ich 2 Stunden wach. Ich nehme 3 Monate lang Mönchspfeffer (ärztlich verschrieben). Nach 7.5 Monaten dann wieder das Gefühl, dass jetzt alles beim Alten sei. Ist es ja auch (fast). Denn mir gehts wirklich gut.

Nach über 8 Monaten ohne Mirena, am 24. Dezember, kurz vor meiner Periode, liege ich plötzlich wieder 2 Stunden wach. Weiter so in den folgenden Nächten. Am 27. kam meine Periode, doch auch letzte Nacht gings lange, bis ich einschlafen konnte.

Ich will nicht klagen, denn es geht mir soooooo viel besser als vor einem Jahr. Absolut kein Vergleich zu damals! Ja, eigentlich ist fast alles wieder in Ordnung. Abgesehen eben von den gelegentlichen Einschlafproblemen – und meiner Periode. Diese finde ich nach wie vor zu kurz und schwach. Meistens dauert sie nur 2 Tage, dann folgen 2 Schmierblutungen und fertig. Ist ja nicht unangenehm, aber trotzdem mach ich mir so meine Gedanken.

Nun, wenn die Mirena 2.5 Jahre Zeit hatte, meinen Körper so ganz langsam, aber sicher durcheinander zu bringen, dann braucht es wohl auch lange, vielleicht ganau so lange, bis wirklich alles wieder in Ordnung ist. Geduld und Vertrauen in die Selbstheilkräfte des Körpers sind die Zauberwörter… Das als Ausblick nach dem Rückblick :wink:

Allen Leserinnen einen guten Rutsch ins neue Jahr, alles Gute und vor allem beste Gesundheit!

:arrow: Katrin.

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viv66
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Schlafstörungen vor der Periode...

Beitragvon viv66 » 08.02.2005, 15:59

Hallo Kirschblüte,

genau wie du das geschrieben hast, ist es bei mir auch noch. Ich habe die Mirena im Februar 2004 nach zwei Jahren Tragezeit ziehen lassen.
Mir geht es wieder gut, bis auf, die Wachphasen an den Tagen vor den Tagen. Ebenfalls ist meine Stimmung dann nicht so gut.
Ich denke das ist wohl PMS und das haben halt viele. Früher hatte ich es zwar nicht und vielleicht verändert sich ja auch noch was. Ich habe allerdings eine sehr starke Blutung anschließend. Und meine Laune steigt wieder und Schlafen kann ich auch wieder. Und so geht es, man lebt halt damit und dem Wissen, dass es nur die paar Tage sind. Aber unter der Mirena war es ein Dauerzustand an Schlaflosigkeit etc. daher :-)) Ist doch schon mal super, dass nur doch die paar Schlafstörungen über geblieben sind.
Ich glaube auch manchmal, dass es sicherlich lange dauert oder vielleicht gar nicht reparabel ist, was die Mirena angerichtet hat.
Aber hauptsache man fühlt sich wieder als normaler Mensch und kann ein normales Leben führen :-))

lg viv66

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