Meine Erfahrung mit Kyleena

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C3po
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Meine Erfahrung mit Kyleena

Beitragvon C3po » 26.06.2018, 01:15

Hallo ihr lieben,
Das ist mein erster Eintrag, da ich erst vor kurzem auf dieses Forum gestoßen bin.
Ich finde es super und dachte mir vielleicht kann meine Erfahrung dem ein oder anderen bei seiner Entscheidung helfen.
Zuerst mal zu meiner Person. :smile_clapping:
Ich bin weiblich :smile_bigsmile: , 33jahre alt, kinderlos und habe mit guten 60 Kilo für meine 1,67 keine gewichtsprobleme.
Nun zu Kyleena.
Vor knapp einem Jahr, also letztes Jahr im August, entschied ich mich nach langem hin und her für eine Verhütung mit der hormonspirale.
Zuvor verhütete ich 5 Jahre ausschließlich mit Kondom, nachdem ich die Pille aufgrund der Nebenwirkungen absetzte.
Deich sehr glücklich ohne Hormone war wollte ich eigentlich auch keine mehr nehmen. Da aber die kupferspirale aufgrund von immer stärker werdender Menstruation für mich nicht in frage kam und Kondome auf Dauer in einer Beziehung nerven, also die Entscheidung zur hormonspirale, also in meinem Fall der Kyleena.
Das einsetzen war die Hölle für mich, aber ohnmächtig wie es so manch einer wohl wird, würde ich nicht.
Den Rest des Tages ging nurnoch Couch, Wärmflasche und ibos. Die Tage danach waren besser, jedoch schubweise immer wieder ein zerstörender Schmerz als würde man mit einem Messer die Gebärmutter durchbohren.
Diese Schmerzen tauchen auch heute immer wieder mal auf. Immer um die Menstruation herum. Da vermisse ich echt die normalen regelschmerzen. Dazu hatte ich ein halbes Jahr fast durchgehend Blutungen, mal mehr mal weniger. Das ist weniger geworden, dennoch andauernd Zwischenblutungen und dauernd Bauchschmerzen.
Was hinzukommt, extreme wassereinlagerungen vor der mens, teilweise 4 Kilo. So das selbst das manchmal schmerzt, die dicken Beine, die Brüste spannen....
Ich habe extreme Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen, nicht immer aber phasenweise. Meine Haut ist so trocken geworden das sie juckt und schuppt....
Sitzen tut die Spirale gut, die Kontrolle war vor kurzem. Ich hab mir gesagt ich gebe dem ganzen 1 Jahr um zu sehen ob es sich einpendelt. Bin nun aber sehr entschlossen sie mir ziehen zu lassen, da ich nur leide darunter.
Da bleibt wohl leider nur wieder der Griff zur Pille :smile_crying:
Um etwas positives zu sagen.... man muss bei der Spirale an nichts denken :smile_rofl:
Wie erging es euch? Jemand ähnliche Erfahrungen?
Was habt ihr gemacht? Ich bin noch so planlos und habe Angst vor der Pille.
Liebe Grüße
C3po

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Sonia
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an C3po

Beitragvon Sonia » 26.06.2018, 07:20

Liebe C3po,

klar, die Kyleena, Jaydess oder Mirena.. sind Hormonspiralen, welche ganz viele Funktionen im Körper stören. Egal was die Gynekologen sagen, sie wirken nicht lokal! Auch die Pille ist nicht gerade DIE Lösung finde ich. Klar ist es bequem...mal ne Pille zu schlucken und gut ist, aber was im Körper passiert..das will kaum einer wissen. Mir wäre das Risiko zu hoch wieder auf die Pille umzusteigen... ich kenne wirklich einige Frauen mit Embolie und Thrombose und Schilddrüsenproblemen, welche durch die hormonelle Verhütung entstanden sind.

Wie wäre es mit der Kupferkette oder NFP..oder oder... bloß keine Hormone mehr!

Ich wollte nur kurz was zur Pille schreiben... meine Freundin nahm die Belissima und später die Maxim, ..jetzt erkrankte sie (Myome, Zysten, schlechter PAP-Wert) und die Ärzte im KH sagten nur "ach ja, sie nahmen die Pille, ja, da muss man damit rechnen". Also...sie wissen es, dass die Hormone uns krank machen und trotzdem wird es verschrieben wie am laufenden Band.

Denk einfach drüber nach :smile_wink:

LG S
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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Drachenfliege
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Re: Meine Erfahrung mit Kyleena

Beitragvon Drachenfliege » 02.08.2018, 16:09

Hallo C3po,

von dem was du berichtest, kommt mir einiges bekannt vor. Sorry, mein Bericht ist etwas lang geworden! :D

Ich habe mir am 12.01.2018 auch eine Kayleena einsetzen lassen und massive Probleme - aber erst ein wenig zu meiner Person: ich bin 28, 1,65m, 55kg, keine Kinder und habe 10 Jahre lang die Pille genommen. Nach einiger beziehungsfreier Zeit wollte ich nicht mehr morgens und abends Hormone schlucken (habe eine leichte Schilddrüsenunterfunktion, nehme 37,5mg L-Thyroxin am Tag) und habe die Pille abgesetzt. So vergingen 1,5 Jahre mit hormonfreier Verhütung bis ich in meiner neuen festen Beziehung wieder einen "Sicherheitsfaktor" und "meine Ruhe" haben wollte. Also ließ ich mich bei der Frauenärztin beraten, welche mir von der Kupferspirale indirekt abriet (starke Schmerzen bei der Regelblutung, und die Kupferkette klang für mich mit dem "einwachsen" in die Gebärmutter auch nicht attraktiv). Die Kyleena hingegen klang geradezu wie eine Göttin, ganz neu auf dem Markt, super geringe Dosierung und nur lokale Wirkung. Klang super!! Als dann auch noch alle Kosten von meiner Krankenkasse (bin privat versichert) übernommen wurden dachte ich es sei ein Jackpot. 5 Jahre Ruhe.

Der Einsatz fühlte sich alles andere wie ein Jackpot an. Es tat höllisch weh und ich hatte wochenlang Schmerzen (nur mit Ibuprophen auszuhalten). T.w. so heftig dass ich krank zu Hause im Bett blieb. Behandlung vom FA? Eine Woche Ibuprophen und Buscopan!!! (Im Nachhinein weiß ich nicht, was mich geritten hat.) Direkt im Anschluss an den Einsatz hatte ich enorme Magen-Darmprobleme und hielt es für eine Lebensmittelvergiftung. Erst Durchfall und dann das Umgekehrte - Verstopfung. Mit Verstopfung hatte ich davor noch nie zu kämpfen! Manchmal konnte ich bei den Schmerzen nicht unterscheiden, ob sie jetzt aus dem Unterleib oder vom Darm kommen. Besonders auf der rechten Lendenseite erlebte ich ein starkes Ziehen und Stechen, so dass ich eines Nachts Sorge hatte, eine Blinddarmentzündung zu haben. Das war es nicht, aber es war eine "Darmwelle" entstanden, also quasi abgelagerter Kot. Eine Untersuchung beim Hausarzt ergab ebenfalls, dass viel Luft und viele Kotteilchen im Umlauf waren. Dazu sollte ich sagen, dass ich mit Luft im Bauch schon vorher Probleme hatte, mit solch enormen Darmschwierigkeiten hingegen nicht. Solche eine Verstopfung ist seitdem nochmal aufgetreten (dieses Mal sicher keine Lebensmittelvergiftung.)
Manchmal zeigt sich das starke Ziehen auch auf der rechten Seite (quasi Eierstockhöhe) und der Schmerz strahlt in den linken Oberschenkel aus. Diese Schmerzen treten nach wie vor auf, die Magen-Darm-Schwierigkeiten (in etwas abgeschwächter Form) auch. Auch außerhalb meiner Regelblutung. Meine Schmerzen während der Mens sind ebenfalls viel schlimmer geworden, so dass ich selbst bei dieser Hitze im Sommer schon Wärmepflaster und Wärmflasche benutzt habe und tw. Ibus schlucke (hatte ich vorher nie). Manchmal bin ich nachts vor Schmerzen aufgewacht (das ist mir unmittelbar vor dem Einsetzen allerdings auch einmal passiert, ich weiß nicht, wie lange der Körper nach 10 Jahren Pille braucht, um sich wieder "einzustellen"). Die verringerte Blutung hat sich so semi-gut eingestellt. Jetzt, bei meiner letzten Regelblutung, kam nur wenig Blut (ich war noch nie eine starke Bluterin), aber immer noch so, dass ich an 3 Tagen meine Lady Cup getragen habe. Die Male davor war meine Blutung von pre-spirale 5 Tagen auf 8-14 Tage Blutung gestiegen (auch wenn ich t.w. nur minimal geblutet habe, super nervig und unvorteilhaft für die Unterwäsche).

Ich war bei 3 verschiedenen Frauenärztinnen (1 meine, 1 Vertretung, 1 Zweitmeinung). Der Sitz der Kyleena war immer perfekt. Zwei von den Ärztinnen habe ich gefragt, ob die Magen-Darm-Probleme mit der Kyleena zusammenhängen können. Beide verneinen es oder können es sich nicht vorstellen. Mein Hausarzt hingegen meinte schon direkt am Anfang "Ihr Körper will die Spirale nicht." und erzählte von Frauen, die ebenfalls Spirale und Magen-Darm-Probelme in Verbindung gebracht haben (und denen es danach ohne besser ging). Auch Apothekerinnen berichteten mir davon, dass sie von Frauen mit dieser Erfahrung wissen.
Ich verstehe einfach nicht, wie meine Frauenärztin diesen möglichen Zusammenhang so vehement verneint und meine Bedenken nicht ernstnimmt. Bei der Ärzting zur Zweitmeinung ging es mir genauso, dass ich mich absolut nicht ernstgenommen fühlte. So ein bisschen Ganzheitlichkeit täte dieser schulmedizinischen Ärztewelt echt gut. Vielleicht bin ich auch einfach Magen-Darm empfindlich, das kann durchaus sein. Ich bin eine sensible Person, die (eigentlich...) viel auf ihren Körper hört und mitbekommt, was Sache ist. Aber dann hätte ich mir gewünscht, dass es transparenter gemacht wird, dass bei mir dann entsprechende Probleme entstehen könnten.

Heute habe ich dann einen Artikel gelesen, in dem es u.a. um den Zusammenhang zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Hormonspirale geht. Nun weiß ich nicht, ob meine "geringe" Unterfunktion darauf Einfluss haben könnte. In diesem Bericht, in dem es eigentlich um die Mirena geht, fiel aber der Satz: "Tatsächlich erzeugt die Mirena, die 52 mg Levonorgestrel enthält, Hormonkonzentrationen, die mindestens doppelt so hoch sind wie die Konzentration bei einer Pille mit dem gleichen Wirkstoff. *Wenn die Frau einen verlangsamten Stoffwechsel hat (z.B. durch eine Schilddrüsenunterfunktion) kann diese Menge bis zu 6fach höher als eine Pille sein*." (https://www.netzwerk-frauengesundheit.c ... wirkungen/) Der letzte Satz hat mich hier sehr aufhorchen lassen, gerade weil hier auch der Stoffwechsel angesprochen wird. Die Kyleena hat zwar eine wesentlich geringere Dosierung (19,6mg), dennoch hat die Frauenärztin mit keinem Wort erwähnt, dass es da evtl. einen Zusammenhang geben könnte.

Ach und bei den Untersuchungen wurden bei mir mehrfach Zysten festgestellt, zuvor hatte ich nie Zysten (oder wusste zumindest nichts davon). Diese haben sich allerdings alle glücklicherweise komplett zurückgebildet. All meine Freunde und fast mein gesamtes Kollegium wissen darüber bescheid, dass ich eine Hormonspirale und massive Probleme damit habe, weil es sooft als Thema aufkam (entweder weil es mir akut schlecht ging, ich krank zu Hause war, ich durch die Gänge gekrebst bin, o.ä.).

Warum ich die Spirale noch trage? Tja, ich hatte die Hoffnung, dass ich mich "schon damit anfreunde" und es besser wird. Es ist auch definitiv besser geworden, als in den ersten 2, 3 Monaten, aber nicht gut. Ich könnte gemütlich 5 Jahre lang den Sex mit meinem Freund genießen, ohne Angst vor einer Schwangerschaft haben zu müssen, zudem ist dieses Verhütungmittel äußerst reisetauglich und obendrein wurde es mir noch bezahlt. So viele schöne Gründe dafür, wäre da nicht mein Körper, der eigentlich laut und deutlich NEIN geschrien hat. Von Anfang an. "Das musst du eben aushalten." "Bei anderen war es auch nach 3 Monaten / einem halben Jahr vorbei" Solche Sätze habe ich mir dann gesagt.

Ich ärgere mich im Nachhinein, meinem Körper so etwas angetan zu haben und sie so lange (knapp 7 Monate) in mir herumgetragen zu haben. Mein Körper hat sich direkt zu Beginn offensichtlich gewehrt und wollte die Spirale loswerden. Nachdem ich heute viele Beiträge in Foren gelesen und ähnliche Symptome entdeckt habe, habe ich den festen Entschluss gefasst, sie mir ziehen zu lassen. Ich höre meine Frauenärztin schon sagen "Schade um das gute Teil"... Eine Unverschämtheit, wo Frauen dieser Welt doch eigentlich zusammenhalten sollten.

Gerne kann ich anschließend berichten, wie es mir kyleena-frei ergeht. :)

May the strength be with us!
Drachenfliege

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Kooper
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Re: Meine Erfahrung mit Kyleena

Beitragvon Kooper » 02.08.2018, 18:06

Liebe Drachenfliege,

vielen Dank für diesen langen, interessanten Bericht!

Darmprobleme hatte ich auch, allerdings mit der Mirena.

Das hier verstehen wir alle nicht:
Ich verstehe einfach nicht, wie meine Frauenärztin diesen möglichen Zusammenhang so vehement verneint und meine Bedenken nicht ernstnimmt. Bei der Ärzting zur Zweitmeinung ging es mir genauso, dass ich mich absolut nicht ernstgenommen fühlte.
Selbst wenn frau die in der Packungsbeilage oder in der Fachinformation schriftlich festgehaltenen Nebenwirkungen entwickelt, hört sie meist von den Frauenärzten, dass das mit der HS nichts zu tun haben kann.
Ich höre meine Frauenärztin schon sagen "Schade um das gute Teil"... Eine Unverschämtheit, wo Frauen dieser Welt doch eigentlich zusammenhalten sollten.
Die Frauen sollten zusammenhalten. Und die Ärzte sollten für die Erhaltung oder die Wiederherstellung der Gesundheit zuständig sein. Immerhin muss man/frau sich ja doch ab und zu in ihre Hände begeben, schließlich ist es weder möglich, sich unten selbst hineinzuschauen, noch seine Zähne selbst zu flicken, etc.

Dein Hausarzt scheint aber ja zum Glück deutlich aufmerksamer zu sein - so etwas ist auch wie ein Jackpot.

Bitte berichte gern weiter, wie es Dir nach dem Ziehen geht. Vielleicht magst Du Deinen Bericht auch unter "Erfahrungsberichte" einstellen? Denn mitten in einem bereits begonnenen Thread geht er schneller unter, und das wäre schade!

LG Kooper
Kooper, Baujahr 1970, in Partnerschaft, keine Kinder
1. Mirena 2003 - 2009, 2. Mirena 2009 - 2013


Was bringt den Doktor um sein Brot ?
a) die Gesundheit b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß ER lebe,
Uns zwischen beiden in der Schwebe.
Eugen Roth

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Sonia
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Re: Meine Erfahrung mit Kyleena

Beitragvon Sonia » 03.08.2018, 07:54

Guten Morgen,

ich bin echt froh, dass meine neue Gyn genau so denkt!Sie hat auch gesagt, dass die Hormone ins Blut übergehen und überall im Körper aufzufinden sind! Sie legte die Mirena in den 90ern da sie es nicht besser wusste und es wurde als das Non-Plus-Ultra-Verhütungsmittel gefeiert. Jetzt weiß man, dass die Hormonspiralen tickende Bomben sind und dass dadurch jährlich unheimlich viele Frauen erkranken. Bei ihr liegt seit 10 Jahren keine Werbung mehr für hormonelle Verhütung!

Liebe Drachenfliege..ich habe lange nach so einem Gyn gesucht, glaube mir. Es dauerte ein Jahr bis ich meine liebe Dr. fand. Auf die Nebenwirkungen damals hat mich auch mein Hausarzt aufmerksam gemacht...er meinte, seitdem es die HS gibt, hat die Anzahl an Schilddrüsenerkrankungen sehr stark zugenommen und nicht nur das..

Leider leider verneinen unsere Gynekologen jegliche Nebenwirkungen... was ich mir damals alles anhören musste! Wie gut die HS ist, völlig onhe Nebenwirkungen, Kopf frei für die Liebe... das ich nicht lache!!!

Ich wünsche Dir alles Gute

LG S
44 Jahre, 2 Kinder, Mirena von 09/2011 bis 04/2012

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