enorme Unterleibsschmerzen, Libidoverlust etc.pp.

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huhni
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enorme Unterleibsschmerzen, Libidoverlust etc.pp.

Beitragvon huhni » 31.01.2004, 10:21

Hallo, liebe LeserInnen,

zuerst mal: Oh - mein - Gott!
Je mehr ich mich umsehe, umso mehr finde ich mich in Berichten und Beschreibungen wieder.
Meine Geschichte:
Ich bin 24 Jahre alt - bis ich knapp 23 war habe ich die Pille genommen, was in der letzten Zeit mit extremer Migräne vor allem (aber nicht nur) während der Periode einherging. Deshalb bin ich zu meiner FÄ gegangen und sie hat mir geraten, die Pille abzusetzen und als alternative Verhütung die Mirena zu verwenden. Die Erklärung von ihr war einfach: Wird in den Uterus eingelegt, verhindert dort den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verdickt den Schleim am Muttermund. Wirkt 5 Jahre. Von Nebenwirkungen kein Wort. Die Periode bleibt bei manchen ganz aus... das hat sie noch gesagt.

Ich war natürlich begeistert. Nicht mehr jeden Abend an etwas denken. Einmal einsetzten, 5 Jahre Ruhe. Und vielleicht sogar keine Kopfschmerzen mehr.
Also ließ ich sie mir einsetzen. Eine dreiviertel Stunde später verließ ich die Praxis - schwach auf den Beinen von der lokalen Betäubung (Spritze an den Muttermund) und verheult von den Schmerzen. "Wenn das Kopfweh davon besser wird," dachte ich "war es das wert!"

Die Monate vergingen, die Periode blieb aus. Einerseits fand ich das gut. Andererseits war es seltsam für mich, nicht zu wissen, an welchem Punkt meines Zyklus ich mich gerade befand (ich weiß nicht, warum ich das wissen wollte, war halt so) oder ob ich nicht doch schwanger war (zwar unwahrscheinlich, aber die Periode ist doch immernoch ein - wenn auch nicht in allen Fällen zuverlässiger - Indikator dafür, daß man nicht schwanger ist). Diese Punkte machte ich mir aber nicht wirklich bewußt.

Ohne irgendwas auf die Mirena zurückzuführen, bemerkte ich, es verging die Lust auf Sex. Ich wußte nicht wieso, begann meinem Freund zu erklären, ich brauche Abwechslung. Wir probierten anderes aus. Nichts half. Sex interessierte mich nicht mehr. Am heutigen Tage sitze ich hier habe überhaupt keine Lust mehr - null. Und es beschäftigt mich ungeheuer, ich hatte aber keine Erklärung dafür.

Im Dezember letzten Jahres wachte ich eines Nachts auf mit unbeschreiblichen Unterleibsschmerzen. Ich war völlig benommen, mein Freund hatte sich schon angezogen um mich ins Krankenhaus zu fahren, aber ich fand mich nicht einmal in der Lage es bis dorthin (5km Fahrt) noch zu schaffen. Nach 5 Minuten wurden die Schmerzen schwächer, bis es nach einigen Stunden ganz verschwand. Es blieben unregelmäßig auftretende, ziehende, manchmal stechende, und diffuse Schmerzen im Unterleib. Ich ging einige Tage darauf zu meiner FÄ. Notfalltermin. Der letzte Patient am Freitagmittag. So kam ich mir auch vor. Ich schilderte meine Beschwerden, wurde beruhigt. Ich hätte ja unter der Mirena wieder einen Zyklus. Da kann ein Eisprung auch mal wehtun. Die Gute war sich der Intensität meiner Schmerzen wohl nicht bewußt. Mir wurde sogar der Mund verboten, als ich zu widersprechen versuchte. Im Ultraschall entdeckte sie eine 3,7 cm großte Zyste am linken Eierstock und bestellte mich "so in 3 Monaten" nochmal zum nachsehen.

Ich war beunruhigt wegen der Zyste, die FÄ hatte zwar erklärt es sei nicht weiter schlimm, aber ich hatte nach dem letzten Besuch das Vertrauen zu ihr und in ihre Worte verloren. Deshalb begann ich mich im Internet zu informieren. Und hier kommen wir zu meiner Überschrift: Es fiel mir wie Schuppen von den Augen!
Da war ich: Zysten in Hülle und Fülle bei Mirenaträgerinnen, schlechte Stimmung (Januar 2003 - eine ekligere Person wie mich selbst konnte ich damals nicht finden), völliges Ausbleiben der Periode und - da war es - "Verlust der Libido".

Ich ging zu einer neuen FÄ. Diese nahm mich ernst. Meine Bedenken, meine Sorgen. Sie meinte, rein medizinisch gesehen, ist es eher unwahrscheinlich, daß die Mirena die Unlust auslöst, da ihre Dosis doch geringer ist, als die der Pille. Sie selbst hätte noch nie so einen Fall gehabt. Sie gab mir Informationsmaterial über den "Verhütungsring" mit - ich werde noch einen Beiträg darüber unter "alternative Verhütungsmethoden" in diesem Forum schreiben. Und sie nahm Blut, um andere Ursachen völlig ausschließen zu können. Der Befund war gut. Davon kommt es nicht. Der nächste Schritt sagte sie, ist das Ziehen der Mirena.
Und an diesem Punkt stehe ich jetzt. Je mehr ich hier lese, desto sicherer werde ich in meiner Entscheidung, das Ding wieder entfernen zu lassen - vergiß die vielen Euros Verlust. Aber ich habe trotzdem Angst. Angst davor, ob es wirklich daran liegt, daß ich diese Libidoprobleme habe. Was ist, wenn es nicht davon kommt? Wie lange wird mein Freund das noch mitmachen? Er weiß auch bescheid jetzt. Über die Mirena in die Nebenwirkungen und daß ich in ärztlicher Behandlung bin. Er beruhigt mich immer wieder, daß wir das zusammen durchstehen, aber ich habe trotzdem Angst.
Ich weiß daß der einzige Weg, das herauszufinden, der ist, die Mirena zu entfernen. Und so werde ich also kommenden Donnerstag diesen Weg antreten, in der Hoffnung, das es das ist und daß ich nach der Entfernung endlich wieder eine normale 24-jährige zu werden, ohne diese ganzen negativen Veränderungen. Es muß auch einen anderen Weg geben, der Migräne, die unter der Mirena zwar weniger geworden, aber nie ganz verschwunden ist, Herr zu werden.

Ich würde mich über die ein oder andere Antwort von Euch sehr freuen und ich verspreche Euch, zu berichten wie es mir nach der Entfernung geht.

Liebe Grüße
Euer Hühnchen

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