Mirena-künstliche Einleitung in die Wechseljahre

Schreibe uns hier Deine Erfahrungen mit der Hormonspirale.

Eva

Mirena-künstliche Einleitung in die Wechseljahre

Beitragvon Eva » 30.01.2004, 13:44

Meine Erfahrung mit der Mirena.

Im August 1999 ließ ich mir die Mirena einsetzen.
Ich bekam ein Infoblatt der Fa. Schering, welches natürlich nur die Vorzüge der Spirale hervorhob. Von Nebenwirkungen war keine Rede. Auch mein Arzt erwähnte dies mit keinem Wort.

Die Blutungen gingen schnell zurück, das fand ich zunächst ganz positiv.
Im Herbst 1999 stellten sich 1 Woche lang migräneartige Kopfschmerzen ein.
Ich dachte, ich hätte eine "Kopfgrippe". Aber auch in den folgenden Monaten litt ich unter Kopfschmerzen. So etwas hatte ich vorher nicht erlebt.
Ich bekam Akupunktmassagen, welche die Kopfschmerzen für eine gewisse Zeit milderten.
Dann kamen Brustschmerzen hinzu, wie ich sie nur aus den Schwangerschaften kannte. Brustschwellungen vor der Periode und manchmal das Gefühl als würde "Milch einschießen". Zufällig sprach ich mit meinen Freundinnen darüber, die ebenfalls die Mirena hatten einsetzen lassen.
Beide berichteten mir unabhängig voneinander auch von heftigen Brustschmerzen.

Bei der nächsten Untersuchung sprach ich meinen Frauenarzt darauf an. Er sagte: "Sie sind die erste von 100 Frauen, die von Nebenwirkungen berichtet". Er verschrieb mir homöopathische Tropfen. Es besserte sich aber nichts.

Dann bekam ich Probleme mit der Nasenatmung. Ich hatte ständig das Gefühl die Nase sei "dicht" obwohl ich keinen Schnupfen hatte. Außerdem sagte mein Mann, ich hätte angefangen zu schnarchen. Das kannte ich aus den Schwangerschaften, da sich aufgrund der Hormonumstellung die Schleimhäute veränderten.
Ich suchte einen HNO-Arzt auf. Der stellte keinen krankhaften Befund der Nase fest, bejahte aber meine Frage, ob die Veränderung der Nasenschleimhaut durch die Hormonspirale kommen könne.

Schließlich suchte ich eine Heilpraktikerin auf, die erklärte mir, dass die Hormonspirale eine künstliche Einleitung in die Wechseljahre sei, deshalb bleibe die Blutung ja auch aus. Aber alles was in den Wechseljahren der Frau passiere, sei unter der Einwirkung der Hormonspirale auch möglich: Hitzewallungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Kreislaufstörungen usw. Ich war zu dem Zeitpunkt aber erst 36 Jahre alt und keineswegs bereit jetzt schon die Wechseljahre zu durchleben und wer weiß, wie lange!

Nach gründlicher Überlegung habe ich mir im November 2002 die Spirale entfernen lassen und somit fast die Hälfte der Anschaffungskosten von 500 DM "weggeworfen".

Die Blutungen setzten normal wieder ein, aber ich habe bis heute noch fast 3 Wochen lang im Monat starke Brustschmerzen und das Brustgewebe hat sich fühlbar verändert. Ich hoffe, es wird sich noch wieder bessern.

Am meisten hat mich in der 3jährigen Tragezeit geärgert, dass man als Frau bei Ärzten aller Fachrichtungen mit solchen "diffusen Beschwerden" wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Brustschmerzen usw. nicht ernst genommen wird, als sei es nun mal normal.
Dass die Lebensqualität erheblich darunter leidet, scheint nicht so wichtig zu sein. Frau muss sich eben selber helfen.
Aufgezählte Beschwerden werden leicht als "psychosomatisch" abgetan.
Mir wurde geraten, ich solle mich in eine Psychotherapie begeben.

Aus heutiger Sicht kann ich nur jeder Frau raten sich gründlichst zu informieren, z.b. im Internet, und sich nicht nur auf den Arzt zu verlassen.
Es ist wichtig, dass Frauen auch untereinander ihre Erfahrungen austauschen, sonst bleibt man mit seinen Problemen und Selbstzweifeln allein.

Sicherlich gibt es auch jede Menge Frauen, die gute Erfahrungen mit der Mirena haben, aber jeder Körper reagiert nun mal anders und man sollte auch negative Berichte ernst nehmen.

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