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28 Jahre alt - Mirena 4,5 Jahre getragen - nur wenige Nebenwirkungen, dennoch sehr glücklich nach dem Ziehen

Verfasst: 26.08.2019, 16:27
von Pusteblumli
Hallo liebe Forums-Mitglieder und stillen Mitleser/innen,

ich habe dieses Forum entdeckt, nachdem ich etwa 4 Jahre lang die Mirena getragen hatte. Es hat mich in meiner Entscheidung unterstützt und mit der Frage geholfen, was ich in der Zeit danach tun kann, um meinem Körper bei der Umstellung zu helfen.

Ein paar Eckdaten zu mir:
- 28 Jahre
- 79kg/1,80m (Sanduhren-Typ)
- Mirena von 01/2015 - 07/2019 getragen
- keine Kinder
- Entnahme der Spirale zur Reduzierung der Nebenwirkungen (derzeit kein Kinderwunsch)

Ich hatte denke ich nicht so viele und teilweise auch so schwerwiegende Nebenwirkungen wie viele hier berichten. Zwar kann auch ich beispielsweise auf depressive Phasen zurückblicken, jedoch bin ich auch einfach ein melancholischer, sehr selbstreflektierter Typ Mensch, sodass ich das nicht komplett der Spirale zuschreiben würde.

Was ich jedoch tatsächlich - hauptsächlich schleichend - in/nach den 4,5 Jahren an mir bemerkt habe, waren:

- Gewichtszunahme: ca. 5-10 kg, nach und nach passten mir meine Hosen nicht mehr bei gleichbleibenden Ernährungsgewohnheiten, ich habe also hauptsächlich um die Hüfte herum zugenommen, aber auch im Unterbrustumfang eine Nummer hinzu bekommen

- Blähbauch/Blähungen: ich hatte recht häufig einen sehr aufgeblähten, harten Unterbauch und auch häufiger Krämpfe. Ein Zustand, an den ich mich schon gewöhnt hatte und nicht mit der Spirale in Verbindung brachte.

- Vereinzelte Barthaare an der Kinn-Unterseite: ich zupfe die immer mit der Pinzette. Ähnlich wie bei dem Blähbauch hatte ich mir dabei nichts weiter gedacht.

- Vermehrt Pickel: Ich war selbst in meiner Jugend nicht der Typ für Pickel. Dass ich in den letzten Jahren so eine unreine Haut bekam, schob ich meistens auf den Stress und zu viel Schokolade.

-Starke Menstruationsschmerzen: Meine Eingewöhnung mit der Mirena hatte einige Monate gedauert. In der Zeit hatte ich immer wieder Schmerzen und ein starkes Fremdkörpergefühl im Unterbauch. Danach war für etwa 2 Jahre alles super. In der zweiten Hälfte der Tragezeit begannen dann aber nach und nach die Menstruationsschmerzen immer heftiger zu werden bei einer leichten Blutung (1-2 Slipeinlagen). Die letzten Monate habe ich das immer nur noch unter starken Schmerzmitteln aushalten können.

Seit Anfang Juli (ca. 6 Wochen) bin ich nun ohne die Mirena und verhüte mit NFP, Diaphragma und Kondomen.

Was sich seitdem verändert hat:

1) Psychisch:
Es fühlt sich sehr gut an keinen Fremdkörper mehr im Körper zu haben.

2) Körperlich:

- Blähbauch deutlich weniger: Das war mir tatsächlich sofort mit dem Ziehen der Mirena aufgefallen. Plötzlich ist mein Bauch überwiegend weich und entspannt. Das Gefühl kannte ich schon lange nicht mehr.

- Hautbild: Es kommt mir so vor als sähe meine Haut (v.a. im Gesicht) frischer und jünger aus als vorher. Pickel sind immer mal wieder da, das muss ich mal weiter beobachten.

- Gewicht: auf der Waage hat sich noch nicht so viel verändert, aber ich fühle mich irgendwie deutlich weniger aufgedunsen. Ich fasse mich selbst wieder lieber am Körper an und habe auch das Gefühl, dass meine Hüfte wieder schmaler wird. Aber das kann auch ein psychologischer Effekt sein. Ich beobachte das noch.

- kaum Menstruationsschmerzen: Ich hatte 2 Tage nach dem Ziehen eine schmierige Abbruchblutung über 3-4 Tage. Zwei Wochen später bekam ich dann (passend zu meiner Zyklusberechnung) meine richtige Periode, auch ca. 4 Tage. Die Blutung war völlig im Rahmen (pro Tag ca. 1/2 Menstruationstasse voll). Zu den erwarteten Schmerzen: Ich hatte am ersten Tag ein dumpfes Ziehen im Unterbauch, dann kam auch schon die Blutung und danach war schmerztechnisch nichts mehr. Am ersten Tag noch ein Wärmepflaster drauf geklebt, aber ansonsten keine Probleme. Lediglich dieses leichte verletzliche Gefühl, wenn man am bluten ist, was ich aber eher psychisch empfinde. Ich bin in der Zeit dann etwas vorsichtiger im Umgang mit mir und meinem Körper. Aber dass ich auf sämtliche Schmerzmittel verzichten konnte, kam für mich echt unerwartet. Meine nächste Periode steht die nächsten Tage an, also mal schauen, ob sich das wieder so angenehm reibungslos gestaltet. Würde mich freuen. :)


Dies sind die Dinge, die ich seit dem Ziehen verstärkt zusätzlich einnehme, um meinem Körper die Umstellung noch zu erleichtern:

1) Magnesium-Kalium-Kombi (anfangs jeden Tag eine Brausetablette, zurzeit ca. alle 2-3 Tage)
2) Vitamin B - Komplex (Tabletten aus der Drogerie mit allen notwendigen B-Vitaminen inkl. Folsäure)
3) Yamswurzel (Kapseln vom Online-Versand. Sollen angeblich den Körper bei der Progesteronbildung unterstützen.)
4) Vitamin D
5) Eisen nach Bedarf (ich habe niedrig dosierte Tabletten, die Vit. C mit enthalten; hin und wieder abends vorm Schlafengehen, da ich morgens bereits Schilddrüsentabletten nehme)

6) In der 2. Zyklushälfte (also nach dem Eisprung) trinke ich 1-2 Tassen selbst zusammengestellten Tee pro Tag, um meine Östrogendominanz durch die Produktion von körpereigenem Progesteron auszugleichen. Progesteron wird vom Körper vorwiegend in der zweiten Zyklushälfte gebildet.
Im Tee enthalten sind:
- Frauenmantel
- Schafgarbe
- Gänsefingerkraut
- Brennessel
- Mönchspfeffer

Besonders Frauenmantel und Gänsefingerkraut helfen auch gegen Menstruationsschmerzen. Sowohl vorbeugend, als auch akut.
Es gibt eine ähnliche Teemischung inzwischen auch online zu kaufen, aber von der Menge her empfand ich die eigene Mischung mit Zutaten aus dem Reformhaus als nachhaltiger/preisgünstiger.

7) In der 1. Zyklushälfte esse ich häufiger Zimt (z.B. im Frühstücksquark) und trinke Tee aus Himbeerblättern, um einen geregelten Eisprung zu begünstigen.


Mein Zwischenfazit:

Ich bin wirklich überrascht, wie gut es mir geht. Mein Zyklus scheint schon jetzt vollkommen normal zu funktionieren und ich fühle mich richtig wohl und zufrieden in meinem Körper. Ich empfinde mich auf eine natürliche Weise plötzlich viel weiblicher als vorher und lerne mich als Frau - auch durch die Umstellung auf NFP - nochmal ganz neu kennen. Ganz besonders gut fühlt es sich aber für meinen Kopf an, der sich einfach riesig freut, dass da kein Plastikstück mehr im Körper sitzt.

Das einzige, was mir jetzt noch etwas Sorgen bereitet, ist die Frage, ob ich einen Eisprung habe. Durch meine Schilddrüsenerkrankung und die damit einhergehende Stoffwechselverlangsamung kann es gut sein, dass die Spirale so stark wirkte, dass sie meinen Eisprung komplett unterdrückt hat. Die Ovulations-Teststreifen haben bisher noch keine eindeutigen Ergebnisse dahingehend geliefert. Ich bin aber nun einfach mal zuversichtlich und denke, dass sich auch das wieder einspielen wird.

Trotz dass ich nicht so wahnsinnig viele Nebenwirkungen mit der Mirena hatte, steht für mich heute fest, dass ich nie wieder künstliche Hormone in meinem Körper haben will, die nicht überlebensnotwendig sind. Die paar fruchtbaren Tage im Monat kann ich sehr gut mit mechanischer Verhütung überbrücken (oder wenn es soweit ist, eben auch gezielt nutzen).

Mein natürlich-weibliches Körpergefühl will ich jedenfalls nie wieder für so etwas Unnötiges wie Verhütungshormone eintauschen.

Viele Grüße
Pusteblumli :smile_flower:
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UPDATE vom 26.08.2019:

Es sind jetzt ziemlich genau 8 Wochen vergangen, seit ich keine Spirale mehr trage, und es geht mir ziemlich bescheiden. Meine Periode habe ich nun mit einer Verzögerung von 10 Tagen endlich bekommen. Insgesamt war sie blutungstechnisch und schmerzlich auch einigermaßen okay und im Rahmen. Nichts, weshalb ich mir Sorgen machen würde. Auch die Verzögerung schockt mich nicht, der Zyklus muss sich wohl erst wieder einspielen.

Jedoch geht es mir seit etwa zwei Wochen psychisch richtig sch*****. Ich habe Anzeichen einer akuten Depression, zeitweise so schlimm, dass ich am liebsten sterben möchte. Ich habe nun einen Gyn.-Termin vereinbart, weil ich glaube, dass meine Hirnchemie gerade sehr heftig auf den Hormonentzug reagiert. Ich hoffe sehr, dass es einzig und allein der Progesteronmangel ist, der gerade so reinhaut, und dass ich den mit einem Ersatzpräparat wieder etwas eingefangen bekomme. :smile_crying: :smile_sadsmile: