Mirena und die Folgeerscheinungen von Levenorgestrel

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annkiste
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Mirena und die Folgeerscheinungen von Levenorgestrel

Beitragvon annkiste » 16.10.2008, 16:57

Ich habe mich nun über ein Jahr umfassend mit Mirena und möglichen Nebenwirkungen befasst, da die frauenärtzlichen Erklärungen, Ratschläge und Emfehlungen in meinem Fall nicht nur unzureichend, sondern auch unverantwortlich waren.

Nach Einlage habe ich ein Jahr wunderbar schmerzlos und fast periodenlos gelebt, bis mich die Langzeitwirkung des Synthetischen Progesterons Levenorgestrel((Hauptwirkungsbestandteil Mirenas) eingeholt hatte. Riesige Gefühlsschwankungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelschwäche, generelle Müdigkeit, fibrocystic breast syndrome (Brüste bis zu zwei Nummern grösser und richtig schmerzhafte Knoten zwei Wochen vor und bis zur Periode), Gewichtszunahme trotz regelmässigem Sport und superdiszipliniertem Essen, Krämpfe, Rückenschmerzen, Pickel und Allergien (die ich nie zuvor hatte), Sinusitis und generelles 'schnell alt werden, fühlen und aussehen'.

Nach mehreren 'Sie reagieren überempfindlich', 'Sie bilden sich das ein' und 'das kann nicht an der Mirena liegen', habe ich sie trotzdem entfernen lassen und bin bei der Suche nach neuen Verhütungsmitteln und Recherche mit meinem Mann (Apotheker) zu dem Schluss gekommen, dass die Mirena mitunter das Verkehrteste war, was ich hätte tun können.

Levenorgestrel (Hauptwirkungsbestandteil Mirenas) übernimmt als synthetisches Progesteron nicht alle Funktionen des körpereigenen Progesterons. Durch Zufuhr von Levonorgestrel und die dadurch meist unterdrückte Ovulation produziert der Körper mit der Zeit weniger und weniger körpereigenes Progesteron. Kommen zusätzlich stressbedingte Lebensumstände hinzu, wird das verbliebene nat. Prog. auch noch zum Teil in Aldosteron umgewandelt, was unter anderem den Kaliumspiegel des Körpers senkt. Durch das unzureichende nat Prog. steigt der Oestrogenspiegel zu hoch an relativ zum Prog. (oestrogen dominance), was wiederum den Verlust von Magnesium auslöst. Ohne Magnesium kann der Körper nur wenig, wenn überhaupt, Kalium verwerten und aufnehmen. Der Kaliumhaushalt ist somit extrem gestört.

'Potassium(kalium) has a direct causal relationship with progesterone:
potassium induces alsosterone&cortisol biosynthesis and has a regulatory quality and effect mechanism.'

Folgeerscheinungen der 'Oestrogen Dominance' (hohem Oestrogen relativ zu Prog.) sind:
-sodium/potassium ratio unbalanced: water retention and bloating
-interference with thyroid hormone:low metabolic rate, low energy , cold intolerance, weight gain
-promotes histamine release: allergies, skin irritations
-promotes blood clotting:stroke, embolism
-copper retention, zinc loss: exaggerated stress-reactions, mood swings, depressions
-fat cells produce and store more oestrogen:weight gain
-high blood pressure
-reduction of oxygen in cells, ageing
-fibrocystic breasts, uterine fibroids, etc

Direkte Konsequenzen von zu wenig Magnesium und Kalium sind :
-Verstopfung (langsame Verdauung)
-Muskelkrämpfe
-Unterfunktion Nieren und Leber (was die Ausscheidung von Oestrogen zusätzlich erschwert)=more oestrogen buid-up)
-Palpitations
-Sowie alles oben genannte.

Folgeerscheinungen von zu viel Aldosteron sind unter anderem auch Haarausfall, 'Vermännllichung', lange, schmerzhafte oder unregelmässige Blutungen etc.....

Damit wären so ziemlich alle Beschwerden, die ich mit der Zeit über die Mirena gesammelt habe, abgedeckt.

Ich habe hoffentlich damit erklärt, dass die Folgeerscheinungen der Zufuhr von künstlichem Progesteron (durch Stress verstärkt) den Magnesium/Kaliumhaushalt komplett aus dem Gleichgewicht bringt, da der Körper die nat. Progesteron-Herstellung runterfährt wegen einem angeblich hohen Prog. Spiegel (durch die zusätzl. Zufuhr von Synthetischem) und nur noch mit dem synthetischen Prog. agieren kann, was unzureichend die Rolle des nat. Progesterons erfüllt. Gleichzeitig besteht der Kampf mit einer Übermenge an Oestrogen.

Nun waren die meisten Ansagen: 'Hoher Oestrogen Spiegel, nat. Progesterone muss zugeführt werden'.....was auch die Symptome gemildert hat, zb, die Brüste waren nicht ganz so gross und die Laune war kontrollierbarer.....hat aber das Problem nicht behoben.

Von frauenärtztlicher Seite kamen Ratschläge wie: mehr Oestrogen(was das Schlimmste überhaupt gewesen wäre), neue Pille, Kupferspirale.
Die neue Pille mit noch mehr synthetischem Prog. und/oder noch mehr Oestrogen kam schon mal gar nicht in Frage unter den Umständen - und eine Kupferspirale wäre unratsam gewesen wegen der hohen körpereigenen Kupfer-Werte aufgrund des doch schon hohen Oestrogens, also bis hin zur 'Copper Toxicity'.

Unterwegs stoss ich nun auf Studien, wo Frauen mit schweren 'PMS'(was letztendlich die Folgeerscheinungen einer groben Störung des Mineralhaushalts ist) Syndromen ausschliesslich Kalium in Kombination mit Magnesium und vit B6 verabreicht wurde. Nach drei Monaten waren die Frauen symptomfrei. Da ich sowieso schon alles hinter mir hatte und die Kombination am meisten Sinn machte im Bezug auf die vorangegangen Körpermisshandlungen meinerseits (Mirena), nahm ich am tag 750 mg Kalium(und 350mg Magnesium) zu mir. Ein Erwachsener braucht täglich ungefähr zwischen 2500 und 4500 mg Kalium. Die meisten Nahrungsmittel heute sind stark mit Sodium versetzt (fast/processed foods), haben tiefe Magn. und Kaliumwerte aufgrund schlechter Wachstumsbedingungen und enthalten viele Xeno-Oestrogene. Man muss sich also wirklich anstrengen (und Geld haben), die richtige Menge auf gesundem Wege zu erhalten, was quasi ohnehin nicht machbar ist, wenn ein bestehendes Defizit an Kalium und Magnesium vorhanden ist.

4 Monate später geht es mir wunderbar. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass ich wirklich erst 34 bin und eine verfrühte Menopause oder gar die Menopause (die übrigends die gleiche Ursache haben: 'Oestrogen Dominance', also nicht mit noch mehr Oestrogen behandelt werden sollten) noch nicht in Frage kommen konnte nach 'normaler' Ernährung und 'gesundem' Lebensstil.

Die oben angeführte Supplementation von Kalium, Magnesium und eventuell vit B6 trifft nur auf den Fall zu, wo der Oestrogen level im vergleich zu nat Prog. sehr hoch ist. Anstatt jedoch müssig zu testen, ob das so ist, ohne auf die Symptome achten zu wollen, kann man die Serum levels von Kalium und Magnesium testen lassen im Intracellulären Bereich (Bluttest weist keine brauchbaren Werte auf)
und ist warscheinlich viel schneller viel weiter.

Der pharmazeutische Markt ist gross darin , lizenzierte Produkte zu vermarkten und die Ärtzte (oder Krankenkassen) sind wiederum bemüht, diese auf Payback an die Patienten zu bringen. Die meisten Ärtzte haben keine Zeit, halten es nicht für nötig oder können ihre Patienten nicht ausreichend beraten, geschweige denn sich mit den Patienten in Gänze beschäftigen.
Ich halte nichts von 'Self-medication' und rate auch niemandem, es zu tun. Da ich das grosse Glück hatte, mit meinem Mann als wachende Fachkompetenz abzuwägen und auszuprobieren, hatte ich wenig Bedenken, würde aber jedem anraten, das hier Vorgeschlagene und Erklärte mit seinem Arzt durchzusprechen, insofern der Arzt dazu bereit ist.

Also, Mirena NEIN, auf gar keinen Fall. Bei manchen geht es eher schief als bei anderen, bei manchen weniger schlimm, kein Körper ist oder reagiert gleich. Das gilt aber für so gut wie alle Hormon-Präperate. Ich würde nur dringenst empfehlen, sich vorher eindringlich zu informieren und sich der Symptomatik bewusst zu sein. Die meist aufgeführten Kontra-Indikationen oder Nebenerscheinungen haben alle einen Grund und Auslöser, und wenn es einmal so weit ist, dauert es ganz schön lange, den Körper wieder auf null Stunden zu bringen, wenn überhaupt noch möglich.

Dazu sollte ich noch sagen, dass die Kaliumzufuhr regelmässig jeden Tag erfolgen muss, ohne Multivitamine oder gar Kalzium (der Kalzium level ist zu hoch wenn ungenügend Magnesium). Man trinkt automatisch viel und sollte das auch. Die Symptome können sich während der ersten 2 Monate vor und während der Periode sogar verschlimmern (der Körper barucht eine Weile sich anzupassen und gerade die hier genannten Hormone dienen ohnehin einer längerfristigen Steuerung von Körperfunktionen), vor allem wenn man gerne und viel Salz isst (von dem abzuraten ist) - aber der dritte Monat ist wie Luft holen und bei mir wars im 4ten Monat endlich GANZ vorbei. Zum ersten Mal seit fast 2 Jahren.

Ich kann bis jetzt nicht glauben, wie einfach das Ganze zu erklären ist, aber wo wohl nicht viel Geld zu holen ist, lohnt es sich wohl auch nicht, nachzuforschen und Aufklärung zu betreiben, wenn es am Ende bedeuten könnte, dass unsere "liebe" Pille/Spirale in Misskredit geräht.

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